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02.03.2011

09:49 Uhr

Erdbeben in Neuseeland

Swiss Re rechnet mit hohen Schäden

VonThomas Schmitt

Das Erdbeben in Neuseeland kommt die Versicherer teuer zu stehen. Allein die Swiss Re erwartet Kosten von 800 Millionen Dollar. Für die Branche rechnen die Schweizer mit bis zu zwölf Milliarden.

Abriss eines vom Erdbeben zerstörten Hauses in Christchurch. Neuseeland. Quelle: dpa

Abriss eines vom Erdbeben zerstörten Hauses in Christchurch. Neuseeland.

MünchenSwiss Re erwartet Kosten von 800 Millionen Dollar durch das Neuseeland-Beben. Das teilte der zweitgrößte Rückversicherer mit. Die Schweizer schätzen, dass sich die Gesamtschadenlast für die Versicherungswirtschaft durch das Erdbeben am 22. Februar zwischen sechs und zwölf Milliarden Dollar bewegen wird.

Das entspricht Analystenschätzungen, die ebenfalls bis zu dieser Höhe reichen. Damit sei das Ereignis global von großer Bedeutung, urteilt Swiss Re. Munich Re und Hannover Rück haben noch keine eigenen Schätzungen vorgelegt.

Das Erdbeben der Stärke 6,3 hatte die Region Christchurch auf der Südinsel Neuseelands verwüstet. Es kostete Menschenleben und verursachte erhebliche Sachschäden, insbesondere in Christchurch, der zweitgrößten Stadt Neuseelands. Das Erdbeben erreichte eine kleinere Magnitude als jenes vom September 2010, ereignete sich aber in einer geringeren Tiefe und in der Nähe zum Geschäftsviertel.

Neuseeland hat eine hohe Durchdringung bei Erdbebenversicherungen. Wohnbauten werden durch die staatliche „Earthquake Commission“ (EQC) mit bis zu 100.000 Neuseeland-Dollar pro Gebäude und bis zu 20.000 Dollar pro Gebäudeinhalt versichert. Hausbesitzer können in Ergänzung zu diesem vom staatlichen Erdbebenprogramm gedeckten Betrag von 120.000 Dollar zusätzlich private Deckungen abschließen. Gewerbeimmobilien und Industrieanlagen werden durch lokal und global operierende Versicherungsunternehmen gedeckt.

Die Unsicherheiten bei der Schadenschätzung nach solchen Katastrophen seien beträchtlich, erklärten die Schweizer. Die gegenwärtige Schätzung stehe daher unter dem Vorbehalt von Änderungen aufgrund neuer Erkenntnisse.

Der größte Rückversicherer Munich Re hatte sich deshalb am Vortag mit eigenen Schätzungen weiter zurückgehalten. Unklar sei noch, ob es für die Branche teurer als das Beben in Chile im Februar 2010 werde, sagte Vorstand Torsten Jeworrek am Rande der Handelsblatt-Tagung „Assekuranz im Aufbruch“. Das Chile-Beben hatte damals samt Tsunami die Versicherer rund acht Milliarden Dollar gekostet und war das zweitteuerste Beben seit 1980. Schlimmer traf es die Versicherer nur 1994 in Porridge, Kalifornien.

Anfang Januar hatte Munich Re in der Katastrophenbilanz für 2010 auf die Folgen des Klimawandels hingewiesen. Demnach könnten künftig vor allem die Verwüstungen durch Wirbelstürme in Nordamerika aufgrund der Erwärmung der Weltmeere wieder zunehmen.

Insgesamt seien im vergangenen Jahr 950 Naturkatastrophen verzeichnet worden. Etwa 90 Prozent davon wetterbedingt, also Stürme, Unwetter oder Überschwemmungen. "Damit war 2010 das Jahr mit der zweithöchsten Zahl an Naturkatastrophen seit 1980", folgerten die Klimaspezialisten aus München in ihrer Bilanz. Die Zahl der Katastrophen habe auch den Durchschnitt der letzten zehn Jahre übertroffen.

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