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10.03.2011

11:36 Uhr

EU-Aufsicht

Munich-Re-Chef fordert kühlen Kopf von der Branche

VonThomas Schmitt

Sehr harsch ging die Versicherungsbranche zuletzt mit den EU-Aufsehern um. Mit Blick auf die geplante Einführung von Solvency II im Jahre 2013 plädiert Munich-Re-Chef Bomhard für mehr Geduld bei den Verhandlungen.

Nikolaus von Bomhard: „Geduld ist eine Tugend.“   Quelle: dpa

Nikolaus von Bomhard: „Geduld ist eine Tugend.“  

FrankfurtDie Versicherer sollten im Streit um neue EU-Regeln Geduld haben. Das fordert der Chef des größten Rückversicherers Munich Re, Nikolaus von Bomhard, mit Blick auf die geplante Einführung von Solvency II im Jahre 2013. Die Diskussion über das neue Aufsichts- und Kapitalregime sei derzeit sehr emotional, sagte er auf der Bilanzpressekonferenz des Konzerns in München. Die Argumente würden verkürzt dargestellt.

Das Thema Solvency II sei jedoch nicht geeignet, es in Kurzformeln zu diskutieren. „Ein kühler Kopf hilft hier sehr, um die Fragen zu besprechen.“   

Bomhard reagierte damit auf Branchenstimmen, die zuletzt sehr harsch mit den EU-Aufsehern umgegangen waren. Ständige Nachbesserungen an den mehr als 1000 Seiten starken Unterlagen hätten das Vertrauen der Versicherer in Solvency II erschüttert, hieß es vom Branchenverband GDV. Von „Chaos“ war die Rede im Zusammenhang mit der jüngsten EU-Feldstudie Qis5.

In sehr aufgewühlter Stimmung war auch ein Treffen von 65 Managern aus den Versicherungsvereinen im Hause der Gothaer abgelaufen. Der Chef der Gothaer, Werner Görg, hatte in einem Handelsblatt-Interview erklärt, Solvency II drohe in der aktuellen Form ein „Monster“ zu werden.   

Bomhard erklärte demgegenüber, die neue Versicherungsaufsicht Eiopa sei bereit, über alles zu reden. Drei Themen nannte er ausdrücklich, die noch erörtert werden müssten.

Erstens sei das die Feinabstimmung bestimmter Faktoren auf die Risiken der Unternehmen, die sogenannte Kalibrierung. Gerade versicherungstechnische Risiken seien hier derzeit sehr konservativ berechnet, was einen erhöhten Kapitalbedarf zur Folge hat.

Auch bei den Berichtspflichten der Branche sei Augenmaß nötig. Insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen dürften nicht überfordert werden. Für alle diese Fragen sei Eiopa offen. „Da bin ich optimistisch“, brach Bomhard eine Lanze für die EU-Aufseher. An seine Kollegen in der Branche gerichtet sagte er: „Geduld ist eine Tugend.“   

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