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30.10.2011

16:13 Uhr

Euro-Krise

Allianz will Griechenland die Schulden erlassen

Auch will den vom EU-Gipfel beschlossenen Schuldenschnitt mittragen - und Griechenland 50 Prozent der Schulden erlassen. Mit einer Umschuldung rechnet die Versicherung nicht.

Die Zentrale des Versicherungskonzerns Allianz in Unterföhring bei München. dpa

Die Zentrale des Versicherungskonzerns Allianz in Unterföhring bei München.

FrankfurtDie Allianz will Griechenland wie auf dem EU-Gipfel beschlossen 50 Prozent der Schulden erlassen. „Angesichts der Beteiligung an vielen Gesprächen können Sie davon ausgehen, dass wir das mittragen“, sagte Finanzchef Paul Achleitner in einem Interview der österreichischen Zeitung „Der Standard“. Er gehe davon aus, dass sich neben Banken auch viele Versicherer und Fonds an dem Schuldenschnitt beteiligen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir alle unserer Verantwortung gerecht werden.“ 

Sollten nicht genügend private Gläubiger freiwillig auf 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten, drohe ein erzwungener Schuldenschnitt, warnte Achleitner. „Denn entscheidend ist der Effekt, der erzielt wird, damit Athen eine erträgliche Schuldenlast erreicht.“ Dass nach Griechenland auch andere Euro-Länder eine Umschuldung anstreben, glaubt der Allianz-Manager nach eigenen Worten nicht. Durch den verstärkten Einsatz der Mittel des Rettungsfonds EFSF gebe es bei der Finanzierung von Euro-Staaten deutliche Fortschritte. „Die Voraussetzungen sind jetzt geschaffen, dass wir die Probleme vernünftig angehen können.“ 

Ob die Allianz und die Münchener Rück weiteres Geld in Griechenland anlegen wollen, haben sie laut einem Bericht des „Tagesspiegel“ (Montagausgabe) noch nicht entschieden. „Wir müssen erst einmal die Details abwarten“, sagte Münchener-Rück-Sprecherin Johanna Weber dem Blatt.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Mazi

30.10.2011, 20:18 Uhr

"Die Frage ist, ob der Vorstand der Allianz den Tatbestand der Untreue erfüllt. Untreue gegenüber den Kunden, deren Forderung sie 100 für 50 Euro eintauschen wollen.

Solange Griechenland nicht "Pleite" ist, würde eine solche Massnahme eine Veruntreuung von Kundengeld darstellen. Ein Einschnitt in die Altersversorung von Millionen von Vorsorgern - verabredet von Entscheidern, deren Altersversorgung als Pension deklariert wird und aus einem anderen Topf gespeist wird.

Ein Skandal wie hier mit ehrbaren Versorgern umgegangen wird, die sich ein Leben lang ihre Altersversorung vom Mund absparen (müssen).

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