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13.08.2013

14:21 Uhr

Flut und Hagel

Allianz Deutschland erleidet Gewinneinbruch

Die Allianz Deutschland hat wegen der Hochwasserkatastrophe und Hagelstürmen deutlich weniger verdient. Der Gewinn sank um ein Drittel. Hinzu kamen auch noch Kosten für die Schließung der Allianz Bank.

Allianz-Fahnen wehen im Wind. Europas größter Versicherer haben die Naturkatastrophen zu schaffen gemacht. dpa

Allianz-Fahnen wehen im Wind. Europas größter Versicherer haben die Naturkatastrophen zu schaffen gemacht.

MünchenÜberschwemmungen und Hagel haben den Gewinn der Deutschland-Tochter des Versicherungsriesen Allianz im ersten Halbjahr in Mitleidenschaft gezogen. Naturkatastrophen wie die Flut Ende Mai und Anfang Juni im Süden und Osten Deutschlands sowie mehrere Unwetter ließen den Gewinn der Allianz Deutschland AG bis Ende Juni um ein Drittel auf 509 (Vorjahr: 760) Millionen Euro zusammenschmelzen. Ohne die 380 Millionen Euro, auf denen der Versicherer am Ende sitzenblieb, wäre der Gewinn gestiegen. „Die Allianz Deutschland hat die erhebliche Belastung durch die Naturereignisse gut weggesteckt, nicht zuletzt da die Maßnahmen unseren Zukunftsprogramms Sachversicherung Wirkung zeigen“, sagte Deutschland-Chef Markus Rieß.

An die 48.000 Flutgeschädigten seien allein 600 Millionen Euro ausgezahlt worden, erklärte das Unternehmen. Einen großen Teil der Belastung kann der Versicherer aber auf Rückversicherer abwälzen. Operativ trieben Hagel und Flut die Sachversicherungs-Sparte der Allianz Deutschland im ersten Halbjahr sogar in die roten Zahlen. Die Schaden-Kosten-Quote lag bei 101,1 (Vorjahr: 98,8) Prozent der eingenommenen Beiträge, die um 1,5 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro stiegen. Im zweiten Halbjahr kommen auf die Allianz unter dem Strich noch einmal 160 Millionen Euro für den verheerenden Hagelschlag Ende Juli in Württemberg zu, wie ein Sprecher sagte.

Systemrelevante Versicherer laut FSB (2013)

1

Allianz

Sitz: München

Netto-Gewinn 2012: 5,2 Milliarden Euro

Umsatz: 106,4 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 1,85 Billionen Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA

Mitarbeiter: 144.000

Börsenwert: 53,8 Mrd Euro

Quelle: Reuters

2

AIG

Sitz: New York

Netto-Gewinn 2012: 2,6 Milliarden Euro

Umsatz: 50,13 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 287 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: A+

Mitarbeiter: 63.000

Börsenwert: 53 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

3

Aviva

Sitz: London

Netto-Verlust 2012: 3,55 Milliarden Euro (wegen hoher Abschreibungen auf Beteiligungsverkäufe, vor allem in USA)

Umsatz: 39,68 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 319,19 Milliarden Euro (inklusive mittlerweile verkaufter Bereiche) S&P-Finanzstärke-Rating: A+

Mitarbeiter: 31.000

Börsenwert: 12,73 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

4

AXA

Sitz: Paris

Netto-Gewinn 2012: 4,15 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 1,1 Billionen Euro

Umsatz: 90,13 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: A+

Mitarbeiter: 160.000

Börsenwert: 39,56 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

5

GENERALI

Sitz: Triest

Netto-Gewinn 2012: 90 Millionen Euro

Umsatz: 69,6 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 490 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: A

Mitarbeiter: 80.000

Börsenwert: 22,5 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

6

METLIFE

Sitz: New York

Netto-Gewinn 2012: 0,9 Milliarden Euro

Umsatz: 52,04 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 364 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA-

Mitarbeiter: 64.000

Börsenwert: 40,8 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

6

PING AN INSURANCE

Sitz: Shenzhen

Netto-Gewinn 2012: 2,49 Milliarden Euro

Umsatz: 37,18 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen liegt nicht vor

S&P-Finanzstärke-Rating: nicht vorhanden

Mitarbeiter: 190.000

Börsenwert: 35,3 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

6

PRUDENTIAL

Sitz: London

Netto-Gewinn 2012: 2,56 Milliarden Euro

Umsatz: 34,78 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen 265,12 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA

Mitarbeiter: 26.000

Börsenwert: 34,22 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

9

PRUDENTIAL FINANCIAL

Sitz: New York

Netto-Gewinn 2012: 358 Millionen Euro

Umsatz: 864,7 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: über 760 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA-

Mitarbeiter: 48.000

Börsenwert: 27,9 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) fürchtet, dass die gehäuften Unwetter in Deutschland die Branche in diesem Jahr insgesamt operativ in die Verlustzone drücken könnten. „In der Summe könnte der versicherte Schaden die Schaden-Kosten-Quote um vier bis fünf Prozentpunkte ansteigen lassen, so dass sich die mittlere Schaden-Kosten-Quote voraussichtlich gegen 100 Prozent oder sogar darüber hinaus bewegen wird“, hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Studie. 2012 hatte die Quote bei 97 Prozent gelegen. Allein das Hochwasser kostet die Branche nach Schätzungen des Branchenverbands GDV rund zwei Milliarden Euro, das Hagelunwetter 660 Millionen. Dabei fällt die Belastung von Unternehmen zu Unternehmen laut S&P aber stark unterschiedlich aus.

In der Lebensversicherung griffen die Kunden der Allianz in Deutschland vor allem bei kurzfristigen Geldanlage-Produkten zu. Das Geschäft mit Einmalbeiträgen wuchs im ersten Halbjahr um 28 Prozent, die laufenden Beiträge stiegen dagegen nur um 1,8 Prozent. Insgesamt legten die Beitragseinnahmen um 11,8 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro zu.

Die Allianz Bank, über die Deutschlands größter Versicherer auch Bankprodukte verkaufen wollte, hat Ende Juni wegen Erfolglosigkeit ihre Tore geschlossen. Operative Verluste und Abwicklungskosten schlugen im ersten Halbjahr noch einmal mit einem Verlust von fast 100 Millionen Euro zu Buche.

Von

rtr

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