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11.06.2013

11:03 Uhr

Flutschäden

Verwirrung beim Versicherungsverband

Versicherungspräsident Alexander Erland spricht von Hochwasser-Schäden, die jenseits der Marke von 2002 liegen dürften. Eine Sprecherin sagt etwas Anderes. Einer von beiden muss zurückstecken.

Der Branchenverband der Versicherung geht von geringeren Schäden als 2002 aus. dpa

Der Branchenverband der Versicherung geht von geringeren Schäden als 2002 aus.

BerlinGestern Abend: „Wir müssen davon ausgehen, dass der Schaden durchaus höher sein kann als bei der Elbe-Flut 2002“, sagte der Präsident des Versicherungsverbandes GDV, Alexander Erdland vor einem Treffen mit Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler. In einem Interview mit der Berliner Zeitung sagt eine Sprecherin das genaue Gegenteil. Recht habe aber der Präsident, teilt der GDV heute mit.

Im Jahr 2002 hatte der versicherte Schaden 1,8 Milliarden Euro betragen, genaue Schadenszahlen für dieses Jahr will der Verband Ende der Woche veröffentlichen.

Versicherer schätzen Flut-Schäden

Allianz

Das Hochwasser in Deutschland wird die Allianz nach Analystenschätzungen etwas teurer zu stehen kommen als die Flut 2002. JP-Morgan-Analyst Michael Huttner veranschlagt die Schadensumme für den deutschen Marktführer im Inland in einer Kurzstudie auf 350 Millionen Euro. Das wäre mehr als die 330 Millionen Euro vor elf Jahren.

(Stand: 10. Juni 2013)

Gartenbau Versicherung

Ein Spezialist unter den Versicherer: Dennoch wird die Gesellschaft wohl mehrere Millionen Euro an Schäden begleichen müssen. Allein in Sachsen sei mit einem Schaden von zwei Millionen Euro zu rechnen.

(Stand: 4. Juni 2013)

Gothaer Versicherung

Dem Unternehmen sind etwa 1000 Schäden gemeldet worden mit einem Schadensvolumen von etwa 20 Millionen Euro. Vorstandschef Thomas Leicht rechnet mit einem weiteren Anstieg auf das Niveau der Flut von 2002 – damals seien Schäden in Höhe von 30,2 Millionen Euro gemeldet worden.

(Stand. 7. Juni 2013)

R+V Versicherung

Bei der Versicherung der Volks- und Raiffeisenbanken sind etwa 2.000 Berichte über Schäden eingegangen und es sei kein Ende in Sicht, so eine Sprecherin. Es werde ein „Spitzenschaden“.

(Stand: 6. Juni 2013)

Signal Iduna

Die Versicherung erwartet einen Schaden von bis zu 50 Millionen Euro und damit mehr als im Jahr 2002.

(Stand: 10. Juni 2013)

SV SparkassenVersicherung

Die Gesellschaft rechnet mit einem Schaden in Höhe von 40 Millionen Euro auf Basis von insgesamt 7.500 Schadensmeldungen.

(Stand: 10. Juni 2013)

Versicherungskammer Bayern

Die Gesellschaft rechnet mit einem Schaden von 40 Millionen Euro.

(Stand: 5. Juni 2013)

Württembergische Versicherung

Das Unternehmen rechnet mit einem Schadenaufkommen von gut 50 Millionen Euro. 2002 hatten die Überschwemmungen an Oder und Elbe 44 Millionen Euro gekostet.

(Stand: 10. Juni 2013)

Versicherter Schaden 2002

Deutschlandweit belief sich der versicherte Schaden des als Jahrhundertflut bezeichneten Elbe-Hochwassers vor elf Jahren auf 1,8 Milliarden Euro. In ganz Europa mussten die Versicherer damals nach Daten der Münchener Rück 3,5 Milliarden Euro zahlen.

Versicherter Schaden 2013

Der Branchenverband GDV geht von Kosten aus, die über denen von 2002 liegen. Der Schaden würde in Deutschland also die Marke von 1,8 Milliarden Euro übersteigen. Experten des Dienstleister Aon gehen sogar von vier Milliarden Euro Schäden für die deutsche Versicherungswirtschaft aus. Die Ratingagentur Fitch erwartet immerhin 2,5 bis 3 Milliarden Euro.

(Stand: 12. Juni 2013)

Zahlreiche Flüsse in Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Niedersachsen sind seit einigen Tagen über die Ufer getreten und haben zu den schwersten Überschwemmungen seit 2002 geführt. Die Lage im Süden und in der Mitte Deutschlands verbessert sich derzeit wieder langsam, im Norden ist die Lage aber noch angespannt.

Kommentare (3)

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HofmannM

11.06.2013, 09:48 Uhr

Ein Hohn ist dieser Artikel für ALLE Flutwasser Geschädigten!
Die Versicherung sollen ihre Statistik für sich behalten! Die sagt nämlich überhaupt nichts über den tatsächlichen Kosten der Flut aus!
Die Versicherung versichern ja schon Jahren IMMER weniger in den sog. Flut-Hochwasser-Risikozonen. Und dazu gehört das Donau- wie auch Elbgebiet. Und wo weniger versichert ist, da fällt natürlich auch weniger an Versicherungszahlungen an. Und nur dies wird ja in diesen Versicherungs-Statistiken wiedergegeben. Ein HOHN für jeden betroffenen Flutbürger, solche allgemeinen Aussagen per Versicherungsstatistik über das wirkliche Ausmaß der Flut in Deutschland!
Genauso verhält es sich mit den politischen Schnellmaßnahmen der finanzellen Hilfe. Ein Betrag von 1500 Euro ist doch wohl nur Hohn für die betroffenen Familien. Der Staat sollte hier lieber bei der Steuer und hier insbesondere bei der Mehrwertsteuer entlastung für die Betroffenen schaffen. Der Staat ist nämlich gerade auch wegen der 19% UST ein Nutznießer dieser Flutkatastrophe. Auch die Banken sind Nutznießer dieser Flutkatastrophen. Es muss neu angeschafft werden, es müssen Kredite aufgenommen werden. Und überall hält der Staat per Steuer und Abgaben die Hände auf oder auch die Banken per Gebühren und Zinsen! Hier müsste die Entlastung für die betroffenen Bürger ansetzen. Steuer und Abgaben verringern bzw. ganz absetzen für die Zeit der Neubeschaffung/Renovierung! Oder auch mit zinsfreien Krediten.

shitHappens

11.06.2013, 11:02 Uhr

Was für eine überzogene Kritik von Ihnen@HofmannM. Sie können von Unternehmen nicht fordern ihre Risikovorsorge aufzugeben nur um Versicherungsnehmern in Hochrisikozonen entgegenzukommen. Risikogewichtete Prämien wären für die meisten Versicherungsnehmern in Risikozonen unbezahlbar. Es ist vernünftig diese Ueberschwemmungsgebiete zu verlassen. Jeder erwachsene Mensch hat Eigenverantwortung und muss mit den Konsequenzen leben.
Und was eine Bank mit den Versicherungsschaden zu tun? Dieses ewige Bankenbashing ist unsinnig. Wird ein Kredit bearbeitet fällt Aufwand an. Sollen die Banken zinslose Darlehen geben? In welcher Phantasiewelt leben Sie? Hatten Sie in ihrer Ausbildung nicht mal rudimentären Wirtschaftsunterricht?

HofmannM

11.06.2013, 14:18 Uhr

@shitHappens
Zum einen habe ich Kritik an der Selbstdarstellung der Versicherungsstatistik geübt und die damit verallgemeinerung der Gesamtschadenssumme und zum anderen habe ich mich mit meiner Meinung über zinslose Kredite und Steuererlasse an die Politik/Staat gewendet. Der Staat bzw. die Politik hat die Steuerungshoheit über die Steuer-und Abgabenhöhe. Die Politik kann zinslose Kredite über die KfW ausgeben. Und genau hier wird sich zeigen, wie sich die Politik gegenüber den Flut-Betroffenen zeigen wird. Zeitweise Steuererlasse (MWST-Erlass bei der Neuanschaffung) oder zinslose Kredite über die KfW-Bank würden diesen Flut-Betroffen viel mehr helfen als eine politische Obolus-Abspeisung von 1500 EURO!

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