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14.12.2015

08:43 Uhr

Fosun-Gründer

Der „Warren Buffett von China“ ist wieder da

Der in der Vorwoche verschwundene Milliardär Guo Guangchang ist wieder aufgetaucht. Doch die Aktie seines Unternehmens, das deutsche Banken kaufen will, stürzt weiter ab.

Das mysteriöse Verschwinden des Fosun-Gründers Guo Guangchang ist beendet. Der Milliardär trat heute in Shanghai öffentlich wieder auf. Das Bild stammt aus dem Archiv. dpa

Guo Guangchang

Das mysteriöse Verschwinden des Fosun-Gründers Guo Guangchang ist beendet. Der Milliardär trat heute in Shanghai öffentlich wieder auf. Das Bild stammt aus dem Archiv.

ShanghaiNach seinem Verschwinden in der vergangenen Woche ist der Gründer des chinesischen Investors Fosun, Guo Guangchang, erstmals wieder öffentlich aufgetreten. Guo, Spitzname der „Warren Buffett Chinas“ habe an einer Firmenveranstaltung in Shanghai am Montag teilgenommen, berichten chinesische Medien. Der Milliardär habe weder Auskunft über seinen zwischenzeitlichen Verbleib gegeben noch Bezug auf eine Fosun-Erklärung vom Sonntag genommen, wonach der Fosun-Gründer die chinesischen Behörden bei Ermittlungen unterstützt. Es handele sich in erster Linie um eine „private Angelegenheit“ des Firmengründers, erläuterte eine Firmensprecherin. Die Ermittlungen würden nicht bedeuten, dass es bei Fosun Probleme gibt.

Guo habe in Shanghai lediglich zur Strategie und dem Geschäft der Investmentgesellschaft gesprochen, die unter anderem um das deutsch-britische Institut BHF Kleinwort Benson und die Privatbank Hauck & Aufhäuser buhlt. Eine Firmensprecherin wollte keine Details über die Veranstaltung bekanntgeben.

Vita Guo Guangchang

Der Manager

Der 48-jährige „Chairman Guo“ studierte an der Universität Fudan in Schanghai zuerst Philosohie und dann Wirtschaft. Er zählte zu den Gründern der Fosun-Gruppe und ist seit 1994 Vorstandschef des Konzerns. Guo ist leidenschaftlicher Skifahrer in Chinas Bergwelten und den Alpen und liebt das Schattenboxen Tai-Chi. Forbes reiht ihn auf Rang 25 der reichsten Chinesen.

Das Unternehmen

Fosun wurde 1992 von Absolventen der Universität Fudan gegründet und gehört heute zu den größten privatwirtschaftlichen Konzernen in China. Schwerpunkte der Beteiligungen im Ausland sind Banken und Finanzdienstleister, Firmen aus der Gesundheitsbranche sowie aus der Freizeit- und Konsumartikelindustrie. Außerdem kauft Fosun weltweit Immobilien ein.

Zuvor hatte Fosun mitgeteilt, dass Guo Guangchang seit seinem mysteriösen Verschwinden vor vier Tagen der Polizei in Shanghai bei Ermittlungen geholfen habe. Das Verschwinden des 48-Jährigen, der als einer der reichsten Männer Chinas gilt, hatte in der vergangenen Woche dazu geführt, dass die Fosun-Aktie vom Handel ausgesetzt wurde. Investoren befürchteten, dass sich die Affäre rund um den Gründer auf das Geschäft der Firma auswirken könnte, die unter anderem an der Ferienresort-Kette Club Med und dem britischen Reisekonzern Thomas Cook beteiligt ist. Am Montag ging es für den Anteilsschein in der Spitze um bis zu 13,5 Prozent abwärts.

Die chinesische Regierung hat in den vergangenen Monaten ihre Anti-Korruptionsermittlungen vor allem im Finanzsektor deutlich ausgeweitet. Dabei war zwischenzeitlich bereits Guos Name gefallen. Guo hat ein Imperium aus verschiedenen Firmen aufgebaut, das vom Versicherungs- über den Banken- bis in den Freizeitsektor reicht. Sein Privatvermögen wird auf 5,7 Milliarden Dollar geschätzt.

Das chinesische Wirtschaftsmagazin „Caixin“ hatte am Freitag zuerst berichtet, dass Guo Guangchang nicht mehr von seinen Mitarbeitern erreicht werden könne. Nutzer von sozialen Netzwerken hätten beobachtet, wie er am Flughafen von Shanghai von Polizisten abgeführt worden sei.

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