Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.06.2011

19:35 Uhr

Für Missstände im Unternehmen

Ergo-Versicherung richtet Sex-Hotline ein

Die Sex-Party für Mitarbeiter einer Ergo-Tochter kratzt nach Einschätzung des Konkurrenten Arag am Image der gesamten Branche. Ergo selbst ist um Schadensbegrenzung bemüht und stellte neue Verhaltensregeln auf.

Einen neuen Verhalteskodex gibt es für die Mitarbeiter von Ergo. Quelle: dapd

Einen neuen Verhalteskodex gibt es für die Mitarbeiter von Ergo.

FrankfurtDie Ergo-Versicherung zieht Konsequenzen aus dem Sex-Skandal bei ihrer Tochter Hamburg-Mannheimer. Mitarbeiter sollen Missstände im Unternehmen künftig anonym an einen externen Ombudsmann melden können, wie der zur Münchener Rück gehörende Versicherer am Mittwoch mitteilte. Diese Hotline werde auch den selbstständig für Ergo arbeitenden Versicherungsvermittlern zur Verfügung stehen.

Im vergangenen Monat war bekanntgeworden, dass die mittlerweile zum Ergo-Konzern gehörende Hamburg-Mannheimer 2007 für ihre 100 besten Vertreter eine Sex-Party mit 20 Prostituierten in den historischen Gellert-Thermen in Budapest organisiert hatte.

Neben dem Ombudsmann soll es künftig einen besonderen Beauftragten für die Überwachung der internen Verhaltensregeln (Compliance) geben, der ausschließlich den Vertrieb kontrolliert. Die gesamte bestehende Compliance-Stelle von Ergo werde aus der Rechtsabteilung herausgelöst und direkt Vorstandschef Torsten Oletzky unterstellt. Darüber hinaus solle der 2008 eingeführte Kodex, der die angestellten Mitarbeiter zu ethisch und sozial korrektem Verhalten verpflichtet, erweitert und konkretisiert werden. Künftig sollen auch die selbstständigen Außendienstmitarbeiter auf einen Verhaltenskodex verpflichtet werden.

Der Aufsichtsrat unter dem Vorsitz von Münchener-Rück-Chef Nikolaus von Bomhard hatte sich in einer außerordentlichen Sitzung mit dem Thema befasst.

Verärgert über den Sex-Skandal zeigte sich der Ergo-Konkurrent Arag. „Wir Versicherer sind dabei, hier mühsam uns Vertrauen zu erwerben und da sind solche Vorgänge aus meiner Sicht sehr störend“, sagte Arag-Chef und Miteigentümer Paul-Otto Faßbender am Mittwoch in Düsseldorf. Etwas Vergleichbares habe es bei Arag nicht gegeben. Bei Belohnungsreisen für Vertreter lade das Familienunternehmen Ehefrauen und Lebenspartner mit ein.

Von

rtr

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

dangtv

08.06.2011, 22:09 Uhr

Arag? Gibts die noch? Das die sich reisen leisten koennen ist ja ein ding. Aber jetzt sind ja alle entsetzt und sex gibt es ja nur bei ergo. Wenn es so waere, wuerd ich bei ergo anwerben. Es nervt wie so was hochgepuscht wird. Jede kegeltour ist schlimmer.

chris

09.06.2011, 11:08 Uhr

Klar, als ob ich Vertrauen zu einem Vertreter hätte, der nicht von sich aus in der Lage ist, sich verantwortungsbewusst zu verhalten (sondern dem die Firma erklären muss, wie man sich richtig verhält).

Die Bankangestellten bekommen demnächst wohl auch Verhaltensvorschriften, die ihnen erklären, dass sie das Geld im Tresor nicht stehlen sollen.

Die einzig akzeptable Lösung wäre, dass sich die ERGO von den Beteiligten von damals trennt bzw. die Zusammenarbeit beendet - und dies auch zukünftig bei jedem Verhalten, das den Ruf des Unternehmens derart gefährdet, so handhabt.

Auch arbeitsrechtlich dürfte im vorliegenden Fall niemand dem Unternehmen eine Weiterbeschäftigung der Beteiligten zumuten können.

Das nachsichtige (und ethik-erklärende) Verhalten jedoch zeigt, wie sehr die ERGO von unseriösen Vertrieblern abhängig ist.

Das sagt eigentlich alles über das Niveau der ERGO im Allgemeinen...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×