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14.05.2011

17:12 Uhr

Fußball-Sponsoring

Signal Iduna profitiert von BVB-Erfolg

VonThomas Schmitt

ExklusivDer Sieg der Dortmunder Borussen bedeutet auch einen Gewinn für Signal Iduna. Denn das Versicherungsunternehmen sponsert den Fußballverein. Die Vorteile lassen sich mit Zahlen belegen.

Früher "Westfalenstadion" - heute "Signal Iduna Park". Quelle: Reuters

Früher "Westfalenstadion" - heute "Signal Iduna Park".

Der Versicherer ist durch Fußballmeister Borussia Dortmund viel bekannter geworden. Fast ein Drittel der Deutschen können Umfragen zufolge nun etwas mit dem Namen Signal Iduna anfangen. Der Bekanntheitsgrad des Versicherers habe sich damit in sechs Jahren mehr als verdoppelt, teilte Signal Iduna auf Anfrage des Handelsblatts mit. 2005 betrug die sogenannte gestützte Bekanntheit nur 13 Prozent, im März 2011 erreichte sie 31 Prozent.

Signal Iduna ist einer der Hauptsponsoren des Fußballclubs Borussia Dortmund (BVB), der am Samstag mit einer jungen Mannschaft die deutsche Fußballmeisterschaft feiert. Der Versicherer, dessen Hauptverwaltung in Sichtweite des Borussen-Stadions liegt, hat sich in einer finanziellen Krise des Clubs langfristig die Namensrechte für die Fußballarena gesichert. Seit Dezember 2005 heißt es nicht mehr „Westfalenstadion“, sondern „Signal Iduna Park“.

Besonders hohe Bekanntheitswerte hat der Versicherer unter den Fans erreicht. 58 Prozent der Fußballinteressierten würden nun den Namen Signal Iduna kennen. Vor sechs Jahren waren es mit 20 Prozent bei Deutschen über 14 Jahre erst gut ein Drittel. Diese Zahlen seien „sehr gut“, urteilt man bei Signal Iduna, das im Jahr Prämien von über fünf Milliarden Euro einsammelt und durch Übernahmen stark gewachsen ist.

Das Unternehmen profitiert davon, dass die rund 80 000 Menschen fassende Arena von Borussia Dortmund weltweit als eines der schönsten Stadien gilt. Entsprechend häufig wird der Stadionname in Funk und Fernsehen genannt. „Wir wollten nutzen, dass Fußball und die Bundesliga in der Öffentlichkeit große Beachtung finden“, erklärte der Versicherer.

Der Sponsorvertrag sei erfolgsabhängig ausgestaltet. Über die Höhe schweigen sich beide Seiten aus. Der Versicherer sagt nur so viel: Die Zahlungen würden von der tatsächlich erreichten Medienpräsenz des Versicherers abhängen. Schließlich will der Sponsor ja einen Nutzen sehen. Dieser dürfte in dieser Saison groß gewesen sein: Da der BVB sehr erfolgreich und attraktiv spielte, musste der Versicherer also mehr Geld an den Club zahlen.

Die Rechte für den Stadionnamen hat sich Signal Iduna noch bis Juni 2016 gesichert. Ursprünglich war die Zusammenarbeit bis Juni 2011 ausgelegt, wurde aber bereits im Juni 2008 bis Juni 2016 verlängert. Signal Iduna nutzt sein Sponsoring auch, um Vertreter zu motivieren. „Über unseren Vertrieb können zu jedem Spiel 700 Karten erworben werden“, erklärte der Versicherer. Dieses Angebot werde vom Vertrieb und seinen Kunden bundesweit hervorragend angenommen.

Dennoch ist das Management gelegentlich unzufrieden, wenn Rundfunkreportern zum Beispiel der Name Westfalenstadion herausrutscht oder wenn der neue Name der Arena überhaupt nicht genannt wird. „Der Name Signal Iduna Park setzt sich immer mehr durch, dieser Trend wird sich fortsetzen“, glaubt man bei dem Versicherer. „Doch auch das braucht sicher seine Zeit.“

Signal Iduna beteiligte sich auch aktiv an den Meisterfeierlichkeiten in den vergangenen zwei Wochen. So gratulierte das Management des Versicherers mit einer Poster-Aktion. Vorstandschef Reinhold Schulte und Vertriebsvorstand Michael Johnigk aktivierten eine Leuchtschrift (LED) auf dem Megaposter am Stadion. Das Poster am Stadion zeigt ab dem 14. Mai mittels des LED-Moduls die Namen aller Teilnehmer der Aktion „Du bist Deutscher Meister“.

Kommentare (1)

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15.05.2011, 09:00 Uhr

Ja das ist toll, dass Versicherte den Kauf von Stadien bezahlen. GENAU dafür weden die Prämien entrichtet.

Ironie aus.

Es gab mal eine Zeit, da haben die Sportstätten den Bürger gehört und die Namen auch eine Region stiftenden Identität mitgegeben!

Vorbei, gone with the capitalism.

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