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03.02.2014

15:53 Uhr

Gasleitungsnetz-Entgelte

Allianz verklagt Norwegen

Die Allianz geht gerichtlich gegen Norwegen vor: Europas größter Versicherer wehrt sich mit der Klage gegen die Durchleitungsgebühren für Gas, die das Energieministerium in Oslo bis 2016 drastisch reduzieren will.

Der Münchner Versicherungsriese Allianz verklagt Norwegen. dpa

Der Münchner Versicherungsriese Allianz verklagt Norwegen.

München/OsloEuropas größter Versicherer, die Allianz, hat im Streit um sein Gasleitungsnetz in der Nordsee nun tatsächlich Klage gegen Norwegen eingereicht. Eine Unternehmenssprecherin bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ/Montag). Demnach klagt der Versicherer vor norwegischen Gerichten.

Nach Angaben der Allianz will das Energieministerium in Oslo die Durchleitungsgebühren für Gas ab 2016 um bis zu 90 Prozent reduzieren. Dies sei ein beträchtlicher Eingriff in das Recht des Unternehmens auf einen angemessenen Profit, für den es keine entsprechende Rechtsgrundlage gebe, erklärte die Sprecherin.

Die zehn größten Versicherungskonzerne

Platz 10

Prudential plc (Großbritannien)

Der britische Versicherer mit Hauptsitz in London hat weltweit 20 Millionen Kunden. Künftig soll ein Schwerpunkt auf das asiatische Geschäft gelegt worden. 2010 kamen die Briten auf einen Umsatz von 73,6 Milliarden Dollar.

Platz 9

Munich Re (Deutschland)

Der größte deutsche Rückversicherer, der früher Münchener Rück hieß, sichert sich ebenfalls einen Platz unter den weltgrößten Versicherern. Zur Gesellschaft gehört unter anderem auch die Ergo Versicherungsgruppe. Die rund 47.000 Mitarbeiter des Konzerns haben 2010 auf einen Umsatz von 76,22 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 8

Nippon Life Insurance Company (Japan)

Die Japaner mit Hauptsitz in Osaka sind nicht nur der größte Lebensversicherer ihres Landes, sondern gehören auch international zu den größten. Mit einem Umsatz von 78,57 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 2,6 Milliarden Dollar im Jahr 2010 ist der Konzern locker in der Top 10.

Platz 7

Aviva (Großbritannien)

Weltweit hat der Konzern aus London 35 Millionen Kunden und rund 45.000 Mitarbeiter. Insgesamt kamen die Briten im Jahr 2010 auf einen Umsatz von 90,2 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 2,26 Milliarden Dollar.

Platz 6

UnitedHealth (USA)

Im Bereich der Krankenversicherung gehört das Unternehmen aus der Kleinstadt Minnetonka (Minnesota) zu den größten der Branche. Weltweit beschäftigt der Konzern 87.000 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 94,15 Milliarden Dollar erwirtschaften.

Platz 5

American International Group (USA)

Die New Yorker waren lange der größte Erstversicherer der Welt. In der Finanzkrise mussten sie dann sogar mit Steuergeldern gerettet werden. 2010 haben die Amerikaner rund 104,4 Milliarden Dollar umgesetzt.

Platz 4

Assicurazioni Generali (Italien)

Schon Franz Kafka gehörte kurzzeitig zu den Angestellten des traditionsreichen Versicherers aus Triest. Die Italiener gehören bis heute zu den führenden Versicherungskonzernen weltweit, 2010 kamen sie auf einen Umsatz von 120,2 Milliarden Dollar.

Platz 3

Allianz (Deutschland)

Der größte deutsche Versicherungskonzern schafft den Sprung auf das Treppchen. Von München aus steuert der Konzern 151.338 Mitarbeiter weltweit und erwirtschaftete so einen Umsatz von 127,38 Milliarden Dollar im Jahr 2010.

Platz 2

Berkshire Hathaway (USA)

Mit dem schillernden Investor Warren Buffett an der Spitze, ist US-Beteiligungsgesellschaft vor allem im Versicherungsgeschäft tätig. Die Amerikaner gehören zu den profitabelsten Konzernen des Landes. 2010 wurde ein Umsatz von 136,18 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 1

AXA (Frankreich)

Der größte Versicherungskonzern der Welt hat seinen Hauptsitz in Paris. Insgesamt verwalten die rund 103.000 Mitarbeiter ein Vermögen von 1,38 Billionen Dollar. Allein im Jahr 2010 wurde ein Umsatz von 162,2 Milliarden Dollar eingefahren.

Allianz-Vorstand Maximilian Zimmerer hatte kürzlich bereits erklärt, dass der Konzern eine Klage erwäge. Der Versicherer hatte für seinen Anteil an dem Gasleitungsnetz rund 1,3 Milliarden Euro gezahlt. Beteiligt sind außerdem der Staatsfonds von Abu Dhabi und eine kanadische Pensionskasse. Nach Allianz-Angaben würde die Kürzung bis zum Ende der Konzessionsperiode 2028 im Vergleich zu den anfänglichen Plänen eine Wertminderung um 500 Millionen Euro nach sich ziehen. Die Münchner sehen sich deshalb getäuscht. „In Kenntnis derartiger Pläne hätten wir das Investment so nicht getätigt“, hatte Zimmerer der FAZ gesagt.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

03.02.2014, 16:31 Uhr

Aber genug Geld zum Klagen haben sie.

Account gelöscht!

03.02.2014, 16:50 Uhr

Andere Medien melden:

Das norwegische Energieministerium begründete den geplanten Einschnitt bei den Nutzungsgebühren hingegen damit, dass die Investoren wegen der gestiegenen Volumina die ihnen in Aussicht gestellte Kapitalrendite von 7 Prozent vor Steuern andernfalls deutlich übertreffen würden. Es sei ein Grundsatz der nationalen Energiepolitik, höhere Anreize für die Suche und Erschließung neuer Rohstoffvorkommen als für den Besitz der Infrastruktur zu setzen.

Wie war das doch? "Gier frist Gehirn." Anscheinend nicht nur bei den Privatanlegern bei Prokon, sondern auch bei der Allianz.

willichwissen

03.02.2014, 16:56 Uhr

Kann man dann auch gegen Beitragserhöhungen klagen? Nach dem Motto: "Hätte ich vorher gewusst, dass die Versicherung ihre Prämien anhebt, hätte ich das nicht gemacht".
Und in den letzten Monaten haben die das Geschäft nicht gemacht, oder habe ich die Meldungen dazu überlesen???

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