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17.11.2011

10:00 Uhr

GDV-Jahrestagung

Versicherer entdecken Klimawandel als Prämienquelle

VonThomas Schmitt

Stürme, Überschwemmungen und Starkregen werden künftig viel mehr Schäden anrichten, betonte der Präsident des Versicherer-Verbandes GDV, Rolf-Peter Hoenen. Kunden müssen nun mehr Geld für ihren Schutz ausgeben.

Rolf-Peter Hoenen, Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). bildschön DAS SCHNELLE BILD-NETZWERK GmbH Rosa-Luxemburg-Str. 17

Rolf-Peter Hoenen, Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

BerlinUnternehmen und Privatleute sollten sich wegen des Klimawandels auf höhere Prämien für Sachversicherungen einrichten. „Sturm- und Hochwasserereignisse werden in Deutschland in Zukunft häufiger vorkommen, schwerer und teurer sein“, erklärte der Präsident des Versichererverbandes GDV, Rolf-Peter Hoenen, am Donnerstag in Berlin.

Auf der Jahrestagung der deutschen Versicherer hob er den Schutz vor Katastrophen als wichtigste Herausforderung für die Branche hervor. „Der Klimawandel ist vor unserer Haustüre angekommen. Deshalb müssen wir neben konsequenten Maßnahmen zur Schadenprävention unserer Elementarschadenversicherung in der Breite unserer Bevölkerung zum Durchbruch verhelfen.“

Aus Sicht der deutschen Versicherer wird der Klimawandel viel stärkere Stürme und mehr Überschwemmungen bringen. „Was wir heute alle 50 Jahre sehen, werden wir künftig alle 25 Jahre haben. Die Wiederkehrperioden halbieren sich“, warnte auch Oliver Hauner, Klima-Experte im GDV, in dieser Woche auf der „Klimakonferenz NRW“ im Hause der Provinzial Rheinland.

Heute rechne man zum Beispiel 500 Millionen Euro Schaden durch Hochwasser pro Jahr. „In Zukunft dürfte diese Schadenerwartung deutlich steigen“, nannte er ein Beispiel. Starke Stürme, die bisher nur alle 50 Jahre einmal vorkamen, würden künftig sogar alle zehn Jahre erwartet.

Die zehn größten Versicherer Europas

Allianz

Die Allianz verfügt in Deutschland über die bekannteste Marke im Versicherungssektor. 2010 hat die Gruppe weltweit 5,2 Milliarden Euro verdient und Einnahmen von mehr als 100 Milliarden Euro erzielt. Neben dem Versicherungsgeschäft ist das Management großer Vermögen das zweite Standbein des Konzerns geworden. Mit Pimco besitzt die Allianz den am stärksten beachteten Anleihenmanager.

Axa

Der größte französische Versicherer konkurriert mit der Allianz um die Marktführerschaft in Europa. Im Jahr 2010 beliefen sich die Einnahmen auf 91 Milliarden Euro. Der Gewinn sank um ein Viertel auf 2,75 Milliarden Euro, weil Sanierungsarbeiten nach der Finanzkrise das Ergebnis belasteten.

Generali

Der Marktführer in Italien ist traditionell stark im Geschäft mit Altersvorsorgeprodukten. 2010 flossen rund 73 Milliarden Euro in die Kassen, 1,7 Milliarden Euro verblieben als Gewinn.

Aviva

Die britische Gruppe konzentriert sich in Europa neben dem Heimatmarkt auf weitere sieben Märkte: Frankreich, Spanien, Italien, Polen, Irland, die Türkei und Russland. Die Einnahmen beliefen sich 2010 auf mehr als 50 Milliarden Euro. Rund zwei Milliarden Euro verdiente der Konzern.

Zurich Financial

Längst ist der Versicherer über die Schweiz hinaus gewachsen. International ist die in Dollar bilanzierende Gruppe ein direkter Konkurrent von Allianz und Axa. 2010 flossen umgerechnet 49 Milliarden Euro in das Unternehmen, über zwei Milliarden Euro betrug der Gewinn unter dem Strich.

Munich Re

Der weltgrößte Rückversicherer hat zwei Standbeine: Das Geschäft mit anderen Versicherern sowie das Privatkundengeschäft, das vor allem über die Tochter Ergo läuft. Mehr als 45 Milliarden Euro an Prämien flossen 2010 in die Kasse, dabei verblieb ein Gewinn von rund 2,4 Milliarden Euro.

CNP

Der Versicherer ist in Frankreich führend im Verkauf von Lebensversicherungen. 33 Milliarden Euro an Prämien fließen im Jahr hinein, eine Milliarde Euro Gewinn zieht der Konzern daraus.

Credit Agricole

Die französische Bank ist auch im Versicherungsgeschäft stark. Die Einnahmen der Sparte belaufe sich im Jahr auf rund 29 Milliarden Euro.

ING

Die Versicherungssparte des Finanzkonzerns soll abgespalten und an der Börse verkauft werden. Im vergangenen Jahr trug der Bereich rund 28 Milliarden zu den Einnahmen bei. Wegen Altlasten im Zusammenhang mit der Finanzkrise ist der Bereich nicht sehr profitabel.

Prudential

Der britische Konzern ist vor allem in Asien stark präsent. 2010 beliefen sich die Prämieneinnahmen auf umgerechnet 27 Milliarden Euro. Mehr als 1,6 Milliarden Euro Gewinn wies die Gruppe aus.

Sind deutsche Häuser und Betriebe angesichts solcher Erwartungen überhaupt noch zu angemessen zu schützen? „Ja, trotz stark steigender Schäden. Deutschland bleibt versicherbar“, sagte Hauner. „Unser aktualisiertes Simulationsmodell zur Einschätzung von Hochwasserrisiken ist derart präzise, dass 99 Prozent aller Häuser problemlos vom Schreibtisch aus versichert werden können“, versicherte Hoenen. Aber, so der GDV: „Versicherungsschutz wird teurer“. Dabei gelte jedoch: Erst steigen die Schäden, dann die Prämien.

Kommentare (4)

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sterbende_demokratie

17.11.2011, 11:10 Uhr

Klimawandel = Klimalüge!

Die "moderne" Religion der gläubigen Dummen.
Ein Lizenz zum Geld drucken für die cleveren.

Tertulian

17.11.2011, 14:08 Uhr

"Versicherer entdecken Klimawandel als Prämienquelle"?
Die haben, bitte schön, den "Klimawandel" bereits VOR seiner Erfindung als Kilo-Mega-Giga-Terra-Obergewinnquelle "entdeckt" (das Perpetuum mobile mit Energiegewinn: mehr Propaganda = mehr Abzocke = noch mehr Geld = noch mehr Propaganda usw. haben sie nicht entdeckt, es lag bereits vor).

Entdeckt haben sie, u.a., die "Pflichtversicherung" (die größte Entdeckung seit Amerika) und die korrupten Politiker (sie lagen ebenfalls vor).

Erfunden haben sie den IPCC, den WWF und, freilich, den (aüßerst lukrativen) "Klimawandel". (Die diesbezügliche Ent-Deckung hier: http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/tony-thomas/ipcc-pseudo-klima-wissenschaft-wie-der-wwf-das-ipcc-unterwandert.html)

Die Kreditausfallsversicherung für Griechenland gilt hingegen als weniger hoch geschätzte Erfindung.

Tertulian

17.11.2011, 14:31 Uhr

Noch was: der Zeitpunkt dieser "Entdeckung" läßt sich ebenfalls relativ einfach eifach ... entdecken: http://www.youtube.com/watch?v=J4SJx91-5TM&feature=player_embedded#!

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