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08.12.2016

15:04 Uhr

Gesetzliche Krankenkassen

Finanzlage verbessert sich

Gute Nachrichten für die gesetzlichen Krankenversicherer: Weil unter anderem die Ausgaben je Versicherten in diesem Jahr eher moderat gestiegen sind, konnten die gesetzlichen Krankenkassen ihre Finanzlage verbessern.

Die gesetzliche Krankenversicherung verfügt einer Sprecherin zufolge über Finanzreserven von über 22 Milliarden Euro. dpa

Die gesetzlichen Krankenassen

Die gesetzliche Krankenversicherung verfügt einer Sprecherin zufolge über Finanzreserven von über 22 Milliarden Euro.

BerlinDie Finanzsituation der gesetzlichen Krankenversicherung verbessert sich weiter. In diesem Jahr erwirtschafteten die 117 Kassen bis Ende September bereits einen Finanzüberschuss von 1,55 Milliarden Euro, wie das Bundesgesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. Sie konnten damit ihr Plus zum Halbjahr von 589 Millionen Euro im dritten Quartal fast verdreifachen. In den ersten neun Monaten des Vorjahres hatten die Kassen noch ein Defizit von 359 Millionen Euro eingefahren. Das Ministerium erwartet einen weiter steigenden Überschuss bis Jahresende.

Inklusive der Rücklagen im Gesundheitsfonds verfügt die gesetzliche Krankenversicherung über Finanzreserven von mehr als 22 Milliarden Euro, wie eine Sprecherin sagte. Allein bei den 117 Kassen sind es gut 16 Milliarden Euro.

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Im Oktober war bereits der Schätzerkreis davon ausgegangen, dass aufgrund der guten Finanzlage die Zusatzbeiträge für die gesetzlich Versicherten im nächsten Jahr im Schnitt konstant bei rund 1,1 Prozent bleiben können. Sie kommen auf den allgemeinen Beitrag von 14,6 Prozent oben drauf, den sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen. Gleichwohl gehen die Krankenkassen von steigenden Beiträgen ab dem Jahr 2018 aus.

Als ein Grund für die entspannte Finanzsituation gilt neben erhöhten Einnahmen dank der guten Konjunktur die eher moderate Ausgabensteigerung je Versichertem um 3,2 Prozent. Dies sei der niedrigste Anstieg seit 2012, teilte das Ministerium mit. Er liegt deutlich unterhalb des Zuwachses, den der Schätzerkreis im Oktober vergangenen Jahres für 2016 prognostiziert hatte. Bei Arzneimitteln betrug er 2,8 Prozent.

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Den größten Finanzüberschuss erzielten die Ersatzkassen mit den Marktführern TK und Barmer GEK. Ihr Überschuss lag nach den ersten drei Quartalen bei rund 757 Millionen Euro. Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) lagen mit 559 Millionen Euro, die Betriebskrankenkassen (BKK) mit 91 Millionen Euro, die Knappschaft-Bahn-See mit 125 Millionen und die landwirtschaftliche Krankenversicherung mit 26 Millionen Euro im Plus. Die Innungskrankenkassen (IKK) wiesen ein leichtes Defizit von sieben Millionen Euro aus.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe sagte, die guten Zahlen zeigten, dass die Regierung bei den Verbesserungen für Patienten in dieser Wahlperiode mit Augenmaß vorgegangen sei. Der Sprecher des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung, Florian Lanz, mahnte allerdings, die erfreulichen Finanzergebnisse dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Einnahmen der Kassen 2017 ohne die geplanten Sonderzahlungen deutlich unter den Ausgaben liegen würden. Die Koalition hat beschlossen, dass die Kassen im nächsten Jahr einmalig 1,5 Milliarden Euro aus den Fonds-Reserven erhalten, um etwa die Kosten für Flüchtlinge abzufedern.

Lanz sagte, die relativ gute Einnahmesituation sei vor allem den historisch hohen Beschäftigungszahlen zu verdanken. Für die nächsten Jahre rechnet der Verband damit, dass die verschiedenen Gesetze der vergangenen Jahre zu höheren Ausgaben führen werden.

Von

rtr

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