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17.03.2011

15:02 Uhr

Gesundheit

Barmer-Chefin Fischer verdoppelt Einkommen

VonThomas Schmitt

Für Birgit Fischer dürfte sich der Wechsel zum Verband forschender Arzneimittelhersteller lohnen: Als Pharmalobbyistin verdient sie künftig deutlich mehr.

Birgit Fischer kann sich über einen Gehaltssprung freuen. Quelle: dpa

Birgit Fischer kann sich über einen Gehaltssprung freuen.

FrankurtDie bisherige Vorstandsvorsitzende der größten deutschen Krankenkasse, Barmer GEK, werde ihr Jahreseinkommen durch den Wechsel zum Verband forschender Arzneimittelhersteller (VFA) wohl mehr als verdoppeln, schreibt der Branchenkenner Wolfgang Lange im Fachdienst A+S. Pharmakreise sprächen von 440.000 Euro pro Jahr. Der Verband schließe normalerweise Fünf-Jahres-Verträge ab. Mit 62 Jahren könne sich Fischer dann im Jahr 2015 beruhigt in den Ruhestand verabschieden. Bisher verdient sie nach Angaben der Barmer GEK 202.000 Euro im Jahr.

Der Wechsel der SPD-Politikerin habe in Berlin großes Erstaunen ausgelöst, schreibt Lange weiter. Denn die ehemalige NRW-Gesundheitsministerin und überzeugte Gewerkschafterin sei seit 2001 und aktuell immer noch Mitglied des SPD-Parteivorstandes. Der Weggang Fischers habe ein gewisses „Geschmäckle“, meinten Entscheidungsträger auf dem abendlichen Jahresempfang der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Viele verstehen nicht, warum die Arzneimittelhersteller eine Politikerin auswählten, die bisher nicht als pharmafreundlich galt. Eine der Hauptaufgaben von Frau Fischer ist es nun, das Image des Verbandes bei den politischen Entscheidungsträgern zu verbessern.

In einem der A+S-Redaktion vorliegenden Mitarbeiterrundschreiben vom 17. März 2011 erklärte Birgit Fischer, dass ihr der Entschluss „sehr schwer gefallen“ sei. Aber sie nehme den Wechsel vor „in der Gewissheit und mit der Überzeugung, in einer anderen Funktion ebenfalls wichtige Aufgaben zu übernehmen, die für die zukünftige Entwicklung des Gesundheitswesens in Deutschland von großer Bedeutung sein werden.“

Kommentare (6)

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dullhermchen

18.03.2011, 08:40 Uhr

Klasse! Und die Pharmareferenten verlieren unter Bundeskanzler Schröder ihren Job!

leekfield

18.03.2011, 08:46 Uhr

Warum wunder ich mich überhaupt ? Sprich das Verhalten von Frau Fischer nicht dafür,
dass etliche, sowohl wirtschaftlichTätige als auch und besonders politisch Verantwort-
liche des schnöden Mammons wegen fast jedes Feingefühl und Verantwortung vermis-
sen lassen. Wähler, beginnt endlich mit dem Denken !
Leekfield

doktorchen

18.03.2011, 12:40 Uhr

"Viele verstehen nicht, warum die Arzneimittelhersteller eine Politikerin auswählten, die bisher nicht als pharmafreundlich galt."
Na, das ist wohl klar wie Klärchen:
Die sind ja nicht blöd beim VFA.
Die rechnen damit, dass Frau Fischers Genossen bei der nächsten BTW wieder in Amt und Würden gehievt werden und dann sogar wieder die Richtlinien der Politik bestimmem werden...
Da ist es doch sehr folgerichtig, schon mal entsprechende Connections zu schaffen und Lobbyisten zu positionieren, dahin, wo man sie braucht.
UB

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