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19.01.2013

04:25 Uhr

Gesundheitswesen

Ärzte und Krankenkassen streiten um falsche Abrechnungen

Immer mehr Krankenhausabrechnungen seien falsch, klagen die Krankenkassen in einem bisher unveröffentlichten Bericht. Fast die Hälfte der Kliniken rechneten falsch ab. Die Ärzte wehren sich gegen die Vorwürfe.

Krankenkassen beanstanden fast jede zweite Abrechnung von Kliniken. dpa

Krankenkassen beanstanden fast jede zweite Abrechnung von Kliniken.

Passau/BerlinDie Krankenkassen beanstanden nach einem Zeitungsbericht fast jede zweite Krankenhausabrechnung. Dies gehe aus dem noch unveröffentlichten Bericht des Spitzenverbandes der Krankenkassen zur Korruption im Gesundheitswesen hervor, berichtet die Düsseldorfer „Rheinische Post“.

Nach Überprüfungen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen sei der Anteil der Kliniken, die falsch abrechneten in den vergangenen Jahren stark gestiegen. 2006 habe er bei 35 Prozent gelegen, 2010 bereits bei 45,6 Prozent.

Der Medizinische Dienst prüft der Zeitung zufolge jeweils 10 bis 12 Prozent aller Krankenhausabrechnungen. Die Ärzte verteidigen sich gegen den Berich in der „Passauer Neuen Presse“ laut Vorabbericht. „Man darf Verdachtsfälle nicht mit abgeurteilten Fällen verwechseln“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Frank-Ulrich Montgomery der Zeitung.

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Er wies auf die rückläufige Zahl von Abrechnungsbetrügereien im Gesundheitswesen hin, die in der polizeilichen Kriminalstatistik erfasst wird. So sei die Zahl im Jahr 2011 auf 2.876 Fälle gesunken - 40 Prozent weniger als zwei Jahre zuvor. „Ärzte sind für klare Regeln, sie wollen nicht im Ruch des Betrugs oder der Korruption stehen“, versicherte Montgomery.

Die gesetzlichen Krankenkassen haben in den Jahren 2010 und 2011 rund 53.000 Fälle von Fehlverhalten von Ärzten, Apothekern, Krankenhäusern und anderen Dienstleistern aus dem Gesundheitsbereich verfolgt. In 2.600 Fällen sei die Staatsanwaltschaft unterrichtet worden, bestätigte der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) am Freitag in Berlin auf dapd-Anfrage.

Auch der Gesundheitsexperte der Unionsfraktion, Jens Spahn hat sich in die Diskussion eingeschaltet. Spahn hat sich in den Dortmunder „Ruhr Nachrichten“ dafür ausgesprochen, den Ärzteorganisationen regelmäßiger Korruptionsberichte abzuverlangen. Die Krankenkassen haben dies erstmals getan, wie am Donnerstag bekanntwurde. „Wir sollten Ärztekammern und Kassenärztliche Vereinigung gesetzlich dazu verpflichten, ihrerseits spätestens alle zwei Jahre einen Bericht über Fehlverhalten und ihre Verfahren vorzulegen.“

Kommentare (11)

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19.01.2013, 09:03 Uhr

Ohne die Ärzte in Schutz nehmen zu wollen, aber müssen die Krankenkassen nicht erst einmal bei sich selber anfangen? Brauchen wir über 200 Krankenkassen mit genauso vielen Vorständen und deren Anhang welche sich selber Privilegien genehmigen? Ein Kasse wäre doch ausreichen. Die wäre m.E. billiger weil die kostengünstiger arbeiten könnte und Kontrollen leichter durchzuführen wären.

Baerbel

19.01.2013, 09:44 Uhr

@wolfgang Press
Wir brauchen kein aufgeblähtes Krankenkassen System, da gebe ich ihnen schon Recht.

Möglicher Abrechnungsbetrug geht immer zu Lasten des Versicherten, und gagegen sollte rigoros vorgegangen werden.

esboern

19.01.2013, 10:29 Uhr

Das Betrugssystem im Gesundheitssystem ist von unseren 4 etablierten Parteien installiert u. so gewünscht, so kann der Steuerzahler ausgeutet werden bis zum geht nicht mehr. Die Pharmaindustrie u. die Staatskasse haben ihren Selbstbedienungsladen u. der Beitragszahler wird abgezockt bis zur Armutsgrenze

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