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22.03.2011

21:05 Uhr

Gewinnziel kassiert

Japan-Katastrophe trifft Münchener Rück besonders hart

Die Japan-Katastrophe kommt die Versicherer teuer zu stehen. Experten rechnen bislang mit Schäden bis zu 35 Milliarden Dollar, die auf die Assekuranzen zurollen. Besonders hart trifft es die deutsche Münchener Rück.

Die Katastrophe in Japan belastet die Münchener Rück besonders stark. Quelle: dpa

Die Katastrophe in Japan belastet die Münchener Rück besonders stark.

Das verheerende Erdbeben in Japan und der dadurch ausgelöste Tsunami kosten die Münchener Rück voraussichtlich 1,5 Milliarden Euro und damit wesentlich mehr als die Konkurrenz. "Das Gewinnziel von rund 2,4 Milliarden Euro für das Geschäftsjahr 2011 kann daher nicht mehr aufrecht erhalten werden", teilte der weltgrößte Rückversicherer am Dienstag mit. Damit hatten Branchenexperten unmittelbar nach der Katastrophe in Japan am 11. März ohnehin schon gerechnet.

Hinter dem Gewinnziel hatte bereits zu Beginn des Jahres ein großes Fragezeichen gestanden. Die schweren Überschwemmungen und Erdbeben in Australien und Neuseeland hatten 1,1 Milliarden Euro aufgezehrt. Das waren gut zwei Drittel der Summe, die Münchener Rück im gesamten Jahr 2010 für Naturkatastrophen aufwenden musste.

Bei der Bilanzpressekonferenz Anfang März hatte Münchener-Rück-Chef Nikolaus von Bomhard das Ziel noch nicht aufgeben wollen. Im weiteren Jahresverlauf müssten die Großschäden jedoch unter den Erwartungen bleiben, räumte er ein. Diese Hoffnung wurde am 11. März zunichte gemacht. Wegen des Ausmaßes der Zerstörungen, möglicher weiterer Nachbeben und schwieriger Aufräumarbeiten werde es allerdings noch viele Wochen dauern, bis alle Schäden erfasst seien und die Schadensmeldungen der japanischen Erstversicherer vorlägen, teilte der Versicherer mit.

Weitere Unsicherheiten ergäben sich in Folge der Auswirkungen von Betriebsunterbrechungen bei japanischen Industrieproduzenten. Die Unfälle im Atomkraftwerk Fukushima würden dagegen die private Versicherungswirtschaft nicht signifikant treffen. Die Meiler sind in der Regel nicht gegen Erdbeben und deren Folgen versichert.

Die Münchener Rück betonte, es handele sich bei den 1,5 Milliarden Euro vor Steuern und nach dem Transfer von Risiken an andere Versicherer und Investoren um eine Schätzung, die allein auf Modellierungen beruhe. Es werde noch Wochen dauern, bis das genaue Ausmaß klar sei. Zum Vergleich: Der Erzrivale Swiss Re rechnet mit einer Belastung von 1,2 Milliarden Dollar, umgerechnet derzeit knapp 850 Millionen Euro. Von der Hannover Rück sind noch keine Zahlen bekannt. Auch hier rechnen Analysten damit, dass das Gewinnziel von 650 Millionen Euro zurückgezogen werden muss.

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