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09.12.2011

16:46 Uhr

Griechenland

Talanx will nicht auf Forderungen verzichten

Der drittgrößte deutsche Versicherer, die Talanx-Gruppe, will sich nicht an dem geplanten Schuldenschnitt für Griechenland beteiligen. Der Konzern begründet das mit seiner Verantwortung gegenüber den Aktionären und Kunden.

Talanx-Zentrale in Hannover: Der Konzern will nicht auf Forderungen verzichten. dpa

Talanx-Zentrale in Hannover: Der Konzern will nicht auf Forderungen verzichten.

Hannover„An der jetzt geplanten Gläubigerbeteiligung werden wir uns nicht beteiligen“, sagte Talanx-Chef Herbert Haas im Interview mit der „Welt“ vom Samstag. „Warum sollte ich freiwillig auf etwas verzichten?“ Die EU hatte mit dem Internationalen Bankenverband im Oktober einen Schuldenschnitt vereinbart, der die Pleite Griechenlands verhindern soll. Die privaten Geldgeber sollen demnach „freiwillig“ auf die Hälfte ihrer Forderungen an Griechenland verzichten. Dazu sollen die Gläubiger ihre Anleihen im Januar in neue Anleihen umtauschen. Das entspricht rund 100 Milliarden Euro.

Haas begründete seine Weigerung mit seiner Verantwortung gegenüber Aktionären und Kunden: „Es geht hier ja nicht nur um das Unternehmen und seine Eigentümer, sondern auch um unsere Lebensversicherungs-Kunden.“ Ein freiwilliger Verzicht schmälere die Verzinsung für deren Policen. „Ich würde also auf Geld verzichten, das anderen gehört.“ Er sehe aber einen „politischen Druck“ auf Unternehmen, sich am Schuldenschnitt zu beteiligen.

Talanx gehören etwa der Rückversicherer Hannover Rück oder die Versicherungen HDI-Gerling und Neue Leben. Weltweit hat die Gruppe rund 17.000 Beschäftigte. Griechische Staatsanleihen hat sie nur in einem vergleichsweise geringen Maß gekauft: Die Schuldpapiere haben einen Nominalwert von 15 Millionen Euro. Der Konzern bewertet sie aber nur noch mit sechs Millionen Euro - neun Millionen Euro hat er auf die Anleihen also abgeschrieben.

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Kommentare (9)

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baeumchen

09.12.2011, 17:12 Uhr

In erster Linie sollte das Management die Verantwortung dafür übernehmen, das Geld überhaupt falsch investiert zu haben.

Account gelöscht!

09.12.2011, 18:13 Uhr

Wieso soll ein Konzern auf seine Forderungen verzichten? Damit die ganzen griechischen Beamten auf nichts verzichten müssen? Richtig so! Harte Linie gegen diese Schmarotzer.

Haustechniker

09.12.2011, 19:38 Uhr

Wenn es so einfach wäre.
Wer in Wertpapiere investiert weiß das es auch zum Verlust kommen kann. In der Vergangenheit sind auch Staaten immer wieder zahlungsunfähig geworden.
Und jetzt zu sagen, ich habe falsch investiert, aber nehme die Schuld nicht auf mich und meine Mitarbeiter, sondern würde gerne diese Verluste auf die Kunden und den Steuerzahler verteilen, der macht es sich ein bisschen zu einfach.
Banken und Versicherungen dürften wenn es nach mir geht mit ihrem Geld zocken und nicht mit Kundengeldern, denn die Gewinne werden ja auch nicht an Kunden und den Steuerzahler verteilt sondern als Boni an die eigenen MA ausgeschüttet.
Das ist kein gerechtes System.

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