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09.07.2014

12:55 Uhr

Halbjahresbilanz

Weltweit weniger Schäden durch Katastrophen

Die Schäden durch Unwetter bleiben weltweit deutlich unter dem Durchschnittswert: Trotz eines strengen Winters in den USA richteten Unwetter im ersten Halbjahr nicht mal die Hälfte der erwarteten Kosten an.

Ein vom Sturm abgedecktes Dach: Schäden durch Unwetter und Katastrophen nicht aus. dpa

Ein vom Sturm abgedecktes Dach: Schäden durch Unwetter und Katastrophen nicht aus.

FrankfurtTrotz der Überschwemmungen auf dem Balkan und des Sturms über Mitteleuropa haben Naturkatastrophen im ersten Halbjahr weltweit relativ geringen Schaden angerichtet. Mit 42 Milliarden Dollar blieben die wirtschaftlichen Schäden deutlich unter dem Durchschnittswert der vergangenen zehn Jahre von 95 Milliarden Dollar, wie die Munich Re in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Schadenbericht feststellte.

Davon müssten Versicherer 17 Milliarden Dollar - gut 40 Prozent - bezahlen, acht Milliarden Dollar weniger als der Durchschnitt. Die größten Schäden verursachten Schneestürme in der japanischen Hauptstadt Tokio, die Überschwemmungen in den Balkan-Ländern im Mai, und zuletzt das Sturmtief „Ela“, das an Pfingsten über Frankreich, Belgien und Nordrhein-Westfalen hinweggezogen war.

„Es ist natürlich gut, dass die Naturkatastrophen zuletzt relativ glimpflich verliefen“, sagte Münchener-Rück-Vorstand Torsten Jeworrek. „Aber man darf nicht vergessen, dass sich die Risikolage insgesamt nicht verändert hat.“ Im zweiten Halbjahr werde die Klimaerscheinung „El Nino“ zunehmend die Witterung in vielen Teilen der Welt bestimmen. In den USA steige das Risiko für Tornados, über dem Nordwestpazifik könnten sich Taifune bilden. Insgesamt kamen im ersten Halbjahr 2700 Menschen durch Unwetter ums Leben, im Zehn-Jahres-Durchschnitt sind es 53.000.

Bilanz 2013: Naturkatastrophen richten Millionenschäden an

Weniger Schäden...

Die durch Naturkatastrophen, Unglücke und Unfälle verursachten Kosten sind 2013 nach Angaben des Rückversicherers Swiss Re wieder gesunken. Der wirtschaftliche Gesamtschaden lag nach einer vorläufigen Studie bei 130 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Drittel weniger als 2012, dem drittteuersten Schadensjahr in der Geschichte. Versichert waren allerdings nur 44 Milliarden Dollar.

... aber mehr Tote

Die Zahl der Todesopfer durch Katastrophen stieg 2013 allerdings deutlich: Die Katastrophen forderten insgesamt etwa 25.000 Menschenleben, im Vorjahr waren es rund 14.000. Vor allem der Taifun Haiyan auf den Philippinen kostete viele Menschenleben.

Überflutungen in Europa...

Mehrere Überflutungen verursachten hohe Schäden. Die Überschwemmungen in weiten Teilen Zentral- und Osteuropas im Juni etwa schlugen mit 18 Milliarden Dollar zu Buche, wovon die Versicherungsbranche 4 Milliarden Dollar trug. Nach Einschätzung der Swiss Re handelt es sich um die teuerste Katastrophe des Jahres 2013.

... und im Rest der Welt

Auch in der kanadischen Provinz Alberta traten Wasser über die Ufer und verursachten 2 Milliarden Dollar Versicherungsschäden – Platz 3 in der Swiss-Re-Statistik. Auch in Australien, Indien, China, Indonesien, im südlichen Afrika und in Argentinien kam es 2013 zu schweren Regenfällen und Überflutungen.

Hagel und Stürme in Europa

Diverse Stürme richteten in Europa schwere Schäden an. So fegte der Hagelsturm Andreas im Juli über Deutschland und Frankreich hinweg, die versicherten Schäden beziffert die Swiss Re auf 3,8 Milliarden Dollar – die zweitteuerste Katastrophe des Jahres. Sturmtief Christian richtete in Zentral- und Nordeuropa Versicherungsschäden von mehr als 2,7 Milliarden Dollar an (1,4 Milliarden Dollar Versicherungsschaden). Auch der Anfang Dezember tobende Orkan Xaver war teuer: mehr als 1,4 Milliarde Dollar versicherte Schäden.

Milde Hurrikan-Saison

Die Hurrikan-Saison in den USA fiel 2013 vergleichsweise mild aus, dafür kann es im Frühling und Herbst zu schweren Gewittern und Tornados. Die Schäden summieren sich auf mehrere Milliarden Dollar.

Den größten Schaden richteten Schneestürme in Japan an: Schneefälle von bis zu einem Meter waren extrem ungewöhnlich für die Region, es kam zu zahlreichen Unfällen, Dächer stürzten unter der Schneelast zusammen, der Verkehr kam zum Erliegen . Von den fünf Milliarden Dollar an wirtschaftlichen Schäden müssen die Versicherer etwa die Hälfte tragen. Das Hochwasser in Serbien und Bosnien-Herzegowina war mit vier Milliarden Euro die weltweit zweitteuerste Naturkatastrophe im ersten Halbjahr. Allerdings müssen die Versicherer nach ersten Schätzungen lediglich rund 100 Millionen Dollar bezahlen - nur wenige Häuser, Straßen und Brücken waren gegen Überschwemmung versichert.

Der Sommersturm „Ela“ war an Pfingsten mit Orkanböen und Hagel über das Land gezogen und hatte in Frankreich, Belgien und Deutschland Schäden in der Größenordnung von 3,1 Milliarden Dollar gebracht. Rund 1,2 Milliarden Dollar davon entfielen auf Deutschland. In den USA wurde das Wirtschaftsleben durch den harten Winter teilweise lahmgelegt. Hier entstanden Schäden von 2,5 Milliarden Dollar.

Von

rtr

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