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18.05.2011

07:18 Uhr

Handelsblatt Exklusiv

Innungs-Krankenkassen peilen Großfusion an

VonThomas Schmitt

Es wäre eine Großfusion zu einer Krankenkasse mit 3,5 Millionen Versicherten - und sie wird wieder wahrscheinlicher: Die IKK Classic will offenbar nun doch mit der Vereinigte IKK fusionieren. Doch noch gibt es Hürden.

Schild der Düsseldorfer Innungskrankenkasse "Vereinigte IKK". Quelle: dpa

Schild der Düsseldorfer Innungskrankenkasse "Vereinigte IKK".

Düsseldorf

Die IKK Classic will offenbar nun doch mit der Vereinigte IKK fusionieren. Entsprechende Informationen aus Branchenkreisen bestätigte Michael Förstermann, der Sprecher der IKK Classic, gegenüber dem Handelsblatt. Beide Innnungskrankenkassen (IKK) hätten zusammen mehr als 3,5 Millionen Versicherte und würden zur sechstgrößten deutschen Krankenkasse aufsteigen. Ein erster Fusionsversuch im März war an der IKK Classic gescheitert.

Der Verwaltungsrat der IKK Classic habe einstimmig beschlossen, dazu beizutragen, dass die Vereinigte IKK keinen Zusatzbeitrag erheben muss, sagte der Sprecher. Ob es am Ende auf eine "Strukturlösung", also einen Zusammenschluss, oder eine reine Finanzhilfe hinausläuft, ließ die Kasse noch offen. Das hängt auch von der Vereinigte IKK ab, deren Verwaltungsrat ein Fusionsangebot bestätigen muss.

"Wir wollen daran mitwirken, eine Lösung für die Innungskrankenkassen zu finden", sagte Förstermann. Die Entscheidung des Verwaltungsrates sei kein reiner Fusionsbeschluss. Denn die IKK will nur unter "bestimmten Voraussetzungen" in einen Zusammenschluss gehen. Dazu könnte nach Informationen aus Branchenkreisen gehören, dass der aktuelle Vorstand der Vereinigte IKK ins zweite Glied rückt. In jedem Fall ist die IKK Classic sicher, dass auch bei einer Fusion weiter gilt: Kein Zusatzbeitrag bis 2013. "Dabei bleibt es", sagte Förstermann.

Eine Großfusion zu einer Krankenkasse mit 3,5 Millionen Versicherten wird damit wieder wahrscheinlicher. Sie war Ende März zunächst gescheitert, weil sich der Verwaltungsrat der IKK Classic knapp gegen einen gemeinsamen Vorschlag der Kassenvorstände entschieden hatte. Die Hoffnung auf eine Großkasse hatte der Vorstandschef der Vereinigte IKK, Werner Terlohr, allerdings nie aufgegeben.

Dennoch ließ er seinen Verwaltungsrat am vergangenen Freitag einen Zusatzbeitrag von acht Euro beschließen. Definitiv werde dieser Beschluss aber erst am 5. Juli, sagte Terlohr. Bis dahin wolle die Krankenkasse mit 1,7 Millionen Versicherten wie bisher andere Auswege verfolgen, um ihre finanzielle Schieflage in den Griff zu bekommen: eine Fusion mit einer der sechs anderen Innungskrankenkassen (IKK) oder eine Hilfe aus dem IKK-Haftungsverbund.

Kommentare (1)

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wjt

22.05.2011, 23:56 Uhr

Wenn Terlohr meint, dass alle im IKK-System leiden, so ist er derjenige, der diesen Zustand durch seine Unfähigkeit herbeigeführt hat. Nun will er seinen Kopf aus der Schlinge retten und eine Großfusion. Hoffentlich ist er danach weg vom Fenster.

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