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23.10.2014

11:13 Uhr

Hannover Rück denkt an Aktienrückkäufe

„Zu viel faules Kapital“

Die Hannover Rück klagt über zu viel überschüssiges Geld. Mehr als eine Milliarde Euro liege faul herum. Der Vorstand überlegt, wie er das „Kapital nach unten managen“ kann. Davon könnten die Aktionäre profitieren.

Ulrich Wallin, Vorstandsvorsitzender der Hannover Rück, denkt über Aktienrückkäufe nach. dapd

Ulrich Wallin, Vorstandsvorsitzender der Hannover Rück, denkt über Aktienrückkäufe nach.

HannoverDie Hannover Rück will ihr überschüssiges Kapital zum Teil über Aktienrückkäufe an die Anteilseigner zurückgeben. „Wir haben zu viel faules Kapital herumliegen. (...) Wir werden unser Kapital nach unten managen“, sagte Vorstandschef Ulrich Wallin am Donnerstag auf einem Investorentag. „Dabei werden wir auch Aktienrückkäufe in Erwägung ziehen.“

An erster Stelle stünden aber Sonderdividenden. Der weltweit drittgrößte Rückversicherer habe schon jetzt mehr als eine Milliarde Euro zu viel Kapital, das er nicht sinnvoll für sein Kerngeschäft einsetzen könne, räumte Wallin ein.

Bilanz 2013: Naturkatastrophen richten Millionenschäden an

Weniger Schäden...

Die durch Naturkatastrophen, Unglücke und Unfälle verursachten Kosten sind 2013 nach Angaben des Rückversicherers Swiss Re wieder gesunken. Der wirtschaftliche Gesamtschaden lag nach einer vorläufigen Studie bei 130 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Drittel weniger als 2012, dem drittteuersten Schadensjahr in der Geschichte. Versichert waren allerdings nur 44 Milliarden Dollar.

... aber mehr Tote

Die Zahl der Todesopfer durch Katastrophen stieg 2013 allerdings deutlich: Die Katastrophen forderten insgesamt etwa 25.000 Menschenleben, im Vorjahr waren es rund 14.000. Vor allem der Taifun Haiyan auf den Philippinen kostete viele Menschenleben.

Überflutungen in Europa...

Mehrere Überflutungen verursachten hohe Schäden. Die Überschwemmungen in weiten Teilen Zentral- und Osteuropas im Juni etwa schlugen mit 18 Milliarden Dollar zu Buche, wovon die Versicherungsbranche 4 Milliarden Dollar trug. Nach Einschätzung der Swiss Re handelt es sich um die teuerste Katastrophe des Jahres 2013.

... und im Rest der Welt

Auch in der kanadischen Provinz Alberta traten Wasser über die Ufer und verursachten 2 Milliarden Dollar Versicherungsschäden – Platz 3 in der Swiss-Re-Statistik. Auch in Australien, Indien, China, Indonesien, im südlichen Afrika und in Argentinien kam es 2013 zu schweren Regenfällen und Überflutungen.

Hagel und Stürme in Europa

Diverse Stürme richteten in Europa schwere Schäden an. So fegte der Hagelsturm Andreas im Juli über Deutschland und Frankreich hinweg, die versicherten Schäden beziffert die Swiss Re auf 3,8 Milliarden Dollar – die zweitteuerste Katastrophe des Jahres. Sturmtief Christian richtete in Zentral- und Nordeuropa Versicherungsschäden von mehr als 2,7 Milliarden Dollar an (1,4 Milliarden Dollar Versicherungsschaden). Auch der Anfang Dezember tobende Orkan Xaver war teuer: mehr als 1,4 Milliarde Dollar versicherte Schäden.

Milde Hurrikan-Saison

Die Hurrikan-Saison in den USA fiel 2013 vergleichsweise mild aus, dafür kann es im Frühling und Herbst zu schweren Gewittern und Tornados. Die Schäden summieren sich auf mehrere Milliarden Dollar.

Geringe Katastrophenschäden und gute Geschäfte in der Personen-Rückversicherung hatten der Hannover Rück im zweiten Quartal zu mehr Gewinn verholfen. Unter dem Strich verdiente der weltweit drittgrößte Rückversicherer von April bis Juni 211,5 Millionen Euro und damit zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für das Gesamtjahr plant der Konzern einen Gewinn von rund 850 Millionen Euro ein.

Von

rtr

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