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21.06.2011

11:14 Uhr

Image aufpolieren

Jetzt erst recht: Ergo fährt Werbekampagne wieder an

Ergo hat mehr Geld denn je in eine Werbekampagne gesteckt, um die Marke bekannter zu machen. Nach dem Lustreisen-Skandal wurde sie gestoppt. Nun sollen die teuren Spots wieder starten - das Image der Ergo hat es nötig.

Die Ergo will wieder ihre Werbekampagne wieder starten. Quelle: dpa

Die Ergo will wieder ihre Werbekampagne wieder starten.

DüsseldorfLustreisen für verdiente Mitarbeiter, massenhaft falsch berechnete Riester-Verträge und eine Krisenkommunikation, die alles andere als ideal verlief: Das Image der Ergo hat zuletzt schwer gelitten.

Kurz nachdem das Handelsblatt erstmals über eine Sexreise zahlreicher Vertriebsleiter der damaligen Hamburg-Mannheimer International (HMI), brach eine "Skandalisierungswelle" los, wie PR-Strategen es nennen: Nicht nur die Boulevardmedien berichten über den Vorfall, sondern auch seriösere Medien greifen die boulevardesken Details auf.

Im Fernsehen war Ergo ein beliebtes Thema: TV-Entertainer wie Harald Schmidt und Stefan Raab spotteten über den Konzern. Auf der Onlineplattform Youtube tauchte eine Veralberung des Ergo-Werbespots auf. Im Original sagt der Protagonist: "Sollten wir uns nicht mal anfangen, uns auf Augenhöhe zu treffen?" In der Parodie heißt es zynisch: "Sollten wir uns nicht mal anfangen, uns auf Lendenhöhe zu treffen?"

Der im vergangenen Jahr mit viel PR-Getrommel begleitete Werbefeldzug der Ergo ("Versichern heißt verstehen"), der laut Marktforschungsunternehmen Nielsen rund 60 Millionen Euro verschlungen hat und für die dieses Jahr weitere 20 Millionen Euro ausgegeben werden sollten, wird allerorten durch den Kakao gezogen.

Denn das Kampagnenthema war: Transparenz und Vertrauen. Doch der Versicherer macht genau das Gegenteil von dem, was er an großflächigen Plakatwänden und in ästhetischen Werbespots propagiert: Er deckt bislang wenig auf und verliert zusehends das Vertrauen der Öffentlichkeit. Wie kontraproduktiv die Reklame auf die Krisen-PR-Arbeit wirkt, merkte schließlich auch Ergo - und stoppte die Werbekampagne vorerst.

Kommentare (6)

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LugUndTrug

21.06.2011, 10:57 Uhr

Lustreisen, Falschberatung, Abzocke. Das sind lediglich Symptome eines unseriösen Vertriebssystems für ein Schneeballsystem namens Kapitallebensversicherung. Lange Jahre durch steuerliche Bevorzugung staatlich gefördert wurde dieses intransparente, unflexible und renditeschwache Finanz-Produkt zu einer der beliebtesten Sparformen der Deutschen. Statt Herrn Kaiser ständig neue Kleider zu nähen, sollte endlich die mehrfach angekündigte Transparenzoffensive starten. Mein Rat an Herrn Kaiser: "runter mit der Hose, denn mit Software wie KLV-Check kann ich heute sowieso alles sehen" ;-)

Milymeter

21.06.2011, 11:29 Uhr

Och Kinder, nun lasst doch mal die arme Ergo in Ruhe. Habt ihr eine persoenliche Vendetta gegen die oder seid ihr nur "short" Munich Re Aktien? So interessant sind diese ganzen "Skandale" nun auch nicht, dass man wochenlang darueber berichten muss...

Account gelöscht!

21.06.2011, 12:30 Uhr

Sex sells. Ist mir eigentlich völlig egeal, für was die ihre Prämien ausschütten. Verkauft sich eben nur besser in der Zeitung. Huren werden von allen großen Konzernen bezahlt. 4oo,--€ für die Flasche und mindestens 3oo,--€ für das Mädel zahlen keine Lehrer. Selbst der gute Gini von der Zeit brauchte "Feuchtgebiete"

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