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24.06.2011

15:49 Uhr

Insolvenz

Mitarbeiter klagen gegen Kündigung

Nach der Pleite der Krankenkasse wollen viele Mitarbeiter vor das Arbeitsgericht. Noch haben 35.000 Versicherte keine neue Kasse.

Noch immer haben Versicherte der City BKK keine neue Kasse gefunden. Quelle: dapd

Noch immer haben Versicherte der City BKK keine neue Kasse gefunden.

StuttgartNach der Pleite der City BKK wollen viele Berliner Mitarbeiter der Krankenkasse Kündigungen nicht kampflos hinnehmen. Beim Arbeitsgericht Berlin seien bisher mehr als 250 Klagen eingereicht worden, teilte das Gericht am Freitag mit. In vielen Verfahren sei es bereits zu Güteverhandlungen kommen. Zu gütlichen Einigungen habe das bisher aber nicht geführt. Nun gibt es Pläne, nicht jedes Verfahren einzeln zu betreiben. Da viele Kläger von denselben Anwälten oder Prozessbevollmächtigten vertreten werden, wollen sie sich auf Musterverfahren einigen. Das Ergebnis dieser Verhandlungen könnte dann auf ähnliche Fälle übertragen werden.

Von der Schließung der Kasse zum 1. Juli waren rund 168.000 Versicherte betroffen, die sich - teilweise unter großen Schwierigkeiten - eine neue Krankenkasse suchen mussten. Allein in Berlin traf der Wechsel rund 80.000 Versicherte. Manche mussten stundenlang bei den Zweigstellen anderer Kassen für eine Aufnahme anstehen. Noch immer haben 35.000 Versicherte keine neue Krankenkasse gefunden. Sie sollen in einer Übergangskasse untergebracht werden. Die „City BKK in Abwicklung“ werde bis zu drei Monate lang Behandlungskosten verauslagen und später mit der neuen Krankenkasse abrechnen, erklärte ein Sprecher der Versicherung am Freitag und bestätigte einen Bericht der „Bild“-Zeitung.

Für die rund 400 Mitarbeiter der City BKK endet mit der Pleite aber auch ihr Arbeitsverhältnis. Davon arbeiten rund 200 in Berlin. Mitarbeiter mit kündbaren Verträgen müssen sich nach Angaben der City BKK zum 1. Juli einen neuen Job suchen. Doch auch unkündbare Verträge bieten nach Angaben des Arbeitsgerichts keine Sicherheit. Sie könnten außerordentlich aus einem wichtigen Grund beendet werden, erläuterte ein Sprecher am Freitag.

Die City BKK ging am 1. Januar 2004 aus der Fusion der Betriebskrankenkasse des Landes Berlin und der Betriebskrankenkasse Hamburg hervor. Durch die weitere Fusion mit der BKK Bauknecht und BeneVitaBKK kam 2005 der Standort Stuttgart hinzu.


Von

dpa

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