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10.01.2012

15:46 Uhr

IPO-Beratung

Deutsche Bank hilft Talanx beim Börsengang

VonMichael Detering

Die drittgrößte deutsche Versicherungsgruppe macht sich fit für den Kapitalmarkt - und setzt dabei auf die Hilfe des Frankfurter Institutes. Die Pläne für einen Börsengang werden offenbar konkreter.

Konzernzentrale von Talanx in Europa. dapd

Konzernzentrale von Talanx in Europa.

Die Pläne von Talanx für einen Börsengang in diesem Jahr werden konkreter. Die drittgrößte deutsche Versicherungsgruppe hat auch die Deutsche Bank zu einem Konsortialführer ernannt, bestätigten Finanzkreise einen entsprechenden Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg. Deutschlands Spitzeninstitut soll helfen, den Börsengang (IPO) vorzubereiten. Die Investmentbank Rothschild wurde laut Bloomberg bereits im April als IPO-Berater eingeschaltet, zu einem späteren Zeitpunkt sollen noch weitere Konsortialbanken beauftragt werden. Der Börsengang solle frühestens im zweiten Quartal stattfinden.
Eine Talanx-Sprecherin wollte die Berichte nicht kommentieren.

Der Konzern könnte sich über die Aktienemission eine Milliarde Euro beschaffen, vermuten Experten. Das wäre die größte Neuemission seit 2007, als der Hamburger Hafenbetreiber HHLA 2007 an die Börse ging. Der Erlös aus dem IPO könnte bei der internationalen Expansion helfen.

"Talanx könnte nächstes Jahr an die Börse gehen", hatte Talanx-Chef Herbert Haas im vergangenen Frühjahr in einem Interview gesagt. "Es ist richtig, dass ein Börsengang nach wie vor eine Option ist", bestätigte nun noch einmal die Sprecherin. Berichte über einen bevorstehenden Börsengang bei Talanx gibt es allerdings bereits seit über 15 Jahren. Einige Branchenexperten zweifeln, dass das Vorhaben ausgerechnet jetzt klappt. An den Kapitalmärkten ist die Stimmung nach wie vor wegen der Schuldenkrise schlecht, viele Versicherer werden deutlich unter Buchwert gehandelt. Kein attraktives Umfeld für eine Neuemission.

Klar ist: Talanx macht sich zumindest schon mal fit für den Kapitalmarkt. Der Konzern hatte nach der Übernahme des Industrieversicherers Gerling zunächst harte Einschnitte vermieden und zu wenig Synergien gehoben. Im Sommer kündigte der Konzern dann an, dass die Verwaltungskosten im Geschäft mit Privatkunden und kleinen Unternehmen um 245 Millionen Euro gesenkt werden sollen. Auch Arbeitsplätze sollen dabei wegfallen, in welchem Umfang ist noch nicht klar.

Die Bemühungen, das Ergebnis zu steigern, tragen bereits Früchte: In den ersten drei Quartalen 2011 stieg das Konzernergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 184 Prozent auf 329 Millionen Euro.

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