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10.10.2014

17:41 Uhr

„Jahr der Naturgewalten“

Für Gebäudeversicherer war das Jahr 2013 besonders teuer

Hagel, Hochwasser und Stürme wie Xaver verursachen Riesenschäden. Das kommt der Versicherungswirtschaft teuer zu stehen. Nun hat der Gesamtverband Zahlen für 2013 veröffentlicht – es war das „Jahr der Naturgewalten“.

Als das Orkantief Xaver über Norddeutschland stürmte, blieben auch die historischen Gebäude in Hamburg nicht verschont. dpa

Als das Orkantief Xaver über Norddeutschland stürmte, blieben auch die historischen Gebäude in Hamburg nicht verschont.

Berlin Nach den Hagelstürmen und dem Juni-Hochwasser im vergangenen Jahr hat die Versicherungswirtschaft Schäden in einer Gesamthöhe von mehr als sechs Milliarden Euro beglichen. 2013 sei das Jahr der Naturgewalten gewesen, erklärte der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) am Freitag in Berlin. 2,4 Milliarden Euro hätten die Wohngebäudeversicherer allein für Hagelschäden an versicherten Gebäuden gezahlt. Auf Hochwasserschäden entfielen demnach 750 Millionen Euro; 3,5 Milliarden Euro zahlten die Wohngebäudeversicherungen für Feuer- und Leitungswasserschäden.

Ein vergleichbares Aufkommen an Schäden habe es zuletzt im Jahr 2007 nach dem Sturm „Kyrill“ gegeben, erklärte der GDV. Damals mussten die Wohngebäudeversicherer Schäden in einer Höhe von rund 4,5 Milliarden Euro begleichen. Als Reaktion darauf hoben die Wohngebäudeversicherer die Beiträge im Jahr darauf um 7,3 Prozent an. Auch in den vergangenen beiden Jahren erhöhten sie die Beiträge deutlich: Von 2011 auf 2012 stiegen sie um 5,9 Prozent, von 2012 auf 2013 um 7,1 Prozent.

Schäden durch Naturgefahren werden mit unterschiedlichen Policen abgesichert: Über eine verbundene Wohngebäudeversicherung werden beispielsweise Schäden durch Sturm und Hagel oder durch geplatzte Leitungen abgedeckt.

Bilanz 2013: Naturkatastrophen richten Millionenschäden an

Weniger Schäden...

Die durch Naturkatastrophen, Unglücke und Unfälle verursachten Kosten sind 2013 nach Angaben des Rückversicherers Swiss Re wieder gesunken. Der wirtschaftliche Gesamtschaden lag nach einer vorläufigen Studie bei 130 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Drittel weniger als 2012, dem drittteuersten Schadensjahr in der Geschichte. Versichert waren allerdings nur 44 Milliarden Dollar.

... aber mehr Tote

Die Zahl der Todesopfer durch Katastrophen stieg 2013 allerdings deutlich: Die Katastrophen forderten insgesamt etwa 25.000 Menschenleben, im Vorjahr waren es rund 14.000. Vor allem der Taifun Haiyan auf den Philippinen kostete viele Menschenleben.

Überflutungen in Europa...

Mehrere Überflutungen verursachten hohe Schäden. Die Überschwemmungen in weiten Teilen Zentral- und Osteuropas im Juni etwa schlugen mit 18 Milliarden Dollar zu Buche, wovon die Versicherungsbranche 4 Milliarden Dollar trug. Nach Einschätzung der Swiss Re handelt es sich um die teuerste Katastrophe des Jahres 2013.

... und im Rest der Welt

Auch in der kanadischen Provinz Alberta traten Wasser über die Ufer und verursachten 2 Milliarden Dollar Versicherungsschäden – Platz 3 in der Swiss-Re-Statistik. Auch in Australien, Indien, China, Indonesien, im südlichen Afrika und in Argentinien kam es 2013 zu schweren Regenfällen und Überflutungen.

Hagel und Stürme in Europa

Diverse Stürme richteten in Europa schwere Schäden an. So fegte der Hagelsturm Andreas im Juli über Deutschland und Frankreich hinweg, die versicherten Schäden beziffert die Swiss Re auf 3,8 Milliarden Dollar – die zweitteuerste Katastrophe des Jahres. Sturmtief Christian richtete in Zentral- und Nordeuropa Versicherungsschäden von mehr als 2,7 Milliarden Dollar an (1,4 Milliarden Dollar Versicherungsschaden). Auch der Anfang Dezember tobende Orkan Xaver war teuer: mehr als 1,4 Milliarde Dollar versicherte Schäden.

Milde Hurrikan-Saison

Die Hurrikan-Saison in den USA fiel 2013 vergleichsweise mild aus, dafür kann es im Frühling und Herbst zu schweren Gewittern und Tornados. Die Schäden summieren sich auf mehrere Milliarden Dollar.

Eine Versicherung gegen Elementarschäden muss dagegen zusätzlich abgeschlossen werden und deckt in der Regel Erdbebenschäden, Wasserschäden durch starken Regen oder Hochwasser und Schäden an Dächern durch hohe Schneelasten ab.

Von

afp

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