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12.03.2013

09:32 Uhr

Jahresbilanz

„Costa Concordia“ kostet Munich Re 80 Millionen Euro

Munich-Re-Chef von Bomhard erklärt die Krankenversicherungssparte zur Chefsache, vom Erstversicherer Ergo verlangt er steigende Gewinne. Relativ sorgenfrei blickt der Konzern aber auf sein Kerngeschäft.

Die Bergung der Costa Concordia vor der italienischen Insel Giglio im Januar 2013. ap

Die Bergung der Costa Concordia vor der italienischen Insel Giglio im Januar 2013.

Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück (Munich Re) hat angesichts der Zinsflaute am Kapitalmarkt Mühe, das Gewinn-Niveau in diesem Jahr zu halten. Vorstandschef Nikolaus von Bomhard stellte zur Bilanzpressekonferenz am Dienstag in München ein Ergebnis von „annähernd drei Milliarden Euro“ in Aussicht. 2012 waren es 3,2 Milliarden gewesen, mehr als Experten erwartet hatten. „Auch wenn die Konsolidierung der Staatsfinanzen und die hohe Arbeitslosigkeit die konjunkturelle Dynamik in vielen Industrieländern schwächen werden, bleiben wir für unser Geschäft optimistisch“, kommentierte von Bomhard die Aussichten.

Das versicherungstechnische Ergebnis soll 2013 stabil bleiben, bei den Kapitalanlagen, die den Löwenanteil des Gewinns bringen, kalkuliert die Münchener Rück aber nur noch mit einer Rendite von 3,3 (2012: 3,9) Prozent. Dennoch sind 86 Prozent der Kapitalanlagen in festverzinslichen Wertpapieren angelegt, die Aktienquote stieg bis Ende 2012 nur auf 3,4 (Ende 2011: 2,0) Prozent. „2013 erwartet Munich Re weiterhin keine schnelle und deutliche Steigerung der Kapitalmarktzinsen und damit vergleichsweise niedrige Erträge aus den Kapitalanlagen“, hieß es in der Mitteilung. 2012 war trotz des Wirbelsturms „Sandy“, der die Münchener Rück 800 Millionen Euro kostete, ein relativ schadenarmes Jahr gewesen. Von Naturkatastrophen abgesehen, war der Untergang des Kreuzfahrtschiffs „Costa Concordia“ mit 80 Millionen Euro der größte Schadenfall.

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Die Bruttobeiträge sollen 2013 mit 50 bis 52 (52) Milliarden Euro allenfalls das Vorjahresniveau erreichen. Das gilt auch für die Rückversicherung, in der die Münchener Rück allein 27 bis 28 (28,1) Milliarden Euro einnehmen will. Für die Erneuerungsrunden zum 1. April und zum 1. Juli, wenn Verträge über 3,3 Milliarden Euro in Fernost und Amerika - vor allem für Naturkatastrophen-Deckungen - zur Neuverhandlung anstehen, erwartet die Münchener Rück, „dass sich die Märkte auf gutem Niveau seitwärts bewegen“. Vorstand Torsten Jeworrek bekräftigte die Preisdisziplin bei Neuabschlüssen: „Kapazität stellen wir zur Verfügung, wenn es angemessene Ertragschancen gibt.“ Die Niedrigzinsen begünstigten aber steigende Preise in der Haftpflichtversicherung.

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Die Aktionäre sollen eine höhere Dividende erhalten.

Den Löwenanteil des Gewinns soll mit 2,3 bis 2,5 Milliarden Euro auch 2013 die Rückversicherung liefern; im vergangenen Jahr waren es gut drei Milliarden gewesen. Steigende Gewinne verlangt die Münchener Rück von der Erstversicherungstochter Ergo. Die Erstversicherungs-Sparte soll 400 bis 500 (2012: 247) Millionen Euro abliefern, obwohl die von Sex-Skandalen und anderen Unregelmäßigkeiten gebeutelte Ergo in der Lebensversicherung ebenfalls unter den Niedrigzinsen leidet. Die Verzinsung der Policen wurde gesenkt, der Vertrieb wird nun umgebaut.

Wetterbedingte Katastrophen in Nordamerika

Studie

In einer umfassenden Studie hat die Munich Re die Schäden durch Wetterkatastrophen wie Wirbelstürme oder Überschwemmungen untersucht. Die Analyse umfasst die Jahre 1980 bis 2011.

Schäden

Den Daten des Rückversicherers zufolge erreichte der durch Wetterkatastrophen in Nordamerika angerichtete materielle Schaden in dem Zeitraum 1.060 Milliarden US-Dollar (auf Preise im Jahr 2011 hochgerechnet). Das entspricht etwa 770 Milliarden Euro.

Versichert war etwa die Hälfte der angerichteten Schäden – 510 Milliarden US-Dollar (393 Milliarden Euro). Rund 30.000 Menschen kamen ums Leben.

Hurrikan Sandy

Hurrikan Sandy hat zwar Ende Oktober und Anfang November 2012 große Aufmerksamkeit auf sich gezogen, da er auch die Millionenmetropole New York erfasste. Doch mit einem versicherten Schaden in zweistelliger Milliardenhöhe ist er nicht das größte Schadensereignis.

Größter Schaden

Der Ende August 2005 über New Orleans hereingebrochene Hurrikan Katrina (der die stärkste Stufe „5“ der Wirbeslsturm-Skala erreichte), richtete einen gesamtwirtschaftlichen Schaden in Höhe von 125 Milliarden US-Dollar an, davon war die Hälfte versichert. Über 1300 Menschen starben und damit ungleich mehr als durch Hurrikan Sandy im Jahr 2012 in New York und New Jersey.

Zunahme der Schadensfälle

In Nordamerika hat sich laut Münchener Rück die Zahl der wetterbedingten Naturkatastrophen seit 1980 fast verfünffacht. In Asien vervierfachte sich die Zahl, in Afrika stieg sie um den Faktor 2,5, in Europa um den Faktor 2. Zur Zunahme trage der menschengemachte Klimawandel bei. Langfristig sei etwa mit einem Anstieg der Intensität tropischer Wirbelstürme zu rechnen.

Beim Sorgenkind Munich Health, der jüngsten Sparte, greift der Aufsichtsrat nun durch: Der zuständige Vorstand Wolfgang Strassl muss mit Vertragsablauf zum Jahresende gehen. Die Krankenversicherungssparte, die vor allem in den USA Probleme hat, übernimmt Vorstandschef von Bomhard selbst. Nach einem Verlust von 92 Millionen Euro 2012 sei auch in diesem Jahr ein Minus nicht auszuschließen, warnte das Unternehmen.

Auch deshalb schließt von Bomhard des defizitären Geschäfts nicht aus. "Wir prüfen alle Optionen", sagte der Vorstandschef. Die Prüfung werde zunächst zwei bis drei Monate dauern. "Bis zum Jahresende wird unsere Entscheidung definitiv klar sein", fügte von Bomhard hinzu.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

12.03.2013, 10:17 Uhr

nun, was die Krankenversicherung betrifft ist die DKV durch gewisse Strukturfehler der neunziger Jahre unsanft gelandet von "EUROPAS NR.1" auf Platz drei oder vier der Deutschen-
Krankversicherungen.Schuld daran sind natuerlich die Versicherten......! Man lernt aber sogar dort und es wird sich wohl bessern, Zug um Zug, peu à peu !

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