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04.05.2011

15:37 Uhr

Jahresbilanz

Debeka optimistischer als die Konkurrenz

VonThomas Schmitt

Der Versicherer Debeka will erneut mehr als fünf Prozent wachsen. Für 2011 erwartet Vorstandschef Uwe Laue sogar ein noch stärkeres Plus als im vergangenen Jahr.

Der zuversichtliche Vorstandsvorsitzende der Debeka, Uwe Laue. Quelle: dpa

Der zuversichtliche Vorstandsvorsitzende der Debeka, Uwe Laue.

Koblenz2010 hat der Versicherungsverein 5,3 Prozent mehr Prämien eingenommen, insgesamt waren es 8,58 Milliarden Euro. Damit sei die Gruppe wieder stärker als der Schnitt der Branche gewachsen, der unter fünf Prozent lag. Die Zahlen des ersten Quartals bestätigen seine Einschätzung, sagte Laue in Koblenz. Der Debeka-Chef ist damit deutlich optimistischer als der Branchenverband GDV und viele Konkurrenten. Insbesondere im Geschäft mit Lebensversicherungen fürchten viele Experten dieses Jahr sinkende Verkaufszahlen, falls die Zinsen weiter steigen sollten. Deshalb hält sich die Branche in diesem Jahr mit Prognosen in diesem Segment zurück.

Gerade im Bereich der privaten Altersvorsorge sieht der Chef des siebtgrößten Lebensversicherers dagegen besonders großen Bedarf und entsprechende Chancen für sein Konzept. In der Sparte Lebensversicherung verkaufte die Gruppe – im Gegensatz zur Branche – nicht nur mehr Verträge als im Vorjahr, sondern erhöhte auch ihre laufenden Prämieneinnahmen um drei Prozent. In diesem stabilen Brot- und Buttergeschäft mussten die meisten Konkurrenten dagegen Einbußen melden.

Viele Lebensversicherer haben dennoch stolze Wachstumszahlen verkündet, weil sie im Gegensatz zur Debeka ihren Umsatz vor allem durch die umstrittenen Geschäfte mit hohen Summen gesteigert haben, den Einmalbeiträgen. Hier zahlen Sparer – oft als Alternative zum Festgeld – auf einen Schlag große Beträge in eine Versicherung. Kritiker fürchten, dass ein großer Teil dieses Geld bei einem Anstieg der Kapitalmarktzinsen auch schnell wieder abgezogen wird. Die Debeka Lebensversicherung steigerte ihre Einnahmen um 74,8 Millionen oder 2,4 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Insgesamt wuchs die Lebensversicherungsbranche um 7,1 Prozent.

Zusätzliche Wachstumschancen für die Debeka-Gruppe sieht Laue überdies durch eine erweiterte Kooperation mit der BBBank, über die nun auch Debeka-Girokonten angeboten werden. Mit der Debeka Betriebskrankenkasse will die Gruppe jetzt auch verstärkt gesetzlich Krankenversicherte gewinnen.

In der Krankenversicherung profitiert die Gruppe zudem davon, dass gesetzlich Versicherte wieder leichter von den Krankenkassen wechseln können. Im vergangenen Jahr zog der – gemessen an den Prämien – zweitgrößte Krankenversicherer über 40 Prozent der Neuzugänge auf sich. Insgesamt verzeichneten die 47 privaten Krankenversicherer knapp 85.000 neue Vollversicherte. Mit insgesamt 2,15 der knapp neun Millionen Vollversicherten sieht sich die Debeka daher mit großem Abstand Marktführer in der privaten Krankenversicherung (PKV). 

Vorstandschef Laue hob hervor, dass der seinen Mitgliedern gehörende Versicherungsverein seit Jahren nachhaltig und überdurchschnittlich gewachsen sei. „Unsere Beitragseinnahmen sind in den vergangenen 20 Jahren aus eigener Kraft und ohne Fusionen mehr als drei Mal so stark gewachsen, wie die der Branche. Das liegt auch daran, dass wir vieles anders als andere machen. So verzichten wir beispielsweise auf kostspielige Werbung und setzen auf die Qualität unserer Produkte, die in Tests und Vergleichen immer wieder Spitzenplätze belegen.“ Als neues Motto hat die Gruppe ausgegeben: „anders als andere“. Dieser Slogan solle Mitgliedern und Interessenten Philosophie des Versicherungsvereins verdeutlichen und - quasi als Gütesiegel - darauf hinweisen, dass die Debeka vieles oft nicht nur anders, sondern mit einfachen Mitteln auch besser als andere.  

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