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06.12.2011

10:12 Uhr

Kapitalausstattung

China bringt seine Versicherer auf Trab

VonFinn Mayer-Kuckuk

Chinas Versicherungsbranche steht vor einer groß angelegten Aufräumaktion: Die Finanzaufsicht verlangt eine bessere Kapitalausstattung. Westlichen Konkurrenten bietet die geplante Deregulierung Chancen.

Die Firmenzentrale von New China Life in Peking. Changqing/ChinaFotoPress/laif

Die Firmenzentrale von New China Life in Peking.

PekingWenn ein Versicherer mitten im Bärenmarkt neue Aktien ausgibt, dann liegt die Vermutung nahe, dass er schnell frisches Kapital benötigt. Das gilt auf jeden Fall für den chinesische Anbieter New China Life, der seit gestern in Schanghai Bestellungen für seinen bevorstehenden Börsengang annimmt. Eine doppelte Erstnotiz in Schanghai und Hongkong soll 1,7 Milliarden Euro einspielen - dringend benötigtes Geld, da die chinesische Regierung von der gesamten Branche höhere Liquidität verlangt.

"Die möglichen Quellen zum Auffüllen der Kapitalbasis der Versicherer sind begrenzt", sagte Chen Wenhui, Vizechef des zuständigen Regulierers. New China Life gibt in seinem Verkaufsprospekt dementsprechend offen zu, vor allem sein Eigenkapital stärken zu wollen.

Chinas Versicherungsbranche steht vor einer groß angelegten Aufräumaktion. "Die Aufsichtsbehörden und die Marktteilnehmer suchen nach Wegen, die Reformen zu vertiefen und drängende Probleme zu lösen", meint Wu Dingfu, der scheidende Chef der chinesischen Versicherungsaufsicht Circ, in einem aktuellen Interview mit dem Magazin "Caixin". Die Kapitalausstattung der Branche lasse zu wünschen übrig, so Wu. Viele Produkte seien nicht konkurrenzfähig, während die Ausgaben zur Schadensbegleichung stark zunehmen.

Die Hoffnungen auf einen Neustart liegen nun bei Wus Nachfolger Xiang Junbo, dem frisch ernannten Chef der China Insurance Regulatory Commission (Circ). Xiang hat bereits eine ganze Reihe von schwierigen Restrukturierungen erfolgreich durchgezogen. Als Chef der Agricultural Bank of China (ABC) hat er das einst rückständige Institut erst profitabel gemacht und es dann an die Börse bugsiert. Der Ex-Militär bringt zudem einen guten Draht zum allmächtigen Zentralkomitee der Kommunistischen Partei mit. Die Branche erwartet von dem 54-Jährigen eine gute Balance zwischen Markt und Regulierung.

Auch westliche Versicherer können eine stärkere Rolle dabei spielen, die chinesische Assekuranzbranche auf Trab zu bringen. "Der Markt ist nicht mehr in der Startphase. Jetzt sind reifere Produkte und Vertriebsmethoden gefragt", sagt Wang Qingqing, Vorsitzende der Arbeitsgruppe Versicherung bei der EU-Handelskammer in Peking. China könne von einem besserem Marktzugang westlicher Firmen wie Axa, Allianz oder Société Générale deutlich profitieren - Konkurrenz belebt das Geschäft.

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