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15.04.2013

17:12 Uhr

Kapitalmarktaufschwung

R+V Versicherungen feiern Rekordgewinn

Die R+V Versicherungsgruppe ist nach eigener Einschätzung stärker als die Konkurrenz gewachsen. Insgesamt blickt die Genossenschaft auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2012. Besonders viele Neukunden machen Freude.

Die R+V Versicherungen könne sich über besonders viele Neukunden freuen. dpa

Die R+V Versicherungen könne sich über besonders viele Neukunden freuen.

WiesbadenDer Auftrieb an den Kapitalmärkten hat der genossenschaftlichen R+V Versicherung 2012 einen Rekordgewinn gebracht. Das Ergebnis vor Steuern stieg auf 491 Millionen Euro, wie Vorstandschef Friedrich Caspers am Montag in Wiesbaden berichtete. Grund dafür waren unter anderem Bewertungseffekte im Kapitalanlageergebnis. „Ein wesentliches Element waren geringere Abschreibungen, ein anderes Zuschreibungen wegen der allgemeinen Marktentwicklung“, erklärte Finanzvorstand Rainer Neumann. 290 Millionen Euro vom Gewinn des fünftgrößten deutschen Versicherers gehen an den Großaktionär, das genossenschaftliche Spitzeninstitut DZ Bank.

Für das laufende Jahr bremste Caspers die Erwartungen: „Wir nehmen uns typischerweise ein Konzernergebnis von 400 Millionen Euro vor Steuern vor.“ 2011 war der Gewinn mit 285 Millionen unterdurchschnittlich ausgefallen. Die Eigenkapitaldecke stieg 2012 um mehr als 800 Millionen auf 4,2 Milliarden Euro - auch weil die Eigentümer 150 Millionen Euro frisches Kapital zuschossen.

Die zehn größten Versicherungskonzerne

Platz 10

Prudential plc (Großbritannien)

Der britische Versicherer mit Hauptsitz in London hat weltweit 20 Millionen Kunden. Künftig soll ein Schwerpunkt auf das asiatische Geschäft gelegt worden. 2010 kamen die Briten auf einen Umsatz von 73,6 Milliarden Dollar.

Platz 9

Munich Re (Deutschland)

Der größte deutsche Rückversicherer, der früher Münchener Rück hieß, sichert sich ebenfalls einen Platz unter den weltgrößten Versicherern. Zur Gesellschaft gehört unter anderem auch die Ergo Versicherungsgruppe. Die rund 47.000 Mitarbeiter des Konzerns haben 2010 auf einen Umsatz von 76,22 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 8

Nippon Life Insurance Company (Japan)

Die Japaner mit Hauptsitz in Osaka sind nicht nur der größte Lebensversicherer ihres Landes, sondern gehören auch international zu den größten. Mit einem Umsatz von 78,57 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 2,6 Milliarden Dollar im Jahr 2010 ist der Konzern locker in der Top 10.

Platz 7

Aviva (Großbritannien)

Weltweit hat der Konzern aus London 35 Millionen Kunden und rund 45.000 Mitarbeiter. Insgesamt kamen die Briten im Jahr 2010 auf einen Umsatz von 90,2 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 2,26 Milliarden Dollar.

Platz 6

UnitedHealth (USA)

Im Bereich der Krankenversicherung gehört das Unternehmen aus der Kleinstadt Minnetonka (Minnesota) zu den größten der Branche. Weltweit beschäftigt der Konzern 87.000 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 94,15 Milliarden Dollar erwirtschaften.

Platz 5

American International Group (USA)

Die New Yorker waren lange der größte Erstversicherer der Welt. In der Finanzkrise mussten sie dann sogar mit Steuergeldern gerettet werden. 2010 haben die Amerikaner rund 104,4 Milliarden Dollar umgesetzt.

Platz 4

Assicurazioni Generali (Italien)

Schon Franz Kafka gehörte kurzzeitig zu den Angestellten des traditionsreichen Versicherers aus Triest. Die Italiener gehören bis heute zu den führenden Versicherungskonzernen weltweit, 2010 kamen sie auf einen Umsatz von 120,2 Milliarden Dollar.

Platz 3

Allianz (Deutschland)

Der größte deutsche Versicherungskonzern schafft den Sprung auf das Treppchen. Von München aus steuert der Konzern 151.338 Mitarbeiter weltweit und erwirtschaftete so einen Umsatz von 127,38 Milliarden Dollar im Jahr 2010.

Platz 2

Berkshire Hathaway (USA)

Mit dem schillernden Investor Warren Buffett an der Spitze, ist US-Beteiligungsgesellschaft vor allem im Versicherungsgeschäft tätig. Die Amerikaner gehören zu den profitabelsten Konzernen des Landes. 2010 wurde ein Umsatz von 136,18 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Platz 1

AXA (Frankreich)

Der größte Versicherungskonzern der Welt hat seinen Hauptsitz in Paris. Insgesamt verwalten die rund 103.000 Mitarbeiter ein Vermögen von 1,38 Billionen Dollar. Allein im Jahr 2010 wurde ein Umsatz von 162,2 Milliarden Dollar eingefahren.

Die gebuchten Beiträge legten 2012 um 4,8 Prozent auf 11,9 Milliarden Euro zu. Der Aufwärtstrend habe sich in den ersten drei Monaten 2013 fortgesetzt, sagte Vorstandschef Caspers. Die Beitragseinnahmen stiegen kräftig um 8,8 Prozent, für das Gesamtjahr kalkuliert er aber nur mit leichten Beitragszuwächsen. Im Auto-Geschäft sollen die Prämien weniger stark steigen als wie 2012 - damals hatte R+V 3,5 Prozent mehr verlangt und viele Autofahrer abgeschreckt. Mit 103 Prozent Schaden-Kosten-Quote schrieben die deutschen Autoversicherer operativ weiter Verluste, sagte Rollinger.

Leben-Vorstand Frank-Henning Florian verteidigte die klassische Lebensversicherung mit Garantiezins: „Die Kunden sind auch mit 1,75 Prozent (Garantieverzinsung) glücklich. Aus meiner Sicht haben Garantien für die Kunden einen Wert - das ist wie beim Reinheitsgebot für Bier.“

Zusätzlich wurden 108.000 Kunden neu gewonnen, die Erstbeiträge legten im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro zu. Trotz Niedrigzinsen waren Lebensversicherungen gefragt, aber auch Kfz-Versicherungen legten zu.

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