Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.01.2016

11:33 Uhr

Katastrophenbilanz

Mehr Tote bei Naturkatastrophen

Naturkatastrophen haben 2015 mehr Menschenleben gekostet als im Vorjahr. Gleichzeitig sind die Schäden für Unternehmen so gering wie seit Jahren nicht mehr. Das zeigt die Statistik des Rückversicherers Munich Re.

Rund 9.000 Menschen starben. dpa

Erdbeben in Nepal

Rund 9.000 Menschen starben.

MünchenNaturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen und Hitzewellen haben im vergangenen deutlich mehr Menschenleben gekostet als im Vorjahr. Rund 23.000 Menschen seien bei Naturkatastrophen ums Leben gekommen, alleine 9.000 davon bei dem schweren Erdbeben in Nepal im April vergangenen Jahres, teilte der weltgrößte Rückversicherer Munich Re am Montag in München mit. Im vergleichsweise glimpflichen Vorjahr hatte sich die Zahl der Todesopfer durch Naturkatastrophen auf 7.700 belaufen.

Die Gesamtschäden summierten sich 2015 auf 90 Milliarden US-Dollar, das war der niedrigste Wert seit 2009. Im Vorjahr beliefen sie sich auf 110 Milliarden Dollar. Rund 27 Milliarden Dollar der Schadensumme des Jahres 2015 waren versichert.

Die verheerendste Naturkatastrophe des abgelaufenen Jahres war das Erdbeben von Nepal, das am 25. April mit einer Stärke von 7,8 nahe der Hauptstadt Kathmandu ausbrach. Unzählige Gebäude, darunter viele kulturhistorisch wertvolle Stätten wurden zerstört. Rund 9.000 Menschen starben, eine halbe Million Menschen wurden obdachlos.

Die Vielzahl der Toten des schweren Explosionsunglücks in der nordchinesischen Stadt Tianjin geht dabei in die Berechnungen des Rückversicherers nicht mit ein, da es sich bei dem Unfall um keine Naturkatastrophe handelt.

Die Überschwemmungen in Nordengland zum Jahreswechsel dürften nach Expertenschätzungen Milliardenschäden verursacht haben. Munich Re teilte am Montag mit, der Gesamtschaden der Flutkatastrophe könnte oberhalb einer Milliarde Euro liegen. Die Stürme Eva und Frank waren vor Silvester über den Norden Englands hinweggezogen, die heftigen Regenfälle hatten vor allem in der Grafschaft Yorkshire Flüsse über die Ufer treten lassen. Verlässliche Schätzungen stünden allerdings noch aus, erklärte der weltgrößte Rückversicherer. Vor allem die Folgen von Frank seien nicht absehbar.

Anfang Dezember waren die Region und Schottland von Sturm Desmond heimgesucht worden, der laut der Munich Re bis zu 1,4 Milliarden Euro Schaden verursacht habe. Die Hälfte davon müssen die Versicherer tragen.

Den Grund für die Häufung solcher Unwetter sehen die Experten der Munich Re auch im Klimawandel. Während in Mitteleuropa wochenlang mildes und ruhiges Wetter herrschte, hielten sich in Großbritannien und Irland hartnäckig Sturm und starker Regen. Das wiederum liege an einer veränderten Lage und Zugbahn des Höhenwindes (Jetstream) über dem Atlantik. "Jüngste Studien sehen hier einen Zusammenhang mit der Erwärmung der arktischen Regionen und damit einen möglichen Einfluss des Klimawandels", heißt es in der am Montag veröffentlichten Naturkatastrophen-Bilanz der Munich Re.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×