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16.03.2011

23:18 Uhr

Katastrophenszenario

Aufseher wollen Belastbarkeit der Versicherer prüfen

VonMichael Detering

Bei den europäischen Aufsehern laufen die Vorbereitungen für den Stresstest für Versicherer auf Hochtouren. Dieses Mal sollen angesichts des Erdbebens in Japan auch ein Katastrophenszenario abgefragt werden.

Versicherungskonzerne sollen sich beim neuen Stresstest auch einem Katastrophenszenario unterziehen. Quelle: dpa

Versicherungskonzerne sollen sich beim neuen Stresstest auch einem Katastrophenszenario unterziehen.

FrankfurtAnders als im vergangenen Jahr soll diesmal wahrscheinlich auch geprüft werden, wie die Versicherungskonzerne im Falle einer großen Katastrophe abschneiden würden. Das erfuhr das Handelsblatt aus der europäischen Aufsichtsbehörde Eiopa.

Die Versicherungsaufseher feilen noch an den genauen Rahmenbedingungen der Belastungsprobe. Ende des Monats oder Anfang April soll es mit dem Test losgehen. Anfang Juli wolle man die Ergebnisse vorliegen haben und dann veröffentlichen, heißt es bei der Behörde. Allerdings soll nur publiziert werden, wie die europäische Versicherungsbranche insgesamt abschneidet, nicht wie das einzelne Unternehmen dasteht.

Im vergangenen Jahr wurden drei Szenarien abgefragt – eine Finanzkrise wie 2008, eine lange und heftige Rezession sowie eine stark steigende Inflation mit anziehenden Zinsen. An den Fällen, die diesmal getestet werden, wird noch gearbeitet. Sie würden aufbauen auf den Szenarien des letzten Jahres, sagte eine Eiopa-Sprecherin. Zu den Details wollte sie sich nicht äußern. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht getroffen.

Vor dem Hintergrund des Erdbebens in Japan zeigt sich allerdings, wie wichtig es ist, dass auch Katastrophenszenarien geprüft werden. Analysten erwarten für die Versicherungswirtschaft Schäden im zweistelligen Milliardenbereich, einige sprechen gar von bis zu 60 Milliarden Dollar. „Es ist sinnvoll, auch Katastrophenszenarien durchzuspielen“, sagt Frank Sommerfeld von der Unternehmensberatung Towers Watson. „Nur so bekommt man ein ganzheitliches Bild von den Risiken.“ Generell seien die Versicherer für Krisenfälle gut gerüstet, meint Sommerfeld. Ob dies aber für jede einzelne Gesellschaft gelte, sei schwer zu beurteilen. „Es gibt nur relativ wenig veröffentlichte Informationen.“ Mithilfe der Stresstests könnten einheitliche Daten erhoben werden.

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