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24.08.2011

16:50 Uhr

Keine Rückzahlung

Allianz ignoriert Gerichtsschlappe

Obwohl die Allianz im Streit um intransparente Vertragsklauseln die zweite Gerichtsschlappe erlitten hat, soll es für Kunden des Versicherers zunächst keine Rückzahlungen geben. Der Nachschlag ist der Allianz zu hoch.

Das Logo des Versicherungskonzerns Allianz ist auf dem Dach der Firmenzentrale. dpa

Das Logo des Versicherungskonzerns Allianz ist auf dem Dach der Firmenzentrale.

Frankfurt/MünchenDie Allianz will trotz einer neuerlichen Schlappe vor Gericht früheren Lebensversicherungskunden zunächst keine Nachzahlung gewähren. Der von der Verbraucherzentrale Hamburg geschätzte Nachschlag von insgesamt zwei Milliarden Euro sei völlig unrealistisch, erklärte ein Sprecher von Europas größtem Versicherer am Mittwoch. „Das ist viel zu hoch.“

Die Verbraucherschützer hatten sich zuvor nach der ersten Instanz auch am Oberlandesgericht Stuttgart mit einer Klage durchgesetzt. Damit wurden Klauseln der Allianz in Lebens- und Rentenversicherungen zwischen Mitte 2001 und Ende 2007 wegen Intransparenz für unwirksam erklärt (Az.: 2U 138/10). Ex-Kunden stehe demnach ein Nachschlag wegen zu geringer Rückkaufswerte und falsch berechneter Stornokosten zu. Die Verbraucherschützer schätzten, dass knapp vier Millionen Policen betroffen seien, denen im Schnitt jeweils 500 Euro zustünden.

Pikant ist, dass das OLG eine Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) untersagt hat. Aus Sicht der Allianz haben die Klauseln die Transparenzanforderungen erfüllt. Der Dax-Konzern legt deswegen Beschwerde ein, um den Fall doch noch zum BGH zu bringen. Weil dort bereits ähnliche Prozesse anhängig seien, werde auch dieses Verfahren in Karlsruhe landen, so die Allianz. „Wir gehen davon aus, dass der BGH unsere Meinung teilt und wir keine Rückzahlungen an Kunden leisten müssen.“ Der Fall wird aus Sicht der Allianz erst mit einem BGH-Spruch entschieden. Solange werde es auch keine Zahlungen geben.

Das Stuttgarter Gericht versteht unterdessen die ganze Aufregung nicht. Bei dem Urteil sei es nur darum gegangen, ob die Allianz-Klauseln im Einklang mit geltenden Gesetzen gestanden hätten. „Es gab keine Entscheidung über potenzielle Rückzahlungen“, sagte ein Gerichtssprecher.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Satiriker

24.08.2011, 17:11 Uhr

Welche Versicherung wird wohl der Gewinner im Wettbewerb um die kundenunfreundlichste Versicherung werden?
ERGO, Allianz oder ?????????????????

KLV-Check

24.08.2011, 19:06 Uhr

Kapitallebensversicherungen sind systematischer Betrug am Kunden. Und zwar staatlich gefördert, denn schließlich wollen Staatsanleihen unters Volk gebracht werden...

deutscher

25.08.2011, 13:29 Uhr

Hallo Satiriker......

diesen Preis gewinnt die ERGO......hundertprozentig......wenn es einen Oscar für die beste schauspielerische Leistung in Kundenverarsche gäbe......die ERGO würde alles abräumen

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