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08.10.2012

13:28 Uhr

Kernkraftwerke

Munich Re für höhere Pflichtversicherung

Bei der Pflichtversicherung für Kernkraftwerke will Munich Re die Limits für Höchstsummen erweitern. Derartige Überlegungen werde man unterstützen, heißt es im Vorstand. Auch eine EU-Regelung sei sinnvoll.

Das Logo der Munich Re in München. dpa

Das Logo der Munich Re in München.

MünchenDer weltgrößte Rückversicherer Munich Re sieht bei einer ausgedehnteren Versicherungspflicht für Kernkraftwerke neue Geschäftschancen. „Wir werden Überlegungen über erweiterte Versicherungsdeckungen für Nuklearrisiken unterstützen“, sagte Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek der „Financial Times Deutschland“ („FTD“/Montag). Zwar könnten die Versicherer Nuklearrisiken wegen der immensen möglichen Schäden nur innerhalb gewisser Höchstsummen tragen. „Aber diese Limits könnten auch deutlich höher sein als bisher“, sagte der Manager.

Zuvor hatte EU-Energiekommissar Günther Oettinger eine Pflichtversicherung für Betreiber von Kernkraftwerken ins Spiel gebracht. Bislang müssen die Unternehmen ihre Anlagen für die Folgen von Atomunfällen in vielen Ländern nur zu geringen Summen versichern.

Oettingers Forderung, die Haftungsregeln in der EU zu vereinheitlichen, teilt Jeworrek. „Unter diesen Rahmenbedingungen halten wir eine Pflichtversicherung für Kernkraftwerksbetreiber für einen gangbaren Weg“, sagte er.

In Frankreich beträgt die Versicherungssumme dem Bericht zufolge 100 Millionen Euro, eine ähnliche Summe, zu der auch viele Pkw haftpflichtversichert sind. In Deutschland hingegen beträgt die Haftungssumme 2,5 Milliarden Euro, die allerdings nur zu gut einem Zehntel von Versicherungsunternehmen abgedeckt wird. Den Rest stellen die Kraftwerksbetreiber gemeinsam.

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Über die 2,5 Milliarden Euro hinaus haftet der Betreiber eines havarierten Atomkraftwerks mit seinem kompletten Vermögen. Wenn dieser im Katastrophenfall pleitegeht, muss der Steuerzahler einspringen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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vandale

08.10.2012, 14:22 Uhr

Wenn man die Kosten eines schwerwiegenden Reaktorunfalls betrachtet, so haben die Kosten inkl. Aufräum- und Abrisskosten in Harrisburg 1979 970 Mio $ gekostet. Hinzu kam ein nagelneues Kernkraftwerk für 1 Mrd. $. Summe 2 Mrd. $.

Die Kosten der Reaktorunfälle in Fukushima werden seitens der jap. Regierung mit 64 Mrd. $ angegeben. Ein grosser Teil dieser Kosten ist nicht sachlich begründet, oder anders ausgedrückt, Panikkosten. Die andauernde Evakuierung* einer Region die ähnlich kontaminiert ist wie der Schwarzwald, das willkürliche, grossflächige Abtragen von Erdreich in Wohngebieten ist sachlich nicht gerechtfertigt. Die Ertragswerte der teils zur Stillegung angestandenen älteren Kraftwerke waren gering, ein Weiterbetrieb hätte hohe Erneuerungsinvestitionen erfordert. Insofern hätte man die Kosten ohne Gesundheitsrisiken einzugehen und ohne den Produktionsverlust auf etwas unter 10 Mrd. $ begrenzen können.

In Japan hat man nach den Reaktorunfällen alle Kernkraftwerke abgeschaltet. Kaum ein Unternehmen würde einen mehr als 1 Jahr dauernden Verzicht auf die Hauptumsatzträger überstehen. Hätte man alle Bohrlöcher von BP nach dem Bohrinselunfall stillgelegt, wäre BP pleite. Das bedeuted die Versorger können nur dann einen Reaktorunfall aus dem eigenen Ertrag/Vermögen tragen wenn man diese auch produzieren lässt. In Deutschland wäre dies eher unwahrscheinlich. Eine EDF (F) könnte im Falle eines grossen Reaktorunfalls die Kosten aus dem Cash Flow tragen.

Insgesamt ist der Vorstoss in Hinsicht auf eine Versicherungspflicht eher kritisch zu sehen als dies Regierungen motivieren kann im Fall eines Reaktorunfalls sinnlose Kosten zu generieren.

Vandale

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