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19.02.2016

10:54 Uhr

Kommentar zur Allianz

Ein Problem muss Konzernchef Bäte anpacken

VonKerstin Leitel

Den Gewinn hat Allianz-Chef Oliver Bäte leicht gesteigert, doch niedrige Zinsen belasten das Geschäft mit Lebensversicherungen. Die Aktionäre murren heute. Und im sonnigen Kalifornien gibt es Probleme.

Börsen-Auftakt

Weniger Dividende als erwartet: Allianz enttäuscht Aktionäre

Börsen-Auftakt: Weniger Dividende als erwartet: Allianz enttäuscht Aktionäre

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Die Allianz – Europas größter Versicherer – hat das vergangene Jahr wieder mit deutlichen Wachstumsraten abgeschlossen. Das operative Ergebnis stieg 2015 um drei Prozent auf 10,7 Milliarden Euro, der Nettogewinn um sechs Prozent auf 6,6 Milliarden. „Allianz liefert wie versprochen“, tönt der Versicherer. Auch die Dividende soll auf 7,30 Euro kräftig aufgestockt werden.

Der Haken ist: Die Börsianer hatten mehr erwartet. Die Aktie startet mit deutlichen Verlusten in den Handel.

Korrespondentin des Handelsblatts.

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Auch die Allianz muss sich dem immer schwierigeren Umfeld für Versicherer beugen. Die niedrigen Zinsen setzen der gesamten Branche zu, weil sie an den Kapitalmärkten nicht mehr so lukrative Renditen erzielen. Die zum Jahresbeginn gültige Kapitalvorschriften „Solvency II“ sorgten zudem dafür, dass die Unternehmen ihre Systeme umstellen und vorsichtiger kalkulieren mussten.

In Europa verursachten Überschwemmungen im vergangenen Jahr schwere Schäden. Und die altgediente Lebensversicherung mit Garantiezins hat ihren Glanz verloren. Alles in allem kein einfacher Start für den neuen Chef Oliver Bäte, der seit vergangenen Mai den Versicherungsriesen führt.

Zumal er noch hausgemachte Probleme hat, um die ihn seine Konkurrenz nicht beneiden wird: Pimco. Seit Monaten wartet die Tochter aus dem sonnigen Kalifornien immer wieder mit schlechten Nachrichten auf. Streitigkeiten im Management führten dazu, dass der berühmt-berüchtigte Gründer Bill Gross von Bord ging. Fehlentscheidungen bei der Investition der Kundengelder führten dazu, dass Fonds der Gesellschaft keine gute Rendite einbrachten - und zahlreiche Kunden ihre Gelder abzogen.

Die Mittelabflüsse haben sich nun zwar im Vergleich zum Vorjahr halbiert, ganz stoppen konnte Pimco sie aber nicht. Und das schlug sich auch im operativen Ergebnis nieder: Pimco verdiente mit 1,8 Milliarden Euro fast ein Fünftel weniger als ein Jahr zuvor. Kein Wunder, dass Bäte derzeit ungern über den einstigen Star der Familie redet. Aber das Problem Pimco wird er anpacken müssen.

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