Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.10.2011

13:54 Uhr

Krankenkassen

BKK für Heilberufe steht vor dem Aus

Die Kasse sei sei nicht mehr lebensfähig, sagt der BKK-Geschäftsführer Kaltenbach. Voraussichtlich muss die Kasse schon zum 1. Januar 2012 schließen. Spätestens dann müssen die 80.000 Mitglieder wechseln.

Wegen des Zusatzbeitrags haben viele Mitglieder gekündigt. dapd

Wegen des Zusatzbeitrags haben viele Mitglieder gekündigt.

BerlinMit der BKK für Heilberufe steht die zweite gesetzliche Krankenversicherung seit Einführung des Gesundheitsfonds vor dem Aus. Eine Schließung sei aus seiner Sicht nicht mehr zu vermeiden, sagte der Geschäftsführer des BKK-Bundesverbands, Heinz Kaltenbach. „Die Kasse ist in sich nicht mehr lebensfähig“, betonte er.

Voraussichtlicher Termin für die Schließung sei der 1. Januar 2012. Die verbliebenen rund 80.000 Mitglieder müssen sich dann eine andere Kasse suchen. Kaltenbach versicherte aber, Zustände wie im Zuge der Schließung der City BKK zur Jahresmitte, sollten vermieden werden. Damals hatten Mitglieder zum Teil große Mühen, bei einem Wettbewerber unterzukommen.

Beim Bundesversicherungsamt läuft derzeit ein Anhörungsverfahren. Der Behörde obliegt die endgültige Entscheidung über die Kassenschließung.Fusionsbemühungen für die Betriebskrankenkasse waren vor wenigen Tagen gescheitert. Kaltenbach verwies darauf, dass die aufnehmende Kasse einen „hohen zweistelligen Millionenbetrag“ pro Jahr für die BKK für Heilberufe aufbringen müsste. Dieses Risiko sei zu groß und von einer Kasse allein nicht zu schultern. Aus wirtschaftlicher Sicht sei es nach Einschätzung der Kassen seines Verbands besser, die Mitglieder daher auf alle anderen Kassen zu verteilen. „Die Versicherten sollen nicht leiden“, sagte Kaltenbach.

Die Auflösung werde durch eine Gemeinschaftsleistung geordnet abgewickelt, um alle Fragen zu klären. Unter anderem sollen die Mitglieder der BKK für Heilberufe eine Liste mit allen Krankenkassen zugestellt bekommen, um sich damit einfach bei einem neuen Unternehmen anmelden zu können.

Die BKK für Heilberufe hatte vor einigen Jahren noch mehr als 400.000 Mitglieder. Seit rund zehn Jahren befindet sie sich in einem Sanierungsprozess. Laut Kaltenbach hatte die Kasse bis zum Start des Gesundheitsfonds drei Viertel ihrer Schulden abbauen können. Nach der Reform sei sie jedoch gezwungen gewesen, einen Zusatzbeitrag zu erheben, wodurch weitere 50 Prozent ihrer Mitglieder abgewandert seien. Geblieben seien vor allem Schwerkranke und chronisch Kranke, die
viel Geld kosteten.

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

DocDan

25.10.2011, 23:43 Uhr

Ein Trauerspiel! Wer jahrelang mit dieser Kasse gerne zusammen garbeitet hat, der sollte sie jetzt nicht fallen lassen! Hoffentlich versteht das auch das BVA!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×