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14.04.2011

07:25 Uhr

Krankenkassen

City BKK droht die Schließung

VonThomas Schmitt

ExklusivDie Sanierung der Betriebskrankenkasse City BKK ist schwieriger als erwartet. Nun stellt sich sogar die Existenzfrage.

Eine Frau mit Regenschirm am Stammsitz der City BKK in Stuttgart. Quelle: APN

Eine Frau mit Regenschirm am Stammsitz der City BKK in Stuttgart.

Frankfurt.Das Bundesversicherungsamt (BVA) und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) hätten Zweifel an der nachhaltigen Sanierbarkeit der City BKK, erklärte der Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK). Ob die Krankenkasse geschlossen wird, ist aber noch nicht klar, das werde derzeit geprüft.

Auch das BVA bestätigte dies auf Anfrage. In Kassenkreisen heißt es, die Aufseher tendierten grundsätzlich zu einer Schließung. Eine Entscheidung hängt jedoch von der Finanzlage im ersten Quartal ab, die entsprechenden Daten liegen erst im Mai vor.

BVA und GKV-Spitzenverband hätten die Betriebskrankenkassen am Montag über die „kritischen Entwicklungen bei der City BKK“ informiert, heißt es weiter bei der BKK. Die City BKK erhebt seit 2010 einen Zusatzbeitrag von acht Euro und hat im Frühjahr 2010 der Aufsicht ihre kritische Finanzlage angezeigt.

Im Januar 2011 wurde der Zusatzbeitrag auf 15 Euro erhöht. Im November 2010 beschlossen die Betriebskrankenkassen eine freiwillige Hilfe in Höhe von rund 40 Millionen Euro. Das Geld soll für die Sanierung der City BKK bis Ende 2012 eingesetzt werden, sei aber noch nicht abgerufen worden, heißt es im BKK-Verband.

Kommentare (1)

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larslempe

15.04.2011, 08:03 Uhr

Eine Kasse einfach zu schließen ist das eine, aber macht sich auch jemand Gedanken über die damit entstehenden Folgekosten für das Kassensystem? Wir reden hier von hunderten Millionen nur bei der City BKK. Sinnvoll wäre es,
diese Kasse einer anderen, größeren und gesünderen Kasse auch gegen deren Willen einzuverleiben. Die Lasten würden verteilt und die Folgen für das Solidarsystem wären nicht ganz so dramatisch.
Der Hauptgrund für die Schieflage ist doch die Versichertenstruktur. Sollen wir jetzt eine Kasse in den Boden stampfen, nur weil dort mehr Rentner und Hartz IV Empfänger versichert sind? Die werden dann alle sowieso zu einer anderen Kasse wechseln.
Schließen ist wieder einmal der einfachste Weg die Probleme zu lösen. Aber hat das dann noch etwas mit dem Solidarsystem zu tun? Mal abgesehen von den hunderten Mitarbeitern, die dann auch zum Arbeitsamt müssen.
Es wäre sicherlich für dieses Land von Vorteil, wenn endlich alle am Solidarsystem beteiligt werden und sich nicht alle Gutverdiener in die privaten Kassen verabschieden würden. Willkommen in Amerika.
Gute Betreuung und Leistungen nur noch gegen goldene Kreditkarte!

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