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03.12.2015

03:41 Uhr

Krankenkassen

Neue Medikamente treiben Kosten in die Höhe

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen immer mehr für Arzneimittel – besonders für neu entwickelte Medikamente. Mit Rabattverträgen versuchen sie, sich aus der Defizitzone zu entfernen.

Tabletten und andere Medikamente gehen für die Krankenkassen ins Geld. dpa

Medikamente

Tabletten und andere Medikamente gehen für die Krankenkassen ins Geld.

BerlinDie gesetzlichen Krankenkassen geben immer mehr für Arzneimittel aus. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres stiegen die Ausgaben für Medikamente pro Versichertem um 4,4 Prozent, wie aus Zahlen der Bundesregierung hervorgeht, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen.

Gesundheitspolitik: Kassenbeiträge steigen 2016 für ein Drittel der Versicherten

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Die Krankenkassen haben derzeit üppige Rücklagen von 15 Milliarden Euro. Doch das Geld ist sehr ungleich verteilt. Deshalb muss rund ein Drittel der Versicherten 2016 höhere Zusatzbeiträge zahlen - abhängig von der Kasse.

Ein erheblicher Teil der Steigerung ist demnach auf hohe Ausgaben für neu zugelassene Arzneimittel zur Behandlung von Hepatitis C zurückzuführen. Diese erreichten in den ersten neun Monaten eine Größenordnung von gut einer Milliarde Euro.

Auf der anderen Seite wurde die Krankenversicherung durch Rabattverträge der Kassen mit Pharmafirmen entlastet. Die Erlöse hieraus stiegen nach Angaben der Regierung im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres um rund 13 Prozent auf 2,54 Milliarden Euro.

Insgesamt fuhren die gesetzlichen Krankenkassen in den ersten drei Quartalen ein Defizit von 395 Millionen Euro ein. Allerdings verringerte es sich im Vergleich zum Halbjahr um fast 100 Millionen Euro. Die Kassen verfügen immer noch über Finanzreserven in Höhe von 15,3 Milliarden Euro.

Insgesamt haben sich die Ausgabenzuwächse im Vergleich zum Gesamtjahr 2014 in den ersten neun Monaten abgeflacht. Je Versichertem war ein Anstieg um 3,7 Prozent zu verzeichnen. 2014 waren es noch fünf Prozent, im Bereich der Arzneimittel sogar 9,4 Prozent gewesen.

Von

rtr

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