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21.02.2011

07:22 Uhr

Krankenversicherung

Berater wollen Provisionen halbieren

VonThomas Schmitt, Frankfurt

Die Versicherungsberater fordern ein neues Entlohnungssystem im Gesundheitsmarkt. Um die Beratung zu verbessern, sollten Provisionen in der privaten Krankenversicherung (PKV) radikal beschnitten werden.

Euro-Geldscheine über Tablettenpackungen. Quelle: dpa

Euro-Geldscheine über Tablettenpackungen.

Um die Beratung zu verbessern, sollten Provisionen in der privaten Krankenversicherung (PKV) radikal beschnitten werden, sagte Stefan Albers, Präsident des Bundesverbandes der Versicherungsberater, dem Handelsblatt. „Seriöse Unternehmen zahlen häufig nicht mehr als sechs bis sieben Monatsbeiträge“, so Albers. Das ist halb so viel wie die Obergrenze, die Unionsabgeordnete vorgeschlagen haben und die nun gesetzlich festgeschrieben werden soll.

Niedrige Provisionen zahlten sich in langfristig stabileren Beiträgen der Versicherten aus, begründet Albers seinen Vorschlag. Die schlechtesten PKV-Tarife würden mit den höchsten Provisionen verkauft, was wiederum der Versicherungsgemeinschaft schade. Derzeit erhalten Vermittler bis zu 18 Monatsbeiträge, also mehr als den Jahresbeitrag eines Kunden, wenn sie eine private Krankenversicherung verkaufen. Dies wird als „Provisionsschmu“ kritisiert. Nur wenige private Krankenversicherer, wie Debeka, Huk-Coburg oder SDK, entziehen sich der Provisionsspirale bewusst. Die PKV-Anbieter sind in der Frage gespalten.

Die Union will nun zwölf Monatsbeiträge als Obergrenze für die Vermittlung gesetzlich festschreiben. Damit soll insbesondere die Abwerbung innerhalb der Branche eingeschränkt werden. Denn letztlich bezahlt die damit verbundenen Kosten der Versicherte über seine Beiträge. „Im Mittelpunkt einer Beratung sollte das Interesse des Kunden stehen, nicht das Provisionsinteresse des Vermittlers“, fordert der CDU-Abgeordnete Jens Spahn. „Eine Obergrenze für Provisionen von maximal zwölf Monaten wäre gut. Besser wären sogar neun Monate.“ Ein Markt brauche Regeln, um im Interesse der Menschen zu funktionieren.

Albers findet den Unionsvorschlag viel zu großzügig. „Zwölf Monatsbeiträge Provision - das ist genau das Doppelte, was derzeit seriöse Unternehmen an ihre Vermittler zahlen“, sagt er. Er befürwortet einen Systemwandel. Eine laufend gezahlte Courtage würde für erheblich weniger Umdeckungsgeschäft und damit für stabilere Beiträge sorgen.

Das Problem: Etwa 50 Prozent des Neugeschäfts in der PKV beruhen auf Abwerbungen von Konkurrenten. Der Rest entfällt auf Wechsler, die aus der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die private Krankenversicherung gehen. Kritiker wie Albers sehen eine Ursache für die zahlreichen Erhöhungen der PKV-Beiträge in den hohen Provisionszahlungen, die er für „unvernünftig“ hält – „ein schlechtes Geschäft zu Lasten Dritter, der Versicherten.“

Kommentare (1)

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Rsmieskol

28.02.2011, 09:29 Uhr

hallo,
vollkommen falsch - der DVAG Vertrieb erhält diese hohen provisionen - wenn der mitarbeiter nur 4 MB erhält ist er arm dran - aber besser als arm ab :-)
rainer smieskol

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