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10.12.2011

00:08 Uhr

Kreditwürdigkeit

S&P schickt Versicherer auf den Prüfstand

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hat damit gedroht, die Kreditwürdigkeit von mehreren europäischen Staaten und Großbanken abzuwerten. Nun winkt dasselbe Schicksal mehreren Versicherungen - darunter der Allianz.

Standard & Poor's prüft die Kreditwürdigkeit europäischer Versicherer. dapd

Standard & Poor's prüft die Kreditwürdigkeit europäischer Versicherer.

Washington/London/ParisDie drohende Herabstufung der meisten Euroländer durch die Ratingagentur Standard & Poor's wirkt sich auch auf die Allianz und andere Versicherungskonzerne in Europa aus.Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit von 15 europäischen Versicherern unter Beobachtung gestellt. Der Schritt sei eine Folge der ähnlichen Drohungen gegen 15 der 17 Staaten der Eurozone, teilte das Institut am Freitag mit.

Unter den 15 betroffenen Unternehmen ist der Kreditversicherer Euler Hermes, der zur Allianz-Gruppe gehört. Daneben sind unter anderen die Versicherer Aviva, Axa, Generali und Mapfre betroffen.

Als Grund für den negativen Ausblick nannte S&P die Krise in der Eurozone. Mit der Einstufung „Creditwatch Negative“ droht den Versicherern nicht nur eine Abstufung, die Agentur sieht außerdem eine höhere Dringlichkeit für etwaige eigene Maßnahmen. Statt mehrerer Monate hat S&P nun maximal 90 Tage Zeit, eine Entscheidung zu treffen.

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Nach der Drohung, die Kreditwürdigkeit Deutschlands und die anderer Euro-Länder herabzustufen, sieht sich Standard & Poor's einem Sturm der Entrüstung ausgesetzt. Und der Frage: Wie arbeitet die Ratingagentur?

Erst vor kurzem hatte Standard & Poor's angedroht, Deutschland die Top-Bonität zu entziehen. Vor wenigen Tagen hatte die Agentur außerdem verschiedenen Großbanken der Eurozone mit einer Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit gedroht. Eine niedrigere Bonitätsnote führt in der Regel dazu, dass Staaten oder Unternehmen mehr bezahlen müssen, wenn sie sich von Investoren Geld leihen möchten.

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Nachdem S&P gegen 15 Euro-Länder eine Rating-Warnung ausgesprochen hat, sind jetzt Banken dran. Auch wichtige EU-Institute, wie die Europäische Investitionsbank sind betroffen. Eine Abstufung wäre eine Katastrophe.

Über die Herabstufung von Ländern in der Eurozone will Standard & Poor's nach eigenem Bekunden in den kommenden Tagen entscheiden. S&P werde die Auswirkungen des jüngsten EU-Gipfels auf das Vertrauen in der Wirtschaft und den Finanzmärkten analysieren, sagte S&P-Managerin Carol Sirou am Freitag dem französischen Hörfunksender BFM Business.

Die Agentur werde auch prüfen, ob die Vereinbarungen zu einer aggressiveren Rolle der Europäischen Zentralbank bei der Bekämpfung der Krise führten. Sirou leitet die französische Niederlassung von S&P.

S&P hatte 15 Eurostaaten in dieser Woche mit einer Herabstufung innerhalb von drei Monaten gedroht und die Entscheidung vom Gipfeltreffen in Brüssel abhängig gemacht. Dabei beschlossen die EU-Staaten mit Ausnahme von Großbritannien einen neuen Vertrag, um mehr Haushaltsdisziplin durchzusetzen und sich wirtschaftlich enger zu integrieren.

Kommentare (6)

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PE23

09.12.2011, 23:47 Uhr

Man liest immer davon, dass S&P damit "droht". Das ist für mich kein wertfreier Ausdruck. Sie geben als Ausblick eine negative Tendenz, nicht mehr und nicht weniger. Letztens wurde im Radio sogar von einer "Drohgebärde" gesprochen. Solch ein Schwachsinn!

Ulrichschluet

10.12.2011, 00:31 Uhr

Der Wirtschaftskrieg zwischen USA/GB und Resteuropa und Asien ist im vollen Gange und das mit allen Mitteln.
Starke Politiker sind gefragt, die Obama/Cameron und Putin Paroli bieten können. Bloß keine Gabriels und Nahles die Hoffnungsträger der SPD

leser

10.12.2011, 02:36 Uhr

man gehort weißgoot nicht zu Kritikern.
Indes: wie tepco hier noch mit allen Nummern die Oberwurst abzugeben scheint, das wirkt schon irgendwie bemerkenswert.

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