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19.05.2011

20:56 Uhr

Kritik an Ergo-Sexparty

„Das ist dreist und verantwortungslos“

Die rauschende Sex-Party bei der Hamburg Mannheimer hat ein Nachspiel: Während der Ergo-Konzern um seinen Ruf kämpft, werden Kritiker deutlich. Von "unterstem Herrenclub-Niveau" ist die Rede.

DüsseldorfDer Handelsblatt-Bericht über eine Sex-Party bei der Hamburg Mannheimer (HMI) zur Belohnung ihrer besten Vertriebler schlägt hohe Wellen. Der Bund der Versicherten forderte umfassende Aufklärung vom Vorstand der Ergo-Versicherungsgruppe, zu der die Hamburg Mannheimer gehört. "Das ist einfach dreist und verantwortungslos", sagte der Justiziar des Bundes, Hajo Köster, am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa.

Überflüssige Ausgaben dürften nicht auf dem Rücken der Versicherten ausgetragen werden. Die Sexparty stehe im krassen Widerspruch zum Saubermann-Image der langjährigen Werbefigur "Herr Kaiser" der Hamburg-Mannheimer. "Das ist ein massiver Imageschaden", betonte Köster auch mit Blick die laufende Marken- und Imagekampagne von Ergo, für die der Versicherer Millionen ausgibt.

Die nordrhein-westfälische Emanzipationsministerin Barbara Steffens (Grüne) kritisierte die Reise, die sich auf "unterstem Herrenclub-Niveau" bewege. "Eines ist klar: Mit einer Frauenquote im Vorstand wäre dem Unternehmen eine solche Peinlichkeit nicht passiert", sagte sie Handelsblatt Online. „Eines ist klar: Mit einer Frauenquote im Vorstand wäre dem Unternehmen eine solche Peinlichkeit nicht passiert.“ Andere Finanzvertriebe wie AWD und MLP sahen sich genötigt zu beteuern, dass es bei ihnen solche Reisen nicht gebe.

Wie das Handelsblatt berichtete, hatte die HMI für ihre besten 100 Vertreter eine rauschende Sex-Party in Budapest organisiert. Dazu mietete sie am 5. Juni 2007 die traditionsreiche Gellert-Therme an und verwandelte die historische Anlage in ein Freiluftbordell.

Wer kein Bett abbekam, wich auf den Pool aus. Die Mitarbeiterzeitung schrieb später süffisant: "Wer diesmal seine Badehose vergessen hatte, der hatte selbst Schuld." Ein Skandal.

Wer kein Bett abbekam, wich auf den Pool aus. Die Mitarbeiterzeitung schrieb später süffisant: "Wer diesmal seine Badehose vergessen hatte, der hatte selbst Schuld." Ein Skandal.

Eine Sprecherin der Ergo bestätigte dem Handelsblatt das Stattfinden der Sex-Party. "Es ist richtig, dass es im Juni 2007 eine Incentive-Reise nach Budapest gegeben hat", sagte Alexandra Klemme, die Leiterin Media Relations der Ergo Versicherungsgruppe . "Unsere Recherchen haben ergeben, dass bei einer Abendveranstaltung im Rahmen dieser Reise ca. 20 Prostituierte anwesend waren."

Das Ausmaß der Vergnügungsreise nach Budapest sei vor einem Monat auf der Hauptversammlung der Münchner Rück durch die gezielte Frage eines Aktionärs öffentlich bekanntgeworden, teilte die Sprecherin weiter mit - die Ergo gehört dem weltgrößten Rückversicherer.

Teilnehmer schilderten dem Handelsblatt Details jenes Abends. "Am Eingang wurden ich und die anderen Teilnehmer durchsucht, wie bei einer Sicherheitskontrolle am Flughafen", versicherte einer der Gäste an Eides statt. Es sei "bei Strafe verboten", Fotos oder Filme von der Veranstaltung zu machen. Dann, so heißt es in der eidesstattlichen Versicherung eines anderen Teilnehmers, "kamen die Damen und zeigten uns, was sie hatten. Allen Beteiligten war klar, dass es sich um Nutten handelte."

Kommentare (29)

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SeriousSam

19.05.2011, 21:12 Uhr

Waren keine Frauen unter den Top-Verkäufern?

poolliter

19.05.2011, 21:21 Uhr

Schon vergessen? Bei VW (im zumindest moralischen Verantwortungsbereich eines Herrn Peter Hartz) gabs brasilanische Prostituierte für Betriebsräte.
ein Herr Hartz dürfte ja immer noch bekannt sein als Namensgeber eines Gesetzes zur Unterdrückung der Arbeiter und Arbeitslosen und zur Begünstigung von menschenhandelnden Firmen (Zeitarbeit) und "Cristlichen" Pseudo-Gewerkschaften.
Da erscheint doch ERGO eher als kleines Licht.

Account gelöscht!

19.05.2011, 21:21 Uhr


spätrömische Dekadenz wuerd Welle kommentieren.
So sind wir halt.

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