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12.11.2013

10:45 Uhr

Lebensversicherer

Swiss Life bekommt einen neuen Chef

Wechsel an der Spitze des Lebensversicherer Swiss Life: Vorstandschef Bruno Pfister verlässt den Konzern. Sein Nachfolger stammt aus dem eigenen Haus. Er übernimmt einen durchaus erfolgreichen Versicherer.

Abschied: Nach fünf Jahren an der Konzernspitze tritt Bruno Pfister ab. dapd

Abschied: Nach fünf Jahren an der Konzernspitze tritt Bruno Pfister ab.

ZürichWachablösung an der Spitze von Swiss Life: Konzernchef Bruno Pfister geht im kommenden Juli, ihm folgt Chief Investment Officer Patrick Frost, wie der größte reine Lebensversicherer der Schweiz am Dienstag mitteilte. Der 54-jährige Pfister verlässt das Unternehmen nach zwölf Jahren. „Swiss Life ist gut positioniert, um im wachsenden Markt für Vorsorge- und Finanzlösungen eine gewichtige Rolle zu spielen“, erklärte der abtretende CEO. „Die Weichen sind gestellt - für mich ein guter Zeitpunkt, um noch einmal ein neues berufliches Kapitel aufzuschlagen.“

Frost, 45 Jahre alt und wie Pfister Schweizer, übernimmt den Lebensversicherer nach turbulenten Zeiten in ruhigerem Fahrwasser. Im August machte Swiss Life einen weiteren Schritt zur Beilegung des unrühmlichen Kapitels AWD. Mit der Zahlung von elf Millionen Euro wurde ein Rechtsstreit wegen Falschberatung in Österreich beigelegt. Anhängig sind nun noch Klagen in Deutschland.

Systemrelevante Versicherer laut FSB (2013)

1

Allianz

Sitz: München

Netto-Gewinn 2012: 5,2 Milliarden Euro

Umsatz: 106,4 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 1,85 Billionen Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA

Mitarbeiter: 144.000

Börsenwert: 53,8 Mrd Euro

Quelle: Reuters

2

AIG

Sitz: New York

Netto-Gewinn 2012: 2,6 Milliarden Euro

Umsatz: 50,13 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 287 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: A+

Mitarbeiter: 63.000

Börsenwert: 53 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

3

Aviva

Sitz: London

Netto-Verlust 2012: 3,55 Milliarden Euro (wegen hoher Abschreibungen auf Beteiligungsverkäufe, vor allem in USA)

Umsatz: 39,68 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 319,19 Milliarden Euro (inklusive mittlerweile verkaufter Bereiche) S&P-Finanzstärke-Rating: A+

Mitarbeiter: 31.000

Börsenwert: 12,73 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

4

AXA

Sitz: Paris

Netto-Gewinn 2012: 4,15 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 1,1 Billionen Euro

Umsatz: 90,13 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: A+

Mitarbeiter: 160.000

Börsenwert: 39,56 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

5

GENERALI

Sitz: Triest

Netto-Gewinn 2012: 90 Millionen Euro

Umsatz: 69,6 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 490 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: A

Mitarbeiter: 80.000

Börsenwert: 22,5 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

6

METLIFE

Sitz: New York

Netto-Gewinn 2012: 0,9 Milliarden Euro

Umsatz: 52,04 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 364 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA-

Mitarbeiter: 64.000

Börsenwert: 40,8 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

6

PING AN INSURANCE

Sitz: Shenzhen

Netto-Gewinn 2012: 2,49 Milliarden Euro

Umsatz: 37,18 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen liegt nicht vor

S&P-Finanzstärke-Rating: nicht vorhanden

Mitarbeiter: 190.000

Börsenwert: 35,3 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

6

PRUDENTIAL

Sitz: London

Netto-Gewinn 2012: 2,56 Milliarden Euro

Umsatz: 34,78 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen 265,12 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA

Mitarbeiter: 26.000

Börsenwert: 34,22 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

9

PRUDENTIAL FINANCIAL

Sitz: New York

Netto-Gewinn 2012: 358 Millionen Euro

Umsatz: 864,7 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: über 760 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA-

Mitarbeiter: 48.000

Börsenwert: 27,9 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

Die Schweizer hatten Carsten Maschmeyer den deutschen Finanzmakler 2008 für 1,2 Milliarden Euro abgekauft. AWD konnte die hohen Erwartungen jedoch nie erfüllen. Im Vorjahr zog Swiss Life dann einen Schlussstrich: Umgerechnet 470 Millionen Euro Unternehmenswert wurden abgeschrieben, die Tochter wurde drastisch verkleinert und der Name AWD verschwand von der Bildfläche. Swiss Life legte zudem ein Sparprogramm auf. Bis zu 400 Stellen werden gestrichen - der Großteil davon in Deutschland. Die Kosten sollen bis 2015 um bis zu 160 Millionen Franken sinken.

An der Börse machten die Swiss-Life-Aktien einen Kurssprung von 5,5 Prozent auf 189,70 Franken. „Ich denke, der Markt begrüßt das“, erklärte ein Analyst, der nicht namentlich genannt werden wollte. „Für viele Investoren ist Bruno Pfister mit dem AWD-Debakel verbunden.“

In den ersten neun Monaten steigerte Swiss Life die Prämieneinnahmen um sechs Prozent auf 13,65 Milliarden Franken (elf Milliarden Euro). Vor allem im Heimmarkt wuchs der Lebensversicherer, wo Produkte für die betriebliche Altersvorsorge gefragt sind. Aber auch in Deutschland und in Frankreich zogen die Einnahmen wieder leicht an.

Rund die Hälfte der bis 2015 angepeilten Kosteneinsparungen wurden nach Swiss-Life-Angaben bereits erreicht. Gewinnzahlen veröffentlich das Unternehmen nur zum Halbjahr und am Jahresende.

Von

rtr

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