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06.09.2012

12:34 Uhr

Lebensversicherung

Der Ergo laufen die Kunden weg

VonThomas Schmitt

Kein Lebensversicherer hat 2011 so viele Kunden verloren wie die Ergo. Das stellt der Branchendienst Map-Report fest. Über Jahre gingen mehrere Millionen Versicherte, sie zogen Milliarden ab. Die Ergo-Krise in Zahlen.

Ein Schild mit der Aufschrift "Ergo" steht vor der Zentrale der Versicherungsgruppe Ergo in Düsseldorf. dpa

Ein Schild mit der Aufschrift "Ergo" steht vor der Zentrale der Versicherungsgruppe Ergo in Düsseldorf.

Düsseldorf.Die Versicherungskonzern Ergo hat mehr Probleme als bisher angenommen. Nicht nur Lustreisen von Vertretern nach Budapest, Jamaika und Mallorca belasten den Vertrieb, heißt es im Branchendienst Map-Report. In einer Analyse der Bilanzdaten unter dem Titel „Puffprobleme am Rande“ stellt Map-Herausgeber Manfred Poweleit „massive Einbrüche bei Marktanteilen und Vertragsbeständen seit Jahren“ fest.

Die Ergo Lebensversicherung war früher als Hamburg-Mannheimer am Markt bekannt. Durch Lustreisen ihrer Vertreter ist das Unternehmen seit mehr als einem Jahr in den Schlagzeilen. Abseits von Prostituierten und Swingerclubs gebe es aus analytischer Sicht genug Anlass, sich mit der Ergo Leben zu befassen, stellt Poweleit fest. „Dazu muss man nicht in den Puff. Kein deutscher Lebensversicherer hat im vergangenen Jahr 2011 im Bestand so viel Verträge verloren wie die ehemalige Hamburg-Mannheimer.“ 170.940 Verträge seien nicht mehr im Bestand.

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Zweitschlechtester Lebensversicherer in diesem Vergleich sei die Konzernschwester Victoria, die das Neugeschäft eingestellt hat. Absolut betrage der Rückgang dort 146.419 Verträge, relativ sei es ein Minus von 8,79 Prozent. „Dieser Einbruch ist keine kurzfristige Schieflage und wohl auch nicht puffbedingt“, stellt Poweleit fest. Die Bilanzdatenbank von Map-Report zeige für 1997 noch einen Marktanteil von 4,82 Prozent. Inzwischen seien es nur noch 4,06 Prozent.

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In der Summe der vergangenen 15 Jahre kommt Map-Report bei der Ergo auf Bestandsverluste von fast 2,3 Millionen Verträgen. Das entspreche einer Versicherungssumme von fast 21 Milliarden Euro. Um die Ursachen der Ergo-Krise zu ergründen, sah sich Poweleit die durchschnittlichen Versicherungssummen an.

Beim Branchenliebling, der kapitalbildenden Lebensversicherung, schafften die rund 100 Lebensversicherer in Deutschland im Schnitt 22.208 Euro pro Vertrag. Ergo liege deutlich unter dem Durchschnitt. Hier seien es gerade einmal 15.264 Euro.

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Kommentare (23)

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APE

06.09.2012, 13:06 Uhr

Neuer Name, neue Farbe, Neue Werbung.
Eine Firma ohne Identität in Deutschland.
Ein gutes Geschäft für die Berater, Werbeleute, dieser neuen Marke Leben einzuhauchen.

Account gelöscht!

06.09.2012, 13:17 Uhr

Den Bordellfreunden namens Ergo laufen die Kunden weg?

Hoffentlich recht viele!

Was gleuben Sie denn, was Frauen und Männer so denken, wenn imBeatungsgespräch der Verkäufer ein freundliches Zucken in den Augen hat????

claus

06.09.2012, 13:18 Uhr

Falsche versprechen, über den Tisch gezogen, Ansprüche von Kunden nicht ausgezahlt, Tricks und Täuschung. Sie bekommen jetzt die Quittung.

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