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01.10.2013

12:13 Uhr

Lebensversicherung

Versicherer Talanx prüft Ende für HDI Leben

Talanx denkt über das Ende seiner Tochter HDI Leben nach. Laut Talanx-Chef sind verschiedene Optionen möglich, um das Geschäft von HDI Leben einzustellen. Eine Entscheidung solle bis Ende des Jahres getroffen werden.

Herbert Haas, Chef des Versicherers Talanx, sprach im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ offen über die Pläne, die Talanx-Tochter HDI Leben abzuwickeln. dpa

Herbert Haas, Chef des Versicherers Talanx, sprach im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ offen über die Pläne, die Talanx-Tochter HDI Leben abzuwickeln.

FrankfurtDer Versicherer Talanx prüft wegen der Niedrigzinsen und schleppender Geschäfte eine Abwicklung seiner Lebensversicherungs-Tochter HDI Leben. Bis Jahresende werde eine Grundsatzentscheidung fallen, sagte Talanx-Chef Herbert Haas der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstagausgabe). "Wir gehören nicht zu den Lebensversicherern mit der höchsten Überschussbeteiligung oder der stärksten Finanzkraft." Das Neugeschäft der HDI Leben sei zuletzt eingebrochen. Daraus müsse Talanx Konsequenzen ziehen. Die Problemtochter macht weniger als zehn Prozent des Konzernumsatzes aus, die Lebensversicherung inklusive anderer Marken insgesamt rund 17 Prozent. "Wir haben vier Standbeine, von denen drei stärkeres Wachstums-Potential ausweisen. Das ist die Industrieversicherung, das internationale Geschäft mit Privat- und Firmenkunden und unsere Rückversicherungstochter Hannover Rück."

Nach Haas' Worten gibt es mehrere Möglichkeiten: HDI Leben könne einfach kein Neugeschäft mehr annehmen und die bestehenden Verträge abwickeln. Oder es würden nur noch ausgewählte Produkte bei HDI Leben verbleiben und der Rest auf die übrigen Lebensversicherer des Konzerns - PB Leben, Targo Leben, Neue Leben - umgelenkt. Diese Marken laufen besser, weil sie anders als HDI Leben ihre Produkte über Banken vertreiben und dort viele Sparer ansprechen. Und letztlich sei auch der Verkauf des Komplettbestandes der HDI Leben an einen Spezialisten möglich, der das Geschäft dann über die Zeit auslaufen lasse, erläuterte der Talanx-Chef.

Systemrelevante Versicherer laut FSB (2013)

1

Allianz

Sitz: München

Netto-Gewinn 2012: 5,2 Milliarden Euro

Umsatz: 106,4 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 1,85 Billionen Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA

Mitarbeiter: 144.000

Börsenwert: 53,8 Mrd Euro

Quelle: Reuters

2

AIG

Sitz: New York

Netto-Gewinn 2012: 2,6 Milliarden Euro

Umsatz: 50,13 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 287 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: A+

Mitarbeiter: 63.000

Börsenwert: 53 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

3

Aviva

Sitz: London

Netto-Verlust 2012: 3,55 Milliarden Euro (wegen hoher Abschreibungen auf Beteiligungsverkäufe, vor allem in USA)

Umsatz: 39,68 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 319,19 Milliarden Euro (inklusive mittlerweile verkaufter Bereiche) S&P-Finanzstärke-Rating: A+

Mitarbeiter: 31.000

Börsenwert: 12,73 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

4

AXA

Sitz: Paris

Netto-Gewinn 2012: 4,15 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 1,1 Billionen Euro

Umsatz: 90,13 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: A+

Mitarbeiter: 160.000

Börsenwert: 39,56 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

5

GENERALI

Sitz: Triest

Netto-Gewinn 2012: 90 Millionen Euro

Umsatz: 69,6 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 490 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: A

Mitarbeiter: 80.000

Börsenwert: 22,5 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

6

METLIFE

Sitz: New York

Netto-Gewinn 2012: 0,9 Milliarden Euro

Umsatz: 52,04 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: 364 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA-

Mitarbeiter: 64.000

Börsenwert: 40,8 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

6

PING AN INSURANCE

Sitz: Shenzhen

Netto-Gewinn 2012: 2,49 Milliarden Euro

Umsatz: 37,18 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen liegt nicht vor

S&P-Finanzstärke-Rating: nicht vorhanden

Mitarbeiter: 190.000

Börsenwert: 35,3 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

6

PRUDENTIAL

Sitz: London

Netto-Gewinn 2012: 2,56 Milliarden Euro

Umsatz: 34,78 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen 265,12 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA

Mitarbeiter: 26.000

Börsenwert: 34,22 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

9

PRUDENTIAL FINANCIAL

Sitz: New York

Netto-Gewinn 2012: 358 Millionen Euro

Umsatz: 864,7 Milliarden Euro

Verwaltetes Vermögen: über 760 Milliarden Euro

S&P-Finanzstärke-Rating: AA-

Mitarbeiter: 48.000

Börsenwert: 27,9 Milliarden Euro

Quelle: Reuters

Wegen der anhaltenden Niedrigzinsen und der ultralockeren Geldpolitik der Notenbanken fällt es den Lebensversicherern immer schwerer, ihren Kunden die in guten Zeiten versprochenen, teils noch üppigen Zinsen von vier Prozent und mehr zu liefern. Denn klassische Anlagen wie Staatsanleihen werfen kaum noch etwas ab. Viele Versicherer und Pensionskassen drängen deshalb zwar in renditestärkere Investments wie Private Equity, Immobilien oder Infrastrukturprojekte. Doch bis diese Geschäfte richtig angelaufen sind und verlässliche Einnahmen generieren, vergeht viel Zeit - die nicht alle Versicherer haben. Gerade kleinere Anbieter, denen im Vergleich zum großen Verwaltungsaufwand die kritische Masse an Kunden fehlt, haben Probleme.

Finanzinvestoren wittern darin eine Chance. Prominentestes Beispiel ist Cinven. Die Beteiligungsgesellschaft kündigte erst im August an, in Deutschland groß in das Geschäft mit Lebensversicherungen einzusteigen. Erster Schritt ist die Übernahme der Heidelberger Leben von der britischen Großbank Lloyds. Die Heidelberger Leben, groß geworden mit fondsgebundenen Lebensversicherungen, soll zur Plattform werden, um mittelfristig weitere Bestände anzudocken. Gerade fondsgebundene Lebensversicherungen versprechen den Finanzinvestoren stetige Provisionen von den Fondsanbietern - ohne Kapitalmarktrisiko, das Lebensversicherer gewöhnlich zu tragen haben.

Ob auch Talanx-Chef Haas mit einem Finanzinvestor ins Geschäft kommt, ist offen. "Wir prüfen das nur, Kostensenken und Kapitalanlagerendite erhöhen ist die Option, die wir gerade verfolgen", betonte er. Im Privatkundengeschäft in Deutschland will er 145 Millionen Euro an Kosten herausholen, auch ein schon länger laufender Stellenabbau gehört dazu. Insgesamt steht der Konzern allerdings sehr solide da: Erst im Sommer hatte Haas die Jahresziele nach oben geschraubt und 2013 ein Konzernergebnis nach Steuern von rund 700 (bislang: 650) Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Von

rtr

Kommentare (23)

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edwina

01.10.2013, 10:15 Uhr

"abwickeln"... Kommt jetzt bereits §89 Versicherungsaufsichtsgesetz zum Zuge?

Mazi

01.10.2013, 10:25 Uhr

Das ist das Spiel mit den Wahrscheinlichkeiten.

Niemand hatte je die Absicht ...

Wer eine Versicherung abschließen will, muss sich sehr genau über den Vertragspartner informieren. Auf die staatlichen Aufsichtsbehörden allein ist keinerlei Verlass, zumal sie im Fall der Versicherungsaufsicht als lobbyistisch unterwandert anzusehen ist.

mietzekatzi

01.10.2013, 11:09 Uhr

Ja, die Mutti will die gekauften Kinder jetzt jetzt mit ehelichem Namen versehen und vergisst dabei, dass es keine "eigenen" Kinder waren, sondern gekaufte...
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Okay, im Prinzip egal und auch kein Problem (was den Namen angeht) warum das "Ding" erst jetzt durchgezogen wird, lässt natürlich durchblicken, dass man die dummen Kunden erstmal weiterhin ihre Grünen Policen hat streicheln lassen obgleich viele von denen immer noch an den Osterhasen glauben... Nachdem man sich an die neuen Mama gewöhnen musste, wird jetzt auch der Kochlöffel angesetzt und zum letzten Schlag ausgeholt...
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Gut, damit hat man dann das Stiefkind "ordentlich" mit Namen versehen und in die heile Familie eingegliedert. Man spart kosten für einheitlichen Auftritt und Übersichtlichkeit. Dazu sieht die Familie dann auch nach außen als biologisch gewachsen aus...
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TALANX ist nicht nur ein unsympathischer Name, es ist auch eine fragwürdige Gesellschaft so wie mir scheint... Aber: nennt euch wie ihr wollt, doch ehrlicher und aufrichtiger, wäre es gewesen den Kaufkandidaten schnell auf das eigene CI umzubiegen und am Markt damit eine sichtbare und klare Strategie zu zeigen...

Warum die "HDI-Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit" das befürwortet, stimmt mich eher fraglich... (ist aber nur ein subjektives Problem).

Ach ja: Die Talanx AG hat mittlerweile das gesamte Versicherungsgeschäft der Postbank übernommen (viel Spass damit) denn wenn das genauso getürkt ist wie das "Anlagegeschäft" (also Schrottfonds & Co.) dann wird hier schnell neues zu hören sein...
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Alles in allem sieht das ganze für mich von langer Hand geplant aus und das Kundenvieh erfüllt seine Aufgaben bei TALANX nämlich die Beitragstöpfe zu füllen...
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Genaugenommen, kenne ich keinen der weiß was die "TALANX" ist, aber solche Namensgebungen sind ja heute "modern" so ähnlich wie "Real Estate"?

Es erwächst ein starker Gegner... heran...

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