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27.04.2012

15:28 Uhr

Makler-Geschäft

Allianz will in Frankreich expandieren

Die Allianz steht vor der Übernahme des Makler-Geschäfts des französischen Versicherers Groupama - und sticht damit Swiss Re aus. Allerdings soll ein problembehaftetes Portfolio vom Kauf ausgeklammert werden.

Die Allianz baut ihr Geschäft in Frankreich aus. dpa

Die Allianz baut ihr Geschäft in Frankreich aus.

MünchenDie Allianz will nach Jahren der Enthaltsamkeit wieder verstärkt zukaufen und führt konkrete Verhandlungen in Frankreich. Es gebe exklusive Gespräche mit dem genossenschaftlichen Versicherer Groupama über dessen Maklergeschäft Gan Eurocourtage, teilten beide Unternehmen am Freitag in Paris mit. Allerdings werde dabei ein problembehaftetes Portfolio aus der Transportversicherung ausgeklammert. Weitere Details nannten die Beteiligten in ihrer knappen Mitteilung nicht. 

Die Allianz hatte Finanzkreisen zufolge zunächst ein Angebot von rund 200 Millionen Euro abgegeben, dieses zuletzt aber wohl noch aufgestockt. Damit wäre es für den Dax-Konzern, der in normalen Jahren einen operativen Gewinn von acht Milliarden Euro und mehr macht und für Zukäufe meist eine Milliarde pro Jahr zur Verfügung hat, ein recht kleiner und leicht finanzierbarer Deal. Aus dem Rennen um Gan scheint die Swiss Re zu sein. Der weltweit zweitgrößte Rückversicherer hatte Finanzkreisen zufolge zusammen mit zwei Private-Equity-Partnern deutlich mehr geboten und galt daher eigentlich als Favorit. Nun muss der Konzern aus Zürich seine Offerte aber zurückgezogen haben oder ist aus anderen Gründen aus dem Bieterwettstreit geflogen. 

Ursprünglich hatte Groupama, ein Opfer der Finanz- und Schuldenkrise, Insidern zufolge auf einen Verkaufserlös zwischen 500 bis 700 Millionen Euro gehofft. Das scheint aber nicht mehr realistisch zu sein. Der angeschlagene Versicherer aus Frankreich will früheren Angaben zufolge bis Ende Mai die Unterschriften unter den Vertrag haben. Groupama hat sich mit Engagements in Staatsanleihen und Aktien verhoben. Auf Druck der Branchenaufseher muss das Unternehmen mit dem Verkauf von Töchtern und Beteiligungen wieder an Kapital kommen.

Allianz-Chef Michael Diekmann hatte zuletzt die selbst verordnete Zurückhaltung bei Zukäufen aufgegeben und dies damit erklärt, dass sich die Unsicherheiten rund um die künftig strengeren Kapitalvorschriften schrittweise auflösten. Akquisitionen kann sich Diekmann am ehesten im Schaden/Unfall-Bereich sowie bei den sogenannten globalen Einheiten wie der Industrie-, Reise- oder Kreditversicherung vorstellen. Allerdings hatte er betont, nicht mit größeren Deals zu rechnen, ohne dies genauer zu definieren. 

An möglichen Kaufobjekten mangelt es momentan nicht. Allein von Groupama werden in den nächsten Monaten weitere Teile auf den Markt kommen, unter anderem Töchter aus Spanien und der Türkei.

 

Von

rtr

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