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22.03.2018

05:47 Uhr

Die Koblenzer errangen in der aktuellsten Auswertung den Spitzenplatz. dpa

Debeka

Die Koblenzer errangen in der aktuellsten Auswertung den Spitzenplatz.

Map-Report 2018: Die besten PKV

Debeka löst Provinzial als beste Privatkrankenkasse ab

VonChristian Schnell

Der Branchendienst Map-Report hat wieder mal die besten privaten Krankenversicherungen gesucht – mit erfreulichen Ergebnissen für Kunden.

FrankfurtDer Map-Report zur privaten Krankenversicherung (PKV) ist jedes Jahr so etwas wie die Abschlusstabelle der Fußball-Bundesliga. Wer ganz oben steht, darf sich über den Meistertitel freuen. In diesem Jahr geht der indes – anders als im Fußball – an einen anderen Vertreter der Branche.

Die Debeka steht diesmal ganz oben und hat den Vorjahressieger Provinzial hinter sich gelassen. Das gab der Branchendienst Map-Report in der Nacht zum Donnerstag bekannt. 83,4 von 100 möglichen Punkten erzielte der Anbieter aus Koblenz und damit so viel wie kein Konkurrent.

Gewertet wurde in den drei Kategorien Bilanzkennzahlen, Service und Vertragsdaten. Überall war Debeka in den Top-Bewertungen. Die zweiplatzierte Provinzial schaffte 78,96 Punkte. Die Bestbewertung „mmm“, die der Map-Report als Zeichen für besondere Qualität ausgibt, erhalten auch Signal Iduna (75,5), SDK (73,2), Alte Oldenburger (71,55), R+V (71,51) LVM (71,50), Huk-Coburg (71,15) und Barmenia (70,3).

Kommentar: Die Bundesregierung muss die PKV auf den Prüfstand stellen

Kommentar

Premium Die Bundesregierung muss die PKV auf den Prüfstand stellen

Das System, nach dem private Krankenversicherer ihre Tarife erhöhen, kann nicht so bleiben, wie es ist. Die neue Bundesregierung muss handeln.

Eine Stufe tiefer und mit dem Siegel „mm“ für sehr gute Leistungen ausgestattet landeten unter anderem Allianz, Pax-Familienfürsorge, Hansemerkur, Concordia und DKV.

Insgesamt stellten die Experten des Map-Reports die erfreuliche Entwicklung für die Kunden fest, dass die Preise in der privaten Krankenversicherung nicht mehr so stark steigen wie in der Vergangenheit. Während sie im Jahr 2016 noch im Schnitt um 6,6 Prozent anzogen, waren es im abgelaufenen Jahr mit 2,9 Prozent weniger als die Hälfte dessen.

Insgesamt waren zuletzt in Deutschland rund 8,7 Millionen Menschen privat krankenversichert. Die restlichen knapp 90 Prozent der Bevölkerung gehören einer Gesetzlichen Krankenkasse (GKV) an.

Die PKVs teilen ihren Kunden jedes Jahr in der Zeit zwischen Ende November und Anfang Dezember mit, wie sehr sich die Beiträge im kommenden Jahr verändern werden. Bei vielen Versicherten bleibt dann alles beim Alten, andere wiederum müssen Steigerungen von teils über hundert Euro im Monat hinnehmen.

Die Aufregung gerade bei ihnen ist dann besonders hoch. Allerdings bleibt auch kein Kunde dauerhaft verschont, selbst wenn mehrmals hintereinander die Beiträge auf der Stelle treten. Dass es irgendwann jeden mit einer größeren Erhöhung trifft, liegt an den Vorgaben, die die Politik den Privaten Krankenkassen einst gemacht hat.

Demnach darf eine Beitragsanpassung nur erfolgen, wenn die Versicherungsleistungen in einem Tarif nachweislich mindestens zehn Prozent über der ursprünglichen Kalkulation liegen. Ein unabhängiger Treuhänder entscheidet darüber.

So kann es kommen, dass ein Kunde ein oder mehrere Jahre keine Beitragserhöhungen erhält, weil die Preissteigerungen unter dieser Schwelle liegen und nicht weitergegeben werden. Dann aber wird es für Versicherte schmerzhaft. Grund für die Preissteigerung ist der teure medizinische Fortschritt. Anschaffungen für Geräte, aber auch stetig steigende Kosten für Medikamente machen den Kassen zu schaffen.

Neben dem teuren medizinischen Fortschritt belastet die privaten Krankenkassen schon seit Jahren die anhaltende Niedrigzinsphase. Das System sieht vor, dass ein großer Teil der Beiträge aufgespart wird, wenn dann im Alter die Kosten für die Gesundheitsversorgung steigen.

Die so genannten Altersrückstellungen werden dabei am Kapitalmarkt angelegt, darunter sind noch heute viele langlaufende Anleihen, die überdurchschnittlich hohe Zinsen garantieren. Von denen laufen jedoch jedes Jahr etliche aus. Eine Wiederanlage ist nur noch zu geringeren Zinsen möglich. Die 3,7 Prozent, die im vergangenen Jahr im Schnitt noch erzielt wurden, sind auf Dauer sicherlich nicht zu halten. Auch hier erwächst den Krankenkassen zusehends ein Problem.

Wer hier als Kunde dagegen steuern will, weil er sich die Beitragssteigerungen nicht mehr leisten kann oder will, der bekommt von seinem Versicherer häufig den Wechsel in einen anderen Tarif angeboten. Der kann den gleichen Versicherungsschutz bieten, aber auch eine abgespeckte Form mit weniger Leistungen.

Eine Abwägung von Kosten und Nutzen ist damit im Einzelfall nötig. Andererseits finden sich womöglich wirklich schnell Leistungen, die verzichtbar sind. Das mögen bei dem einen die Behandlung beim Heilpraktiker sein, beim anderen das Einzelzimmer bei einem Krankenhausaufenthalt. Auch die Erhöhung des Eigenanteils kann eine Alternative sein.

Sollte die finanzielle Not tatsächlich so groß sein, dass sich der Versicherte nur das Allernötigste leisten kann, dann sind auch noch die beiden gesetzlich verankerten Sozialtarife Standard und Basis möglich, die jede private Kasse anbietet.
Wenig ratsam ist dagegen in der Regel der Wechsel zu einem anderen Anbieter. Zum einen kann so nur ein Teil des angesparten Geldes aus der Altersrückstellung mitgenommen werden. Zum anderen droht in der Regel eine weitere Gesundheitsprüfung.

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Kommentare (3)

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Herr Marcus Knuben

22.03.2018, 08:55 Uhr

Provinizial war letztes Jahr bester Krankenversicherer? Ernsthaft? Dann scheint die Debeka dieses Jahr noch mehr Geld in die Hand für diese Wertung genommen zu haben.
Außerdem ist die Überschrift schon falsch. Es handelt sich um Versicherungen, nicht um Kassen.

Herr Stephan Ballhaus

22.03.2018, 12:05 Uhr

kommt auf den Blickwinkel an.
Die Debeka ist bei meinen Patienten die einzige private Versicherung, die angefallene Leistungen wiederholt nicht bezahlt. Damit lassen sich die Unternehmenszahlen sicher verbessern, zur Zufriedenheit der Versicherten trägt es vermutlich nicht bei.

Herr Frank Dietrich

22.03.2018, 13:29 Uhr

Wo bitte liegt der Sinn dieses Tests? Wie definiert man Service? Der Sinn einer Krankenversicherung ist die Streuung des Risikos im Leistungsfall, welches der Einzelne dann nicht tragen kann/könnte. Daraus resultiert die logische Folge, dass der Nutzen nur dann hoch ist, wenn die Vertragsbestimmungen klar und umfassend formuliert sind. Auch die Debeka hat die Mindestkriterien, die damals angeregt wurden, meiner Kenntnis nach nicht zu 100 % übernommen, gehört also nicht auf Platz eins. Viel weniger war es die Provinzial, deren Versicherungsschutz ich niemanden vermitteln werde. Warum das so ist? Schauen Sie vergleichsweise mal in diese Bestimmung in die eines anderen Versicherers. Auch gebe ich dem Kollegen recht. Debeka weigert sich bereits über Jahre die Zahlung der Gebührenziffern acht nur 6-80 zwölf in der Psychotherapie zu zahlen. Entsprechende Korrespondenz kann nachgewiesen werden. Möglicherweise liegt es auch an der sich abzeichnenden Unterdeckung, die ich prognostizieren, wenn man zwei Öffnungsklauseln hat und Risikozuschläge gegenüber anderen Anbietern enorm gering ausfallen lässt. In meinem Blog hatte ich diese Kritik schriftlich fixiert.

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