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14.02.2017

04:14 Uhr

Maurice Greenberg

Ein Patriarch kämpft um sein Vermächtnis

VonFrank Wiebe

Maurice Greenberg streitet trotz Einigung wegen eines Jahre alten Skandals weiter. Der ehemalige Chef des US-Versicherers AIG ist überzeugt, dass sein Rauswurf in der Finanzkrise eine verhängnisvolle Rolle gespielt hat.

Immer noch streitbar: Maurice Greenberg, der heute 91-jährige früherer CEO von AEG, fühlt sich ungerecht behandelt. AP

Maurice Hank Greenberg

Immer noch streitbar: Maurice Greenberg, der heute 91-jährige früherer CEO von AEG, fühlt sich ungerecht behandelt.

New YorkMaurice Greenberg sitzt mit seiner Firma C.V. Starr an der Park Avenue, New Yorks feinster Büromeile. Mit seinen 91 Jahren hört er etwas schlechter als in seiner Jugend. Aber sein Verstand und sein Kampfgeist sind wach wie eh und je. Mit gestrecktem, leicht nach vorn gebeugtem Oberkörper sitzt der kleine Mann am Konferenztisch. Seine Körperhaltung lässt erahnen, wie er einst sein Reich mit eiserner Hand regierte.

Sein Reich war der US-Versicherer AIG. Der ist, sagt Greenberg, nur noch „ein Schatten seiner selbst“. Er betont: „Wir waren der größte Versicherer der Welt.“ Und dieses Reich, das ist seine Sicht der Dinge, hat der Staat zerstört.

Der einst legendäre Manager kämpft nicht um Geld, auch nicht um Macht. Er kämpft um sein Vermächtnis. Um die Anerkennung, um die ihn, nach seiner Auffassung, übereifrige Juristen im Staatsdienst gebracht haben. C.V. Starr hat er nach seinem Rauswurf bei AIG als kleinen Finanzdienstleister im Versicherungsbereich gegründet und nach dem Gründer von AIG benannt, der ihm einst den Chefsessel anvertraut hatte.

Am Freitag wurde bekannt, dass Greenberg sich mit Eric Schneiderman, dem Generalstaatsanwalt des Staates New York, geeinigt und damit ein rund zwölf Jahre altes Verfahren beendet hat. Dabei ging es um den Vorwurf, Greenberg habe als Chef von AIG durch zwei Transaktionen im Rückversicherungsgeschäft seine Bilanz geschönt und damit die Aktionäre getäuscht.

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Der Chef des US-Versicherers AIG sagt, dass seine Branche mit dem Zinsrisiko leben können muss. Im Wettbewerb mit der Allianz hält Peter Hancock es für einen Vorteil, keinen Finanzdienstleister wie Pimco zu besitzen.

Das Verfahren wurde im Jahr 2005 vom damaligen Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer voran getrieben, der als besonders ehrgeizig und hart gegenüber der Finanzbranche gefürchtet war, später aber über einen Prostituierten-Skandal stolperte. Greenberg verpflichtete sich jetzt, neun Millionen Dollar zu zahlen. Aber der Streit ist damit noch längst nicht beendet.

„Wir freuen uns, dass Herr Greenberg endlich seine Rolle bei dieser betrügerischen Aktion eingeräumt hat“, ließ Schneiderman am Freitag verlauten. Greenberg dagegen sagte am Montag: „Ich möchte wiederholen und betonen, dass ich nichts Unrechtes getan habe.“ Er habe der Einigung zugestimmt, um dem Prozess ein Ende zu machen, dabei aber keinerlei Schuld eingestanden.

Greenbergs Vorwürfe gehen noch weiter. Weil Spitzer ihn 2005 wegen der Vorwürfe aus dem Amt gedrängt hat, so sagt der alte Mann, sei ein neues Management angetreten. Und allein deswegen habe AIG sich in die abenteuerlichen Transaktionen hineinziehen lassen, die zum Absturz der Firma in der Finanzkrise führten. Der Versicherer musste anschließend mit 85 Milliarden Dollar von der US-Notenbank (Fed) aufgefangen werden. „Mit mir als Chef wäre das nicht passiert“, sagt Greenberg.

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