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24.02.2014

13:30 Uhr

Medienbericht

US-Steuerbehörde nimmt Schweizer Versicherer ins Visier

Experten haben immer wieder darauf hingewiesen, dass Schweizer Versicherer ins Visier von US-Steuerbehörden geraten könnten. Bisher konzentrierten sich die Amerikaner aber auf Banken. Nun ändert sich ihr Augenmerk.

Arbeiter montieren das neue Logo der Rentenanstalt Swiss Life auf dem Dach des Hauptsitzes in Zuerich. ap

Arbeiter montieren das neue Logo der Rentenanstalt Swiss Life auf dem Dach des Hauptsitzes in Zuerich.

ZürichDie US-Steuerbehörden nehmen einem Zeitungsbericht zufolge auch Schweizer Versicherer wegen möglicher Beihilfe zur Steuerhinterziehung für reiche Amerikaner ins Visier. Dabei richtet die Behörde ihr Augenmerk auf sogenannte Versicherungsmäntel, wie das „Wall Street Journal“ am Montag mit Bezug auf mit der Sache vertraute Personen berichtete. Bei solchen Mänteln, die auch als „Insurance Wrapper“ bezeichnet werden, werden Wertpapier- oder Fondsanlagen in eine Lebensversicherung eingebracht, um Steuern zu sparen.

Dem Bericht zufolge hat der größte Schweizer Lebensversicherer Swiss Life im Dezember in Wrappers liegende und mit Konten bei der Schweizer Bank Frey verbundene Vermögen an Hunderte von amerikanischen Kunden zurückgezahlt. Swiss Life erklärte dazu, die Gesellschaft sei bisher nicht von den US-Behörden kontaktiert worden.

Die in der Vermögensverwaltung tätige Bank Frey zählt zu dem runden Dutzend Schweizer Banken wie Credit Suisse und Julius Bär, gegen die die Amerikaner wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung ermitteln. Im Oktober hatte Frey angekündigt, die Bank werde schließen, da sich das Geschäft mit ausländischen Kunden nicht mehr sinnvoll weiterführen lasse.

Die größten Versicherer Europas (nach Beitragseinnahmen)

Platz 10

Mapfre (Spanien)
Beitragseinnahmen 2012: 21,6 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: 10,1 Prozent
Quelle für alle Angaben: Übersicht von Mapfre.

Platz 9

Crédit Agricole Assurances (Frankreich)
Beitragseinnahmen 2012: 22,5 Milliarden Euro
Rückgang gg. Vorjahr: minus 7 Prozent

Platz 8

CNP Assurances (Frankreich)
Beitragseinnahmen 2012: 26,4 Milliarden Euro
Rückgang gg. Vorjahr: minus 11,8 Prozent

Platz 7

Talanx (Deutschland)
Beitragseinnahmen 2012: 26,7 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: 12,6 Prozent

Platz 6

Aviva (Großbritannien)
Beitragseinnahmen 2012: 28 Milliarden Euro
Rückgang gg. Vorjahr: minus 7 Prozent

Platz 5

Prudential (Großbritannien)
Beitragseinnahmen 2012: 36,8 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: 24,9 Prozent

Platz 4

Zurich (Schweiz)
Beitragseinnahmen 2012: 39,7 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: 16,2 Prozent

Platz 3

Generali (Italien)
Beitragseinnahmen 2012: 69,6 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: 0,7 Prozent

Platz 2

Allianz (Deutschland)
Beitragseinnahmen 2012: 72 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: 4 Prozent

Platz 1

Axa (Frankreich)
Beitragseinnahmen 2012: 84,6 Milliarden Euro
Wachstum gg. Vorjahr: 5 Prozent

Obwohl Branchenexperten und Anwälte in der Vergangenheit immer wieder darauf hinwiesen, dass sich die Amerikaner Versicherungsmäntel vornehmen könnten, standen Schweizer Versicherer für amerikanische Steuerfahnder bisher nicht im Vordergrund. Die Steuerbehörde IRS und das Justizministerium (DoJ) konzentrierten sich auf Banken. Bislang meldeten sich im Rahmen eines zwischen der Schweiz und den USA ausgehandelten Selbstanzeigeprogramms 106 Schweizer Geldhäuser beim DoJ. Die Banken gehen davon aus, oder können nicht ausschließen, dass reiche Amerikaner bei ihnen unversteuertes Geld versteckt hatten. Mit der Meldung erklären sie sich zur Zahlung einer Buße bereit, im Gegenzug wollen die Amerikaner auf eine Strafverfolgung verzichten. Im Januar erklärte das US-Justizministerium, möglicherweise befänden sich unter den 106 Namen aus der Schweiz nicht nur Banken und die kämen nicht in den Genuss des Programms.

Von

rtr

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