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25.08.2015

12:54 Uhr

Milliarden-Angebot

Zurich schnappt sich RSA

Im Zuge der geplanten Übernahme des britischen Finanzdienstleisters RSA Insurance durch die Zurich Insurance Group sind sich beide Partner grundsätzlich einig. Zurich hat jedoch noch kein verbindliches Angebot vorgelegt.

Die Zurich Insurance Group und der von ihr umworbene britische Rivale RSA Insurance sind sich grundsätzlich über Details einer Übernahme einig. Reuters

Logo der Zurich Insurance Group

Die Zurich Insurance Group und der von ihr umworbene britische Rivale RSA Insurance sind sich grundsätzlich über Details einer Übernahme einig.

Zürich/LondonDer Poker um die Übernahme von RSA Insurance durch die Zurich Insurance Group geht in die Verlängerung. Zwar sind sich die beiden Firmen grundsätzlich einig, doch wichtige Details auf dem Weg zu einer der größten Übernahmen im Versicherungssektor in Europa sind noch offen. Ob tatsächlich ein verbindliches Angebot vorgelegt wird, wollen die Schweizer nach einem Blick in die Bücher von RSA entscheiden. Die Frist dafür endet am 22. September um 17:00 Uhr Londoner Zeit.

Zurich schlug RSA am Dienstag kurz vor dem Ablauf einer ersten vierwöchigen Angebotsfrist gemäß britischen Übernahmeregeln eine Übernahme für 550 Pence je Aktie vor. „Es gibt ein gemeinsames Verständnis der beiden Unternehmen bezüglich der Bewertung und auch die grundsätzliche Bereitschaft des Verwaltungsrates von RSA, seinen Aktionären die Annahme eines möglichen Übernahmeangebots in dieser Höhe zu empfehlen“, sagte ein Zurich-Sprecher. Die Offerte bewertet RSA mit 5,6 Milliarden Pfund (7,7 Milliarden Euro).

Zurich bietet den RSA-Aktionären einen Aufschlag von elf Prozent im Vergleich zum Schlusskurs vom Montag und 26 Prozent mehr, legt man den Börsenwert zugrunde, bevor Zurichs Interesse an RSA bekanntwurde. Die Schweizer hatten Ende Juli bekanntgegeben, die Übernahme von RSA zu prüfen.

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Bis Ende 2018 will der größte Schweizer Versicherungskonzern rund eine Milliarde Dollar einsparen. Bereits 2016 sollen die Ausgaben um 300 Millionen sinken. Der verschärfte Sparkurs soll auch den Aktionären nützen.

Die Anleger zeigten sich im Hinblick auf das Zustandekommen eines Deals skeptisch. Zwar stiegen die RSA-Aktien um rund fünf Prozent, blieben mit 518 Pence aber deutlich unter dem vorgeschlagenen Übernahmepreis. Die Zurich-Aktien zogen gut zwei Prozent auf 266,40 Franken an.

Zurich-Chef Martin Senn will für RSA keinesfalls zu viel bezahlen. Zukäufe müssen mindestens zehn Prozent auf das investierte Kapital abwerfen, wenn Zurich sie ohne Schulden finanzieren kann. Mit der Übernahme von RSA würden die Schweizer ihr Geschäft in Großbritannien, Skandinavien, Kanada und Lateinamerika ausbauen. Zurich droht angesichts des Übernahme-Karussells in der Branche den Anschluss zu verpassen. Der Konzern hält sich seit Jahren mit Zukäufen zurück. Für diesen Kurs wurde Senn wiederholt von Investoren kritisiert, die fehlendes Wachstum bemängeln. Um die Finanzziele zu erreichen, setzten die Eidgenossen bislang auf Sparen und den Verkauf wenig rentabler Geschäfte.

Analysten schließen nicht aus, dass Zurich Konkurrenz bekommt und noch andere Versicherer nach RSA greifen könnten. Vor allem Branchenvertreter aus den USA, Japan und China wird ein mögliches Interesse nachgesagt. Anzeichen dafür gibt es bislang allerdings kaum. Die französische Axa hat Großübernahmen jüngst eine Ansage erteilt. In Europa ist die Allianz unangefochtener Marktführer.

Den Analysten von Berenberg zufolge bietet Zurich den RSA-Aktionären, allen voran dem Finanzinvestor Cevian, der mit 13 Prozent beteiligt ist, eine leichte Wahl. Die Briten stehen am Anfang einer Restrukturierung, die bislang noch nicht übermäßig überzeugend sei.

Von

rtr

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