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27.04.2016

10:40 Uhr

Munich Re

Bomhard tritt auf die Bremse – Aktie fällt

VonKerstin Leitel

Munich Re hatte seinen Anlegern ein ehrgeiziges Gewinnziel in Aussicht gestellt. Doch schon im ersten Quartal läuft es nicht so glatt wie erhofft. Vor allem das Ergo-Geschäft belastet. Die Aktie gibt deutlich nach.

Das Gewinnziel sei „sehr ambitioniert“, sagte Firmenchef Nikolaus von Bomhard am Mittwoch auf der Hauptversammlung in München. dpa

Munich Re

Das Gewinnziel sei „sehr ambitioniert“, sagte Firmenchef Nikolaus von Bomhard am Mittwoch auf der Hauptversammlung in München.

MünchenMunich-Re-Chef Nikolaus von Bomhard redet nicht lange um den heißen Brei herum. Auch auf der Hauptversammlung nicht. Den Aktionären machte er klar, dass vor dem Rückversicherungsriesen schwere Zeiten liegen – und bereits die Gewinnerwartungen für das erste Quartal zu hoch sind.

Munich Re steuert auf schwere Zeiten zu. Für das laufende Jahr hatte der Konzern einen Gewinn in einer Spanne zwischen 2,3 und 2,8 Milliarden Euro in Aussicht gestellt – doch schon im ersten Quartal läuft das Geschäft nicht so gut wie erhofft. Es deutet sich an, dass Munich Re zum Jahresschluss nicht am oberen Ende dieser Spanne landen dürfte.

Das Gewinnziel sei „sehr ambitioniert“, sagte Firmenchef Nikolaus von Bomhard am Mittwoch auf der Hauptversammlung in München. „Wir müssen davon ausgehen, dass unser Ergebnis in diesem Jahr deutlich unter dem des Vorjahres von 3,1 Milliarden Euro liegen wird“, zumal dieses Ziel noch keine Kosten für den Umbau von Ergo beinhalte. Man dürfe also „nicht davon ausgehen, dass wir unser Gewinnziel erneut übertreffen können“.

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Bereits das Konzernergebnis des ersten Quartals werde „nach heutiger Einschätzung deutlich hinter dem Vorjahr und unseren Erwartungen zurückbleiben“, erklärte von Bomhard. Der Grund: Die fallenden Aktienmärkte und hohe Abschreibungen.

Kosten für den Umbau der Düsseldorfer Erstversicherungstochter Ergo werden in diesem Jahr mit Sicherheit anfallen. Im zweiten Quartal will der neue Ergo-Chef Markus Rieß sein Zukunftsprogramm vorstellen.
Eine Erklärung, die an der Börse nicht gut ankam: Das im Dax notierte Papier verbuchte einen Kursverlust von zeitweise mehr als vier Prozent.

Sorgen, dass man deswegen an der Dividende sparen werde, versuchte von Bomhard zu zerstreuen. Die Nachhaltigkeit der Dividende sei wichtig, betonte der 59-jährige Manager, der den Chefposten in einem Jahr an seinen Vorstandskollegen Joachim Wenning abgeben wird. Für das vergangene Jahr will der Konzern eine Gewinnbeteiligung von 8,25 Euro je Aktie auszahlen. Diese Höhe „sehen wir nicht als einmalige Rekorddividende“, betonte der Manager, „sondern als Messelatte, die wir auch in Zukunft überspringen wollen“. Er sei davon überzeugt, „dass wir, bei einer einigermaßen normalen Entwicklung, diese 8,25 Euro pro Aktie auch künftig erwirtschaften können“.

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2015 hatte die Munich Re brutto 50,3 Milliarden Euro Beiträge eingenommen, drei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dabei profitierte der Konzern nicht zuletzt von günstigen Wechselkursen, die bei Munich Re schwer ins Gewicht fallen, schließlich erzielt das Unternehmen den größten Teil seiner Umsätze im Ausland. Unter dem Strich blieben 3,1 Milliarden Gewinn übrig - zwei Prozent weniger als im Vorjahr.

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