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26.04.2012

10:00 Uhr

Munich RE

Der konservative Klassenbeste strauchelt

VonAxel Höpner, Michael Detering

In der Finanzkrise war die vorsichtige Munich Re der unangefochtene Marktführer. Inzwischen jedoch haben sich die Konkurrenten erholt und stehen bei manchen Kennziffern besser da. Konservativ ist nicht immer besser.

Das Hauptgebäude der Münchener Rückversicherung (Munich Re) vor dem das Kunstwerk Walking Man von Jonathan Borofsky steht. dpa

Das Hauptgebäude der Münchener Rückversicherung (Munich Re) vor dem das Kunstwerk Walking Man von Jonathan Borofsky steht.

München/FrankfurtWenn die Aktienmärkte mal wieder verrückt spielen oder die Renditen für spanische Staatsanleihen durch die Decke gehen, muss Jörg Schneider nur aus dem Fenster schauen. Das Büro des Finanzvorstands der Munich Re liegt direkt am Englischen Garten.

Da verschafft ein Blick auf das grüne Idyll die notwendige Ruhe und Gelassenheit, um einen Finanzkonzern mit Kapitalanlagen von mehr als 200 Milliarden Euro durch turbulente Zeiten zu steuern. "Wir werden in keinem Szenario der große Sieger sein. Wir sollten aber auch in keinem halbwegs realistischen Szenario in Schwierigkeiten geraten", sagt Schneider im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Mit dieser vorsichtigen Anlagestrategie kam der Rückversicherer so gut durch die Finanzkrise wie kaum ein anderer großer Konzern. In den düsteren Zeiten war die Munich Re der unumstrittene Klassenprimus. Für einen Tag, erinnert sich Schneider, war die Munich Re an der Börse sogar mehr wert als der große Bruder von nebenan: die Allianz.

Auch der große Erzrivale Swiss Re lag geschwächt danieder, hatte sich mit spekulativen CDS-Papieren verzockt. Die Zeit der Alleinherrschaft aber ist vorbei. Die Munich Re steht vor einer neuen Herausforderung: Sie muss zeigen, dass sie auch in normalen Zeiten die Beste ist. Vielleicht muss sie die Risikozügel ein wenig lockern, wenn nun Wachstum und große Gewinne gefragt sind - auch, wenn der vorsichtige Schneider das vielleicht nicht so gern hört.

Ein Blick auf die Bilanz des vergangenen Jahres zeigt bereits, dass die totale Dominanz vorbei ist. Die Feuerprobe hat die Munich Re zwar einmal mehr bestanden: Selbst in einem Jahr mit Staatsschuldenkrise und Rekord-Naturkatastrophen - das Erdbeben von Japan war nur die teuerste in einer ganzen Reihe - schaffte es die Munich Re in die schwarzen Zahlen und hielt die Dividende stabil.

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