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23.04.2015

11:01 Uhr

Munich Re

„Die Rendite unseres Portfolios sinkt von Jahr zu Jahr“

VonKerstin Leitel

Für Munich Re ist das erste Quartal offenbar trotz der Niedrigzinsen gut gelaufen. Firmenchef Nikolaus von Bomhard greift auf der Hauptversammlung des Rückversicherers die Politik der EZB aber weiter scharf an.

Der Chef der Munich Re verbreitet Optimismus für das erste Quartal. Reuters

Nikolaus von Bomhard

Der Chef der Munich Re verbreitet Optimismus für das erste Quartal.

MünchenDas erste Quartal ist für den Rückversicherungsriesen Munich Re offenbar gut gelaufen. „Wir liegen gut auf Kurs“, erklärte Firmenchef Nikolaus von Bomhard am Donnerstag auf der Hauptversammlung im Münchener Osten. Konkrete Zahlen nannte er nicht – die sollen am 7. Mai veröffentlicht werden.

Zugleich bekräftigte von Bomhard vor den Aktionären die Zielvorgaben des Konzerns für das laufende Jahr: „Wir streben für 2015 ein Konzernergebnis in Höhe von 2,5 bis 3 Milliarden Euro an“, sagte der 58-Jährige. „Ich glaube, dies ist ein ambitioniertes, aber auch ein realistisches Ziel“. Allerdings läge der Gewinn dann unter dem des Vorjahres: Da hatte der Konzern ein Ergebnis von 3,2 Milliarden erwirtschaftet, und schon dieser Wert lag unter dem des Jahres zuvor.

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Vor allem die niedrigen Zinsen setzen dem Rückversicherungsriesen zu – wie der gesamten Branche. Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) im Kampf gegen die Schuldenkrise die Zinsen auf das Rekordtief von nunmehr 0,05 Prozent senkte, werfen Anleihen, in die gesamte Versicherungsbranche stark investiert hat, kaum noch Rendite ab.

„Angesichts der enorm tiefen Zinsen sinkt die Rendite unseres Portfolios von Jahr zu Jahr“, räumte von Bomhard ein. „Unser Kapitalanlageergebnis wird in der Tendenz zurückgehen, solange die EZB und andere Notenbanken derart massiv in die Märkte eingreifen.“ Der Manager kritisiert deswegen das Vorgehen der europäischen Institution scharf. „Die EZB verabreicht den Märkten schon eine sehr starke Medizin, die auch abhängig machen kann“, sagte er im Interview mit dem Handelsblatt. „Das Risiko von Kollateralschäden halten wir jedenfalls für gewichtiger als mögliche positive Effekte.“

Die niedrigen Zinsen belasten die Versicherer von mehreren Seiten: Zum einen können die Versicherer – und auch die Munich Re – wegen der niedrigeren Erträge am Kapitalmarkt ihren Kunden nicht mehr so hohe Renditen für ihr Geld versprechen, was vor allem den Verkauf von Lebensversicherungen erschwert. Mit Endkunden ist die Munich Re vor allem über ihre Tochter Ergo im Geschäft.

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