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24.04.2017

16:16 Uhr

Munich Re

Nein der Aktionäre zu Vergütungen befürchtet

Beim weltgrößten Rückversicherer droht Ärger: Vor der Hauptversammlung der Munich Re empfiehlt der US-Aktionärsberater ISS, das Vergütungssystem für den Vorstand abzulehnen. Das sei viel zu intransparent.

Die Münchener Rück dürfte nicht der einzige Konzern bleiben, der in diesem Jahr mit Aktionärs-Gegenwind rechnen muss. dpa

Münchener Rück

Die Münchener Rück dürfte nicht der einzige Konzern bleiben, der in diesem Jahr mit Aktionärs-Gegenwind rechnen muss.

FrankfurtDer Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft, kurz Munich Re, droht auf der Hauptversammlung am Mittwoch eine Niederlage bei der Abstimmung über die Vergütung ihrer Top-Manager. Der einflussreiche US-Aktionärsberater ISS empfiehlt, das Vorstands-Vergütungssystem abzulehnen, wie aus einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Bericht hervorgeht.

Der Vorwurf: Das System sei zu wenig transparent, die Kriterien für die Bemessung der Boni der Vorstände würden den Aktionären nicht erläutert. Das System gebe dem Aufsichtsrat auch zu viel Spielraum, die Boni festzulegen. Aufsichtsratschef Bernd Pischetsrieder und Ex-SAP-Chef Henning Kagermann säßen zudem schon viel zu lange im Vergütungsausschuss, der über die Managergehälter befindet, als dass sie noch – wie international üblich – als „unabhängige Mitglieder“ gelten könnten.

ISS ist die einflussreichste von mehreren Beratungsfirmen, nach deren Abstimmungs-Empfehlungen sich die meisten angelsächsischen Fondsgesellschaften und Großinvestoren richten.

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Nach dem Aktionärstreffen am Mittwoch übernimmt Joachim Wenning die Munich Re. Großaktionäre formulieren bereits ein Pflichtenheft für den neuen Chef. Gefragt ist vor allem: Wachstum. Doch die Konkurrenz wird härter.

Der weltgrößte Rückversicherer rechtfertigte die Praxis, die Ziele und Bewertungen der einzelnen Vorstandsmitglieder nicht aufzuschlüsseln. „Munich Re veröffentlicht diese Informationen nicht, weil solche Informationen von großer Bedeutung für die Konkurrenz sind“, sagte eine Sprecherin am Montag. Sollten die Aktionäre aber tatsächlich gegen die Vergütung stimmen, werde der Aufsichtsrat über Konsequenzen entscheiden. Die Aktionärs-Voten zur Vergütung sind in Deutschland zwar rechtlich nicht bindend, Firmen können sich aber kaum erlauben, ein Nein der Anteilseigner ganz zu missachten.

Die Münchener Rück dürfte nicht der einzige Konzern im Leitindex Dax bleiben, der in diesem Jahr mit mehr Gegenwind angelsächsischer Aktionäre rechnen muss. Bei der Deutschen Bank waren die Gehalts- und Bonus-Richtlinien schon im vergangenen Jahr auf der Hauptversammlung durchgefallen – ebenfalls auf Betreiben von ISS. Die Bank stellt im Mai nun ein vereinfachtes System zur erneuten Abstimmung.

Von

rtr

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