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06.11.2014

09:43 Uhr

Munich Re

Rückversicherer legt Gewinnsprung hin

Weniger Großschäden entlasten die Munich Re enorm. Der weltgrößte Rückversicherer legt im dritten Quartal beim Gewinn zu. Das ist zwar weniger als erwartet, der Vorstand bleibt aber noch optimistisch.

Das Logo der Munich RE an Ordnern: Die Münchener Rück hat dank weniger Großschäden mehr Gewinn gemacht. Reuters

Das Logo der Munich RE an Ordnern: Die Münchener Rück hat dank weniger Großschäden mehr Gewinn gemacht.

FrankfurtDie Munich Re hat ihren Gewinn dank geringerer Belastungen durch Naturkatastrophen deutlich ausgebaut. Der Überschuss nach Anteilen Dritter kletterte im dritten Quartal um 17 Prozent auf 735 Millionen Euro. Wegen geringer Schäden durch Wirbelstürme in den USA und der Karibik äußerte sich der weltgrößte Rückversicherer am Donnerstag auch etwas optimistischer für das Gesamtjahr als zuletzt. Das Unternehmen geht nun von einem Ergebnis von „leicht über drei Milliarden Euro“ aus statt wie bisher von drei Milliarden Euro.

Zu schaffen machen Rückversicherern wie Munich Re, Swiss Re oder Hannover Rück die niedrigen Zinsen. Bei den Münchnern ging das Kapitalanlageergebnis im dritten Quartal um 16 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zurück - stärker als von Experten vorhergesagt.

Der Rückgang ist auch auf Abschreibungen auf Derivate zurückzuführen, mit denen sich das Unternehmen gegen Inflationsrisiken absicherte. Unter dem Strich fiel der Gewinn, der auch durch Währungseffekte gedrückt wurde, deshalb etwas geringer aus als von Analysten erwartet. Die Aktien der Munich Re gaben knapp zwei Prozent nach.

Die Belastungen durch Großschäden haben sich im dritten Quartal mehr als halbiert auf 257 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatten Hochwasser und Herbststürme beträchtliche Schäden in Europa angerichtet und der Munich Re einen Gewinnrückgang eingebrockt. Dieses Jahr gab es weniger kostspielige Naturkatastrophen. Durch den Hurrikan Odile, der im September über Mexiko hinwegfegte, erwarten die Münchener Belastungen von rund 65 Millionen Euro, durch heftige Regenfälle in den USA im August von 35 Millionen Euro.

In der Rückversicherungsbranche tobt seit einiger Zeit ein Preiskampf. Dies liegt unter anderem an der wachsenden Konkurrenz durch branchenfremde Anbieter wie Hedgefonds oder Pensionskassen, die auf der Suche nach Rendite ins Geschäft mit Katastrophenversicherungen eingestiegen sind. Zudem erzeugt die relativ geringe Zahl an Großschäden in letzter Zeit und die sinkenden Nachfrage der Erstversicherer Druck auf die Preise.

Bilanz 2013: Naturkatastrophen richten Millionenschäden an

Weniger Schäden...

Die durch Naturkatastrophen, Unglücke und Unfälle verursachten Kosten sind 2013 nach Angaben des Rückversicherers Swiss Re wieder gesunken. Der wirtschaftliche Gesamtschaden lag nach einer vorläufigen Studie bei 130 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Drittel weniger als 2012, dem drittteuersten Schadensjahr in der Geschichte. Versichert waren allerdings nur 44 Milliarden Dollar.

... aber mehr Tote

Die Zahl der Todesopfer durch Katastrophen stieg 2013 allerdings deutlich: Die Katastrophen forderten insgesamt etwa 25.000 Menschenleben, im Vorjahr waren es rund 14.000. Vor allem der Taifun Haiyan auf den Philippinen kostete viele Menschenleben.

Überflutungen in Europa...

Mehrere Überflutungen verursachten hohe Schäden. Die Überschwemmungen in weiten Teilen Zentral- und Osteuropas im Juni etwa schlugen mit 18 Milliarden Dollar zu Buche, wovon die Versicherungsbranche 4 Milliarden Dollar trug. Nach Einschätzung der Swiss Re handelt es sich um die teuerste Katastrophe des Jahres 2013.

... und im Rest der Welt

Auch in der kanadischen Provinz Alberta traten Wasser über die Ufer und verursachten 2 Milliarden Dollar Versicherungsschäden – Platz 3 in der Swiss-Re-Statistik. Auch in Australien, Indien, China, Indonesien, im südlichen Afrika und in Argentinien kam es 2013 zu schweren Regenfällen und Überflutungen.

Hagel und Stürme in Europa

Diverse Stürme richteten in Europa schwere Schäden an. So fegte der Hagelsturm Andreas im Juli über Deutschland und Frankreich hinweg, die versicherten Schäden beziffert die Swiss Re auf 3,8 Milliarden Dollar – die zweitteuerste Katastrophe des Jahres. Sturmtief Christian richtete in Zentral- und Nordeuropa Versicherungsschäden von mehr als 2,7 Milliarden Dollar an (1,4 Milliarden Dollar Versicherungsschaden). Auch der Anfang Dezember tobende Orkan Xaver war teuer: mehr als 1,4 Milliarde Dollar versicherte Schäden.

Milde Hurrikan-Saison

Die Hurrikan-Saison in den USA fiel 2013 vergleichsweise mild aus, dafür kann es im Frühling und Herbst zu schweren Gewittern und Tornados. Die Schäden summieren sich auf mehrere Milliarden Dollar.

Der Branchenführer aus München will sich beim Abschluss neuer Rückersicherungsverträge zum 1. Januar aber auf keine Rabatt-Schlacht einlassen. „Wir werden weiter dem Preisdruck widerstehen und wenn nötig Geschäft aufgeben“, sagte Münchener-Rück-Vorstand Torsten Jeworrek. Zudem will das Unternehmen auf die Entwicklung neuer komplexer Produkte setzen, die Hedgefonds nicht anbieten können. „Angesichts der insbesondere im asiatischen Raum unverändert dynamischen Wirtschaftsentwicklung sehen wir insgesamt gute Chancen für profitables Wachstum.“

Von

rtr

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